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Innovationspreis des Bundesumweltministeriums und des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) für Ingenieure ohne Grenzen e.V.

+++ Projekt „Biogas support for Tanzania“ als eine von vier Innovationen für Klima und Umwelt ausgezeichnet +++ Preisträger in der Kategorie Technologietransfer +++ Neu entwickelte Biogasanlage für Erntereste sorgt für saubere Energie in Afrika und vermeidet Abholzung der Wälder und Krankheiten durch Rauchgas +++ 2012 sollen weitere Anlagen in Tansania gebaut werden +++

Das Projekt „Biogas support for Tanzania (BiogaST)“ der Hilfsorganisation Ingenieure ohne Grenzen e.V. wurde am 17.01.2012 in Berlin mit dem Innovationspreis für Klima und Umwelt des Bundesumweltministeriums und des BDI ausgezeichnet. Projektleiter Gordon Appel erhielt den Preis von BDI-Hauptgeschäftsführer Dr. Markus Kerber, der das Engagement mit den Worten lobte: „Ein Projekt wie dieses mag im Inland von marginaler Bedeutung sein – in Kenia oder Tansania aber kann es enorme Folgen haben.“ Mit dem jährlich vergebenen Innovationspreis, der mit 25.000 Euro dotiert ist, werden Ideen zum Schutz von Klima und Umwelt gewürdigt. Umweltminister Norbert Röttgen sagte zur Verleihung: „Die Preisträger sind Visionäre!“

Ingenieure ohne Grenzen e. V. hat auf die Herausforderungen im Nordwesten Tansanias reagiert und weltweit einmalige Kleinst-Biogasanlagen entwickelt, die Erntereste in brennbares Gas umwandeln.

Bisher verwenden die Menschen in der Region Kagera/Tansania zum Kochen zumeist Feuerholz. Die Folge: Weite Teile der Waldflächen sind abgeholzt, die Erosion nimmt zu. Und weil der Boden in der gesamten Region versandet, sinken die Ernteerträge. Hier setzt das Projekt BiogaST an: Es macht das Roden von Brennholz überflüssig, weil Erntereste wie Bananenstämme in Kleinst-Biogasanlagen in wertvolle Kochenergie umgewandelt werden. Mittelfristig können sich die ausgelaugten Böden erholen, und Frauen und Kinder, traditionell zuständig für das Sammeln des Brennholzes, können die gewonnene Zeit sinnvoll, etwa zum Schulbesuch, nutzen.

Was so einfach klingt, war in der Entwicklung und Erprobung harte Arbeit. Der technische Projektleiter Philipp Becker erklärt die Schwierigkeiten: „Unsere Biogasanlage ist die erste, die zuverlässig pflanzliche Stoffe verarbeitet – ohne komplizierte Steuerungstechnik! Wir mussten dafür einen neuen Anlagentyp entwickeln und über zwei Jahre praktisch testen, um sicherzugehen, dass unsere Idee auch funktioniert.“ Dabei war es wichtig, für Materialien und Bau die kostengünstigsten Lösungen zu finden: Denn die Anlagen müssen vor Ort bezahlbar sein, damit möglichst viele Haushalte von ihnen profitieren können.

Künftig soll die neue Biogas-Technik zusammen mit der lokalen Partnerorganisation „MAVUNO Project“ in der Region etabliert werden. Dabei könnte ein ganzer Wirtschaftszweig rund um die neue Energie entstehen. Denn lokale Fachkräfte sollen Zubehör und Bauteile fertigen sowie für Bau und Wartung der Anlagen zuständig sein. Erste, dafür notwendige Schulungen wurden bereits erfolgreich abgeschlossen.

Profitieren wird neben der Umwelt auch die Gesundheit der Menschen. Denn anders als Holz verbrennt Biogas, ohne nennenswerte Schadstoffe frei zu setzen. Nach Angaben des Wissenschaftsjournals „Science“ sterben jährlich fast zwei Millionen Menschen an Krankheiten, die von der Ruß geschwängerten Luft in ihren Häusern auslöst wurden.

Mit der Auszeichnung durch das Bundesumweltministerium und den Bundesverband der Deutschen Industrie starten die Ingenieure ohne Grenzen in die nächste Projektphase. Bereits seit Anfang Januar sind Philipp Becker und weitere Mitglieder der Hilfsorganisation wieder in Tansania. In den nächsten Monaten werden sie in Kagera weitere Anlagen bauen und zusätzliche Arbeitskräfte in Bau, Betrieb und Wartung der Anlagen schulen.

Gefördert wird das Projekt BiogaST mit Mitteln der BayWa Stiftung.

Weitere Informationen und Bilder unter Hyperlink-Symbol www.biogast.org und unter Hyperlink-Symbol http://www.iku-innovationspreis.de/ .

Ingenieure ohne Grenzen gewinnt IKU

Schwarz auf weiß: Das Projekt BiogaST von Ingenieure ohne Grenzen gewinnt den Innovationspreis für Klima und Umwelt

Gordon Appel mit Bundesumweltminister Röttgen und BDI-Hauptgeschäftsführer Dr. Markus Kerber

Gordon Appel (Leiter Kompetenzgruppe Erneuerbare Energie) mit Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen und BDI-Hauptgeschäftsführer Dr. Markus Kerber

Gordon Appel bei seiner Dankesrede

Gordon Appel bei seiner Dankesrede