Home / Aktuelles / Projekt "Carbonization as Sanitation" geht in die Erprobungsphase

Pressemitteilung: Ingenieure ohne Grenzen und TU Berlin erforschen Sanitärversorgung zur Verbesserung der Bodenqualität in Entwicklungsländern

Neben der schlechten Wasser- und Energieversorgung im ländlichen Tansania, um die sich Ingenieure ohne Grenzen bereits in verschiedenen Projekten kümmert, stellen die sich kontinuierlich verschlechternde Bodenqualität und eine mangelnde sanitäre Versorgung Probleme für die in Subsistenzwirtschaft lebende Bevölkerung in der Region Kagera dar.

Die Berliner Ingenieure ohne Grenzen starten daher im Juni 2011 die zweite Phase des Projekts Carbonization as Sanitation „CaSa“ .

In der ersten Projektphase (Feb. 2010 – Jan. 2011) wurde zusammen mit der Technischen Universität Berlin eine Machbarkeitsstudie durchgeführt. Dabei wurde ein neuer Ansatz nachhaltiger Sanitärversorgung entwickelt, der den Einsatz von Trenntoiletten und die Carbonisierung der festen Ausscheidungen zur Hygienisierung beinhaltet. Krankheitserreger werden so abgetötet, und die medizinisch unbedenkliche Rückführung der enthaltenen Nähr- und Kohlenstoffe in die Landwirtschaft wird möglich. Die Prozessenergie für das Verfahren soll durch eine Biogasanlage bereitgestellt werden, die Ingenieure ohne Grenzen bereits in einem früheren Projekt für Kagera entwickelt hat.

Nach erfolgreichem Abschluss der Machbarkeitsbetrachtungen wurde im April dieses Jahres mit den Planungen zur Technik- und Konzepterprobung des Projektes begonnen. In einem Gewächshaus in Berlin wird zurzeit eine Pilotanlage gebaut, die von Juli bis September im Testbetrieb erprobt werden soll. Ziel ist dabei u.a. die Entwicklung einer an die Bedingungen in Kagera angepassten Low-Tech-Carbonisierungsanlage.

Ein weiterer Fokus liegt auch auf der Analyse der ökologischen Wirkungen, die in Zusammenarbeit mit dem Fachgebiet Bodenkunde unter Leitung von Prof. Kaupenjohann an der TU Berlin durchgeführt wird. Durch die praktischen Versuche zur Systemintegration sollen außerdem mögliche Stoffstromführungen untersucht werden. So ist z.B. neben der direkten Kompostierung der Produkte aus der Carbonisierungsanlage zusammen mit den Restsubstraten der Biogasanlage auch die Einbringung der behandelten Fäzes in die Biogasanlage zur weiteren Energiegewinnung denkbar.

Nach einer erfolgreichen Testphase in Berlin und abgeschlossenen Nachuntersuchungen soll anschließend (voraussichtlich 2012) die Umsetzung des Konzeptes für die sanitäre Versorgung einer Mädchenschule erfolgen, die derzeit von unserer Partnerorganisation MAVUNO Project in Chonyonyo, Kagera errichtet wird. Denkbar wäre langfristig auch eine Implementierung des CaSa-Konzeptes auf Gemeinschaftsebene nach dem Prinzip eines genossenschaftlichen Wertstoffhofs.

Der Baufortschritt in Berlin kann in einem Hyperlink-Symbol Blog  verfolgt werden.
Weitere Informationen zum Projekt gibt es auf unserer Hyperlink-Symbol Webseite  und bei der Projektleiterin

Dipl.-Ing. Ariane Krause
Hyperlink-Symbol ariane.krause@ingenieure-ohne-grenzen.org