Projekt in der Erkundungsphase: Wasserversorgung in Chegato, Simbabwe
Bereits seit 20 Jahren pflegt die Evangelisch-lutherische Partnerschaftsgruppe Hannover-Simbabwe den Kontakt zur Partnergemeinde Chegato in Simbabwe. Nach den politischen und wirtschaftlichen Wirren der letzten Jahre sind die Menschen dort mehr denn je auf Selbstversorgung angewiesen, insbesondere mit dem raren Gut Wasser. Auch den Einwohnern des Gemeindekreises Chegato im Bezirk Midlands, der 160 Km südlich der nächsten Großstadt Bulawayo liegt, fällt die Versorgung mit Wasser sehr schwer. Diese Situation soll in einem neuen Projekt verbessert werden.
Durch die Zusammenarbeit im Rahmen der kirchlichen Partnerschaft Hannover-Chegato konnten neben dem Kennenlernen des jeweils anderen Kulturkreises, dem Entdecken des gemeinsamen Glaubens und vielen persönlichen Kontakten auch vielfältige Verbesserungen vor Ort erreicht werden. Zu den bisherigen Projekten zählen unter anderem der Bau eines Gäste-/Lehrerhauses, einer Maismühle, eines Staudamms, einer Geflügelfarm sowie einer neuen Kapelle. Daneben wird aus Spenden das Schulgeld für zahlreiche AIDS-Waisen übernommen, denen so ein Zugang zu Schulbildung und eine sichere Unterkunft ermöglicht werden.
Das Gebiet ist sehr trocken und geprägt von spärlicher Besiedlung und wenig Landwirtschaft. Die Gemeindeeinrichtungen sowie die Schulen bilden den Kern des sozialen Lebens in dieser Region. Infrastruktur zur Gewinnung, Aufbereitung, Speicherung und zum Transport von Trink-/Brauchwasser ist nicht vorhanden. Das Wasser muss in Eimern von Frauen und Kindern zu Fuß aus entfernt liegenden Stauseen zu den Schulen, Siedlungen und Feldern transportiert werden. Abkochen bildet derzeit den einzigen Aufbereitungsschritt.
Vertreter aus Chegato hatten bereits einzelne Brennpunkte mit besonderen Wasserversorgungsproblemen ausgemacht. Für die Planung eines konkreten Projekts waren zwei Ingenieur/innen der Regionalgruppe Hannover im Juli 2011 auf einer dreiwöchigen Erkundungsreise in dem Gebiet unterwegs, um einen detaillierten Einblick in die Situation vor Ort bekommen zu können(siehe weiter unten). Für die Schwerpunkte Wasserversorgung der Schulen, Trinkwasserspeicherung in der Nähe öffentlicher Einrichtungen sowie Bewässerung von Feldern sollten Fragen des Bedarfs, der Wasserressourcen sowie der Möglichkeiten angepasster technischer Lösungen geklärt werden.
In einer zweiten Phase soll dann die konkrete Entwicklung einer oder mehrerer Maßnahmen durch die Bevölkerung vor Ort mit Unterstützung der Ingenieure ohne Grenzen und der evangelisch-lutherischen Partnerschaftsinitiative in den nächsten zwei Jahren umgesetzt werden.
Spendenstichwort: ZWE-IOG01
Ingenieure ohne Grenzen e.V.
Sparkasse Marburg Biedenkopf
BLZ 53350000
Konto 1030333337
DREIWÖCHIGE ERKUNDUNGSREISE:
Gemeinsam mit Mitgliedern der ev.-luth. Partnerschaftsgruppe Hannover-Linden- Chegato/Danga nahmen die Hannoveraner Ingenieur/innen ohne Grenzen Yvonne Schneider und Christian Koll nun die Wasserversorgung der High School(Internat für 900 Schüler) sowie die Bewässerung gemeinschaftlich verwalteter Gemüsegärten in Chegato genauer unter die Lupe und ließen sich in Danga die aktuelle Wasserversorgung sowie die Überreste eines stillgelegten Versorgungssystems zeigen.
In allen Fällen existiert kein (ständiger) Anschluss an eine öffentliche Wasserversorgung. Die Stromversorgung ist insbesondere während der Regenzeit unzuverlässig und durch das Stromnetz sind in der Regel nur größere Dörfer, nicht aber abgelege Stellen außerhalb der Ansiedlungen erschlossen. Daher können elektrische Pumpen zur Wasserförderung nicht überall genutzt werden. Durch die fehlende Infrastruktur bedingt wird Wasser daher nach wie vor in erster Linie auf den Köpfen der Frauen, die es am Staudamm schöpfen und zu den Feldern oder in die Dörfer tragen, transportiert.
Die Bestandsaufnahme und viele Gespräche mit den Menschen vor Ort ergaben, dass insbesondere in Danga der Wasserbedarf der wachsenden Bevölkerung und des expandierenden Gewerbes nicht durch die wenigen vorhandenen Bohrlöcher gedeckt werden kann, so dass eine Wiederinbetriebnahme und Erweiterung des stillgelegten Systems zur Nutzung von Wasser aus einem nahegelegenen Damm dringend nötig erscheint. Auf dem Gelände der Chegato High School dagegen wird der Fokus zunächst auf der Sanierung des Leitungssystems und der Verbesserung der Wasseraufbereitung liegen, um wieder sicheres Wasser in ausreichender Menge für Schüler und Lehrer zur Verfügung zu stellen. Für die Gärten ist dagegen die Schaffung eines Wassertransportsystems von Bedeutung, um die Bewässerung aus dem Staudamm im Tal zu erleichtern.
In den nächsten Monaten müssen nun in Abstimmung mit den Partnern in Simbabwe genaue Projektskizzen erarbeitet und die Finanzierung der Projekte gesichert werden.
