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Energieversorgung SKM-Hospital in Sankhu, Nepal

Das Sushma Koirala Memorial Hospital (SKM-Hospital) in Sankhu, Nepal, steht aufgrund der extrem unzuverlässigen und lückenhaften Stromversorgung vor großen Problemen, die medizinische Grundversorgung aufrecht zu erhalten, sowie notwendige operative Eingriffe durchzuführen, die vielen verarmten Menschen ein unbeschwertes Leben ermöglichen. Vor allem die bei Patienten mit Verbrennungen notwendige, nahe der Körpertemperatur liegende Raumwärme im OP, den Aufwachräumen und den Krankenzimmern stellt die Energieversorgung vor Herausforderungen. Zusammen mit dem technischen Leiter des Krankenhauses erstellt „Ingenieure ohne Grenze“ Konzepte zur zuverlässigen Energieversorgung des SKM-Hospitals.

Land/Region

Nepal gehört mit seinen 28 Millionen Einwohnern zu den ärmsten Ländern der Welt. Rund 40% der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze. Große Probleme bereitet die Vielzahl an unterernährten Menschen, sowie das weiterhin praktizierte Kastenwesen, dass es den Einwohnern erschwert, ihre soziale Situation zu verbessern. Die öffentlichen Gesundheitsausgaben betragen 1,5% des Bruttoinlandsproduktes (Deutschland: 10,4%). Dies führt dazu, dass viele Krankheiten, Verbrennungen, Fehlbildungen und Folgen aus Verletzungen des bis 2006 andauernden Bürgerkrieges nicht behandelt werden können.

Partner

Um diese Missstände zu beheben wurde 1997 durch den Gründer von Interplast Germany e.V. das Sushma Koirala Memorial Hospital in Sankhu, 15km östlich der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu, in Betrieb genommen. Der Schwerpunkt der Klinik liegt in der plastischen Chirurgie und soll den Menschen mit Fehlbildungen und anderen Verletzungen ein normales Leben ermöglichen. Daneben wird die (zahn-)medizinische Grundversorgung durchgeführt, um die Akzeptanz in der ländlichen Gegend zu gewährleisten.

Situation des Krankenhauses

Das Krankenhaus bietet momentan 48 Patienten stationäre Behandlungsmöglichkeiten. Daneben bestehen zwei klimatisierte Operationssäle mit Vorbereitungsräumen für die Anästhesie, Aufwach- und Untersuchungsräumen, Sterilisations- und Röntgeneinrichtungen, sowie eine komplette ständig besetzte Zahnstation mit Techniklabor. Darüber hinaus wurden alle notwendigen Einrichtungen, wie Wäscherei, Wasserversorgung, Kläranlage, Müllverbrennungsanlage und Notstromaggregate installiert.
Anhaltende Engpässe in der Energieversorgung bedingen, dass die drei als Notstromaggregate gedachten Dieselgeneratoren im Dauerbetrieb laufen. Verhältnismäßig hohe Dieselpreise, das hohe Alter der Motoren, sowie die als mangelhaft prognostizierte Stromversorgung zwingen den Betreiber alternative Möglichkeiten heranzuziehen, um den Betrieb des Krankenhauses weiter aufrecht zu erhalten.

Geplante Maßnahmen/Ziele

Gemeinsam mit dem technischen Leiter des SKM-Hospitals entwerfen „Ingenieure ohne Grenzen“ Konzepte zur Energieversorgung und helfen bei deren Bewertung sowie bei der Umsetzung des geeignetsten Konzeptes.
Bei der Erstellung der Konzepte werden klimatische, logistische, politische sowie finanzielle Bedingungen berücksichtigt. Dabei soll neben der Auslegung einer Energieversorgung auch deren effiziente und nachhaltige Nutzung berücksichtigt werden. Dies bedeutet, dass aufgrund eines hohen Energiebedarfs für das Heizen und Klimatisieren der Operationssäle und den angrenzenden Behandlungsräumen, u.a. eine verbesserte Isolierung des Gebäudes, sowie eine effiziente Nutzung der Abwärme bedacht wird. Ebenso wird in einer dritten Ausbaustufe die Einbindung von alternativen Energiequellen berücksichtigt.