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Für die Presse: Wasser für Simbabwe

Für die Presse: Wasser für Simbabwe

Am 02.08.2011 kehrten die Hannoveraner Ingenieur/innen Yvonne Schneider und Christian Koll nach dreiwöchiger Erkundungsreise aus dem südafrikanischen Simbabwe zurück...

 
 

Ingenieur/innen ohne Grenzen aus Hannover sorgen für Wasser im ländlichen Simbabwe

 

Am 02.08.2011 kehrten die Hannoveraner Ingenieur/innen Yvonne Schneider und Christian Koll nach dreiwöchiger Erkundungsreise aus dem südafrikanischen Simbabwe zurück. Vor Ort machten sie sich selbst ein Bild von der Wasserversorgungslage in den ländlichen Orten Chegato und Danga. Das Ziel war es, die wichtigsten Probleme zu identifizieren und gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln. Die Reise bildet damit den ersten Schritt eines langfristigen Projektes, mit dem die Hilfsorganisation Ingenieure ohne Grenzen e.V. zusammen mit den Gemeinden des ehemaligen Kirchenkreises Hannover-Linden die Wasserversorgung in den simbabwischen Partnergemeinden verbessern möchte

Die Gemeinden Chegato und Danga liegen ca. 160 km südlich von Bulawayo, der nächstgelegenen Großstadt im südlichen Teil Simbabwes. Das trockene Gebiet ist geprägt von spärlicher Besiedlung, wenig Landwirtschaft und schwacher Infrastruktur.

Gemeinsam mit Mitgliedern der ev.-luth. Partnerschaftsgruppe Hannover-Linden- Chegato/Danga nahmen die Hannoveraner Ingenieur/innen ohne Grenzen die Wasserversorgung der High School (Internat für 900 Schüler) sowie die Bewässerung gemeinschaftlich verwalteter Gemüsegärten in Chegato genauer unter die Lupe und ließen sich in Danga die aktuelle Wasserversorgung sowie die Überreste eines stillgelegten Versorgungssystems zeigen. In allen Fällen existiert kein (ständiger) Anschluss an eine öffentliche Wasserversorgung. Die Stromversorgung ist insbesondere während der Regenzeit unzuverlässig und durch das Stromnetz sind in der Regel nur größere Dörfer, nicht aber abgelege Stellen außerhalb der Ansiedlungen erschlossen. Daher können elektrische Pumpen zur Wasserförderung nicht überall genutzt werden. Die fehlende Infrastruktur bedingt Wasser wird daher nach wie vor in erster Linie auf den Köpfen der Frauen transportiert, die es am Staudamm schöpfen und zu den Feldern oder in die Dörfer tragen.

Die Bestandsaufnahme und viele Gespräche mit den Menschen vor Ort ergaben, dass insbesondere in Danga der Wasserbedarf der wachsenden Bevölkerung und des expandierenden Gewerbes nicht durch die wenigen vorhandenen Bohrlöcher gedeckt werden kann, so dass eine Wiederinbetriebnahme und Erweiterung des stillgelegten Systems zur Nutzung von Wasser aus einem nahegelegenen Damm dringend nötig erscheint. Auf dem Gelände der Chegato High School dagegen wird der Fokus zunächst auf der Sanierung des Leitungssystems und der Verbesserung der Wasseraufbereitung liegen, um wieder sicheres Wasser in ausreichender Menge für Schüler und Lehrer zur Verfügung zu stellen. Für die Gärten ist dagegen die Schaffung eines Wassertransportsystems von Bedeutung, um die Bewässerung aus dem Staudamm im Tal zu erleichtern.

In den nächsten Monaten müssen nun in Abstimmung mit den Partnern in Simbabwe genaue Projektskizzen erarbeitet und die Finanzierung der Projekte gesichert werden.

 
 

Von ihren Erfahrungen in Simbabwe und den weiteren Planungen werden Yvonne Schneider und Christian Koll im Rahmen einer Vortragsreihe des VDI (27. Oktober 2011, 18:30; FH Hannover, Neubau, Ricklinger Stadtweg 118, Raum 100)  berichten.