Unterstützung eines Schulkomplexes in Ladakh, Indien
Das Projekt bezieht sich auf die Trinkwasser- und Wasserversorgung eines Schulcampus bei Leh, liegend in der Provinz Ladakh im Bundesstaat Jammu/Kaschmir in Indien.
Ziel des Projekts ist zunächst die Aufstellung eines Wassermanagementplans, um einer möglichen Wasserknappheit entgegen zu wirken.
Aufgrund sinkender Niederschlagsmengen und einer fortschreitenden Klimaerwärmung, die zum immer schnelleren Abschmelzen der Gletscher führt, droht in naher Zukunft ein Mangel an verfügbarem Trinkwasser. Das Problem wird dadurch verstärkt, dass vor allem im Sommer immer mehr Menschen auf dem Campus leben. Deswegen ist es notwendig, sowohl Möglichkeiten zur Wassereinsparung ausfindig zu machen, als auch nach alternativen Wasserquellen zu suchen. Zur Zeit wird auch die Landwirtschaft mit dem Gletscherwasser, welches annähernd Trinkwasserqualität besitzt, versorgt - hier bietet sich die Möglichkeit, über eine Leitung Wasser aus dem tiefer liegenden Indus zu fördern und dadurch Gletscherwasser einzusparen. Zusätzlich sollen Möglichkeiten gesucht werden, mit denen die Campus-Bewohner das Wasser effizienter nutzen können.
Zunächst versuchen wir möglichst viele Informationen zum aktuellen Wasserverbrauch zu sammeln, zum Beispiel durch Installation von Wasseruhren an den Pumpen. Das Ziel ist es, einen Wassermanagement-Plan aufzustellen, der alle Maßnahmen zur alternativen Wassergewinnung und Wassereinsparung zusammenfasst und die zukünftige Wasserversorgung sicherstellen soll.
Ladakh ist die nördlichste Region in Indien und liegt im Himalaja an der Grenze zu Pakistan und Tibet. Das ehemalige buddhistische Königreich hat ungefähr die Größe von Bayern und ist nur zu 0,4 Prozent bewohnt. Sprache und Kultur des Landes wurden maßgeblich durch tibetische Einflüsse geprägt. Die ungefähr 200.000 Einwohner siedeln hauptsächlich in den Flusstälern des Indus und seinen Zuläufen. In Leh, der Hauptstadt Ladakhs, leben ca. 25.000 Einwohner, Tendenz steigend. Die Region liegt auf einer Hochebene in einer Höhe von durchschnittlich 3500 Metern und zeichnet sich durch ein arides Klima mit sehr seltenen, dafür aber heftigen Niederschlägen aus. Insgesamt geht die durchschnittliche Niederschlagsmenge in den letzten Jahren aber stetig zurück. Die Wasserversorgung erfolgt hauptsächlich über Schmelzwasser aus den Gletschern. Im Sommer ist Leh ein beliebter Ausgangspunkt für Touristen, die im Himalaja Bergtouren unternehmen. Dagegen herrschen im Winterhalbjahr von Oktober bis April Temperaturen von weit unter Null Grad und die Region ist für Touristen unzugänglich. Neben dem seit einigen Jahren wachsenden Tourismus lebt die Bevölkerung Ladakhs hauptsächlich von der Landwirtschaft. Durch die zunehmende Öffnung für westliche Einflüsse lösen sich in dem ehemals abgeschotteten Land die sozialen und kulturellen Traditionen immer mehr auf. Es ist noch nicht abzusehen, in welche Richtung sich das Land entwickeln wird.
Das Mahabodhi Meditation Center (MIMC) liegt zehn Kilometer von der Hauptstadt Leh entfernt in einem abgeschiedenen Tal. Es handelt sich um einen Schulkomplex, der 1992 von Bhante Sanghasena, einem buddhistischen Mönch, gegründet wurde. Hier wird sowohl Kindern aus weit entfernt liegenden Dörfern, als auch Schülern aus den umliegenden Ortschaften ein Schulbesuch ermöglicht. Zurzeit werden auf diesem Campus 430 Schulkinder bis zur 10. Klasse unterrichtet. Hinzu kommen Lehrkräfte und Verwaltungsangestellte. Mit dem Hospital, dem Altenheim, der Blindenschule und Gästen kann man von ca. 600 Menschen ausgehen, die sich zeitgleich im Campus aufhalten.
Die Wasserversorgung erfolgt über Pumpen, die Wasser aus einem unterirdischen Gletscherabfluss aus einer Tiefe von ca. 30 Metern fördern. Der größte Teil des gehobenen Wassers wird für den Gemüseanbau und andere landwirtschaftliche Zwecke verbraucht. Zurzeit wird nicht zwischen Trinkwasser und Brauchwasser für andere Zwecke unterschieden.
Problemstellung:
Bei Besuchen des
projektverantwortlichen Ingenieurs
Allerdings besteht daneben noch das Problem eines Wassermangels für den Schulcampus in dieser trockenen Hochwüste, da in den letzten Jahren ein Rückgang der durchschnittlichen Niederschlagsmengen zu verzeichnen ist.
Verstärkt wird dieses Problem noch durch die Zerstörung eines Trinkwasser-Brunnens bei einer außergewöhnlichen Flut im Jahr 2010.
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