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Pressemitteilung "Ein etwas anderer Unterricht"

Ingenieure ohne Grenzen e.V. bietet nachhaltigen Lehrunterricht für Schülerinnen und Schüler

Bildung und Nachhaltigkeit sind heute weit verbreitete Schlagwörter. Dabei spielt die Bildung eine wichtige Rolle bei der Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung. Die Hilfsorganisation Ingenieure ohne Grenzen e.V. knüpft an diesem Punkt mit einem Projekt an Aachener Schulen an. Im Jahr 2010 gründete die Regionalgruppe Aachen eine  Arbeitsgruppe (AG) Bildung, die aus der Organisation von Vortragsreihen hervorgegangen ist. Hier referieren verschiedene Experten zu den Schwerpunkthemen des Vereins, wie zum Beispiel zu Erneuerbaren Energien oder Wasser. Es entstand dabei die Idee, ein Lehrprojekt an Schulen umzusetzen. Anreiz bietet „der Versuch, die Idee der Nachhaltigkeit in die Köpfe der Kinder zu bringen“, sagt Eva Kreysing, Mitglied der AG Bildung.

Im Zeitraum eines Schulhalbjahres wird derzeit ein Programm für Schülerinnen und Schüler der siebten und achten Klasse im Kaiser-Karls-Gymnasium angeboten. Die Themen: Erneuerbare Energien, Nachhaltigkeit, Solarenergie, Windenergie, Biomasse und -gas sowie Wasseraufbereitung stehen im Mittelpunkt. Die Teilnehmer erarbeiten die Inhalte selbstständig in Gruppen, sodass Theorie und Praxis nicht zu kurz kommen. „Der spielerische Umgang mit den Themen soll vor allem Spaß machen!“, betont Kreysing. Die Referenten informieren die Kinder darüber hinaus über die technischen Anwendungsmöglichkeiten in Entwicklungsländern, wie beispielsweise über einen Solarkocher. Mithilfe einer Solarschüssel wird Sonnenwärme gebündelt, um Wasser und Speisen zu erhitzen. „Beim Experimentieren entsteht dabei auch mal ein leckerer Pudding“, erzählt Kreysing. Selbstforschend lernen die Schüler, wie man Sonne, Wind und Wasser zur Energieerzeugung nutzen kann, indem eigene kleine Kraftwerke gebaut werden. Christina Winterscheid, Leiterin der AG Bildung, betont, „dass die Kinder sowohl für die Probleme, als auch für die Lösungen in Entwicklungs- und Schwellenländern sensibilisiert werden müssen. Dabei geht es nicht nur um die Technik, sondern auch um die sozialen Gegebenheiten und Missstände.“

Die Bildungsgruppe besteht aus Studierenden der RWTH und FH Aachen, unter anderem aus den Bereichen Maschinenbau und Physik, die sich teils schon seit einigen Jahren bei Ingenieure ohne Grenzen engagieren. Die Entwicklungsthemen und -technologien spannen dabei bewusst einen Bogen zu den Projekten der Ingenieure ohne Grenzen. „Ich glaube, dass die Kinder selbst Lust entwickeln, an Projekten zu arbeiten“, so Winterscheid. Und Kreysing fügt hinzu: „Wir hoffen, dass der Gedanke der Nachhaltigkeit von den Kindern weiter getragen wird und dieser Aspekt im fächerübergreifenden Unterricht etabliert wird.“ Besonders positiv ist auch die Zusammenarbeit mit der Schule. „Bei den Vorbereitungen auf den Unterricht bekommen wir viel Unterstützung von den Ansprechpartnern“, betont Winterscheid. Weitere Projekte an anderen Schulen und Schulformen sind deshalb in Planung.

Die gemeinnützige Hilfsorganisation Ingenieure ohne Grenzen e. V. wurde 2003 von neun Ingenieuren und einem Volkswirt in Marburg gegründet, die Geschäftsstelle ist in Berlin. Hauptaufgabe ist die Planung und Durchführung von technischen Entwicklungsprojekten. Im Laufe der letzten Jahre entstanden so 26 Regionalgruppen in ganz Deutschland mit derzeit über 1.300 Fördermitgliedern. Wie vergleichbare Organisationen in zahlreichen Ländern ist der Verein Mitglied im Netzwerk von Engineers without Borders International.

Die Arbeitsgruppe Bildung der Regionalgruppe Aachen sucht noch aktive Mithelfer. Wer gerne ingenieurwissenschaftliche Themen für Schülerinnen und Schüler aufbereiten und vermitteln möchte, der kann sich an Christina Winterscheid, Leiterin der AG Bildung, unter Hyperlink-Symbol christina.winterscheid@rwth-aachen.de wenden. Auch Nicht-Ingenieure sind herzlich willkommen!

Weitere Informationen:
Hyperlink-Symbol http://www.ingenieure-ohne-grenzen.org/Aachen

Text: Izabella Leszczynski