Montag 28-03-2011
Erstaunlich gut ausgeruht nach der durchschaukelten Nacht kamen wir in Nairobi an. Josephine, Daniels Schwester, holte uns vom Bahnhof ab und lud uns in ihre Wohnung ein. Dort verwöhnte sie uns mit einem tollen Mittagessen.
Nachmittags besuchten wir gemeinsam das GIZ (frühere GTZ)- Büro im Wasserministerium. Wir sprachen über das Projekt und zukünftige Kooperationen, besonders in der Küstenregion.
Abends ging es dann ab in den Flieger nach Dubai und von da aus nach fünf Stunden Aufenthalt nach Düsseldorf. In den Abschied floss auch Vorfreude auf Zuhause mit ein.
Sonntag 27-03.2011
Am letzten Tag ging es noch einmal geschäftlich zu. Die Abrechnungen gingen vonstatten und auch die nachfolgenden Arbeiten wurden festgelegt und verteilt. So wurden letzte Finishing-Arbeiten mit Daniel vereinbart, wie zum Beispiel die Errichtung des Zauns und die Reinigung der Fliesen von Zementresten.
Mit Teacher George hatten wir vereinbart, dass er noch weitere Anschaffungen für die Young Farmers in unserer Abwesenheit machen kann. Wir hatten uns vorher auf eine Liste von Dingen geeinigt und auch Preise dafür überprüft.
Auch mit Christina besprachen wir was noch zu erledigen ist. Sie wird für uns die Arbeiten überprüfen und die Belege bei ihrer Rückkehr Mitte April mitbringen.
Die Gespräche gingen bis in den späten Nachmittag und so mussten wir uns sputen um noch unseren Zug zu bekommen. Der altmodische Zug würde uns in 16 Stunden im Schlafwagen quer durchs Land nach Nairobi bringen.
Samstag 26-03-2011
Heute verbrachten wir den Tag mit vielen kleinen Arbeiten. Letzte Ecken streichen, Verunreinigungen entfernen, aufräumen usw. Gegen Nachmittag beendeten wir die Arbeit. Als Belohnung für die letzten, arbeitsintensiven Tage machten wir abends eine Bootstour auf dem Kongo River. Diese wurde von Ali, einem Bekannten von uns, organisiert. Nach dem Stress und Lärm der Baustelle war die Stille, die auf dem Fluss herrschte, ein wahrer Segen. Nach ca. einer Stunde besuchten wir noch das Dorf, aus dem Ali stammt und machten uns danach auf den Weg zu Christina.
Dort hatte uns Allan zu traditionellem kenianischen Essen an unserem letzten Abend in Ukunda eingeladen. Es gab Kokosreis, ein Linsengericht und Kassawa, eine gekochte Wurzel. Das Essen war sehr, sehr lecker. Wir mussten allerdings schon wieder gegen zehn Uhr aufbrechen, da Verena Matze zum Flughafen nach Mombasa bringen wollte, dessen Flug um 3 Uhr nachts ging.
Freitag 25-03-2011
Den Freitag verbrachte Verena fast vollständig in Mombasa. Ganz schön lange, wenn man bedenkt, dass eigentlich nur ein paar DIN A3 Poster gedruckt, sowie die 4 Deckel der Tanks reklamiert werden sollte. Geplant war zunächst, um zwölf Uhr wieder zurück zu sein. Zunächst ging es zu Toptank. Der Verkäufer hörte sich das Problem an, entschuldigte sich, dass die falschen Deckel geliefert wurden und sagte ein Umtausch gegen eine kleinere Version sei kein Problem. So weit so gut. Also ab zum Lager. Dort stellte sich aber heraus, dass es keine kleinere Version gibt. Was also tun? Man versucht uns zu überzeugen, dass die Deckel doch gut seien. Als wir eine Demonstration forderten, dass die Deckel passten, mussten sie aber zugeben, dass die Deckel fehlerhaft produziert waren. Wir einigten uns darauf, dass Toptank jemanden schickt, der die Deckel anpasst. Das war also erledigt, wir liegen gut in der Zeit und werden es wohl pünktlich bis Mittag schaffen. Denkste! Wir hatten nämlich nicht damit gerechnet, wie schwer es sein kann, ein paar Poster zu drucken und zu laminieren. Nach ca. 5 Stunden und unzähligen Kilometern in den Beinen hielten wir endlich die Poster in der Hand.
Auf der Baustelle wurde die Sickergrube verfüllt und viele kleine Arbeiten erledigt. Nachmittags kam der Mann von Toptank und das Problem mit den Deckeln konnte relativ schnell behoben werden. Außerdem wurden die Regenrinnen befestigt, die das Regenwasser in die Handwaschtanks leiten, womit der Klempner seine Arbeit abschließen konnte, und auch die Entnahmestellen für die Jerry Cans wurden angelegt.
Donnerstag 24-03-2011
Obwohl die offizielle Eröffnungsfeier schon stattgefunden hatte, waren die Arbeiten noch nicht ganz abgeschlossen. Es standen noch eine Reihe kleinerer Arbeiten an, die sich in Summe aber doch als ganz schöner Berg erwiesen. So konnten endlich die fehlenden Fliesen in den Kabinen angebracht werden, da diese aufgrund von Stromausfällen vorher nicht geschnitten werden konnten. Allerlei Kleinigkeiten, wie Toilettenpapierhalter und Türschlösser folgen.
Zudem sollten auch endlich die Deckel auf den Tanks montiert werden. Dabei zeigte sich aber, dass die gelieferten Deckel nicht auf die Tanks passten, sondern der Durchmesser um einen Inch zu groß war. Daher sollte Verena am nächsten Tag nach Mombasa fahren, um die Deckel bei Toptank zu reklamieren.
Stefan hatte heute einen Termin bei der „Mekaela“ Schule. Diese hat 1200 Schüler und ist somit die größte in ganz Ukunda. Der Gründer möchte das Sanitärkonzept der Schule überarbeiten und hat unter anderem großes Interesse an der Trenntoilettentechnologie.
Mittwoch 23-03-2011
Mittwoch war der große „Opening Day“, an dem unsere Anlage feierlich eröffnet wurde. Dazu hatten wir neben den Schülern und Lehrern auch die Eltern, Freunde sowie Vertreter wichtiger Institutionen eingeladen. Bei den letzten Vorbereitungen bekamen wir unerwartete Hilfe. Nachdem wir befürchteten, nicht rechtzeitig fertig zu werden, kamen zahlreiche Schüler und fragten, ob sie helfen können. Mit ihrer Hilfe gelang es dann doch, pünktlich um 9 Uhr zu beginnen.
Die Feier war eine bunte Mischung aus Reden verschiedener Personen, Unterhaltungsprogramm durch die verschiedenen Klassen der Schule sowie musikalischer Unterstützung von Boberi, einem unserer Arbeiter. So wurde also den gesamten Vormittag gesungen, getanzt, gelacht und gefeiert.
Einen ganz besonderen Moment erlebten wir, als wir von der Schule für unseren Einsatz geehrt wurden. Sowohl Allan Mayela, der Schulleiter, als auch Christina Missong bedankten sich persönlich für unser Engagement und dafür, was hier in Ukunda geschaffen wird. Als Dankeschön überreichten sie uns zwei geschnitzte Massai-Statuen. Dieser Dank gilt aber nicht nur uns, sondern muss an die Kenia-Gruppe und alle Mitglieder der Ingenieure ohne Grenzen in Aachen weitergegeben werden.
Den krönenden Abschluss bildete die feierliche Eröffnung der Anlage durch die Direktorin der „Kwale Girls Secondary School“. In ihrer Rede betonte sie das große Potenzial, das die Technologie für die Küstenregion besitzt und dass sie überlegt, ihre Schüler an die Darad Academy zu schicken, damit sie dort lernen können.
Am Nachmittag wurde entspannt. Es tat gut, nach dem Stress der vergangenen Tage nur noch ein paar Kleinigkeiten erledigen zu müssen und endlich mal für ein paar Stunden abschalten zu können.
Montag 21-03-2011 und Dienstag 22-03-2011
Das Gebäude nimmt nun langsam seine endgültige Gestalt. Überall kommt Farbe hin, ob die Ecobricks, die mit einer Red Oxide- Zement-Mischung gestrichen werden, die verputzten Flächen, die eine Schicht White Wash bekommen, oder die Türen, die blau lackiert werden.
Währenddessen findet Fliese für Fliese ihren Platz auf dem Boden und werden Fliesen in 10cm breite Streifen geschnitten und als Besenkante angebracht. Nach der ersten Trocknung werden dann die Fugen mit weißem Zement ausgefüllt.
Auch die Urinale werden nun an der Wand montiert und ans Rohrleitungssystem angeschlossen.
Mit der Hilfe aller anderen Volontäre konnten wir die Lackierung aller blauen Kabinentüren und der schwarzen Kammertüren fertigstellen.
Auch die Podeste der Tanks mit ihren Neigungen konnten fertig gestellt werden und auch die Tanks darauf installiert werden.
Hinter dem Gebäude wird die Sickergrube mit verschiedenen Lagen aus Schotter und Sand verfüllt.
Parallel dazu arbeiteten wir an einem Plakat zur Benutzung der Toiletten.
Abends kam Wycliffe an, der uns beim Opening Day unterstützen wird.
Sonntag 20-03-2011
Die Zeit hängt uns im Nacken und um vor dem Opening Day am Mittwoch fertig zu werden, arbeiten wir auch heute am Sonntag weiter. Weiteres White Wash wurde aufgebracht und wir begannen mit der ersten Lackierung der Türen in Blau. Wieder ging es bis zum späten Nachmittag.
An diesem Wochenende fand an der Schule mit ein paar Klassen ein „Camp“ statt, in dem die Schüler etwas Nachhilfe vor den anstehenden Examen bekamen, die immer abwechselnd zu Gesang, Tanz, Spielen und Sport auftrat. Durch die musikalische Begleitung und die gute Stimmung auf dem Gelände ging die Arbeit leichter von der Hand. Dennoch waren wir abends platt und ein wenig von den Lackdämpfen benebelt. Wir sehnten uns nach etwas Freizeit.
Zumindest fanden wir abends die Zeit einen Spaziergang zum Strand zu machen und den Aufgang des Vollmondes zu sehen.
Samstag 19-03-2011
Nun begannen langsam die letzten Ausbauarbeiten. Der White Wash Anstrich ging weiter und die ersten Fliesen wurden in die behindertengerechte Toilette und in dem Raum mit den Urinalen verlegt. Ebenfalls modellierten unsere Maurer um die Squatting Pans Trittflächen aus Beton. Unterdessen ging es am Dach für den Mädchenkomplex weiter.
Unserem Constructor Daniel ging es seit einigen Tagen nicht besonders gut. Ein Test am Morgen zeigte, dass er unter Malaria litt. Da war er nicht der Einzige, denn um uns herum häuften sich die Fälle. Auch wir fühlten uns nicht gut. Der Schlafmangel und tägliche Stress schien aber der Auslöser, denn ein spontaner Malaria-Test erwies sich als negativ.
Nach dem Feierabend der Arbeiter um eins, legten wir dann nochmal selber ordentlich Hand an. Da bis zum Opening Day alles fertig werden musste, strichen wir selber mit White Wash bis es dunkel wurde.
Freitag 18-03-2011
Stefan:
Frühmorgens fuhr ich nach Likoni, um am Opening Day der „Active Youth“ teilzunehmen. „Active Youth“ ist eine Organisation, die mit Jugendlichen aus den umliegenden Dörfern Likonis Landwirtschaftsprojekte betreibt. So bauen sie Gewächshäuser, ziehen Setzlinge, installieren Bewässerungssysteme und ähnliches. Durch unsere Kooperation mit dem dortigen Landwirtschaftsministerium kamen wir in Kontakt. Auch während unserer Expedition mit den „Young Farmers“ der Schule waren sie Teil des Programms.
Angekommen am Opening Day bot man mir spontan einen Platz an, um unser Projekt und die Idee der Trenntoilette zu präsentieren. Ich sprach mit vielen Interessenten und einige sagten ihre Teilnahme an unserem Opening Day in der darauffolgenden Woche zu.
Anschließend fuhr ich noch mit Billy vom Landwirtschaftsministerium landeinwärts, denn eine mit dem Ministerium kooperierende Schule hatte auch Interesse an den Trenntoiletten angemeldet. Die Besichtigung ergab, dass die vorhandenen Latrinen in einem schlechten Zustand und in zu geringer Anzahl vorhanden sind. Zusätzlich gibt es ein großes Wasserproblem und Probleme die Schüler in der Schule zu ernähren.
Verena:
Auf der Baustelle wurde währenddessen am Dach des Jungenkomplexes gearbeitet, am Mädchenkomplex wurde weiter verputzt und Fenstersteine eingesetzt. Gleichzeitig begann der Anstrich White Wash der verputzten Flächen. Die Eco Bricks erhielten eine Behandlung mit einer Mischung aus Red Oxide und Zement, die die Steine gegenüber Wasser unempfindlicher machen soll. Neben all den praktischen Arbeiten musste weiter Material bestellt werden, Einladungen überreicht und die Abrechnung möglichst aktuell gehalten werden.
Bei einem zweiten Mädchentreffen wurde dann praktisch vorgeführt wie Binden und Tampons funktionieren und besonders wie sie richtig in Mülleimer entsorgt werden. Ein passende Mülleimer wurde auch gewählt.
