Presse
Artikel in "Die Zeit"
Am 5. 9. 2009 ist in der "Zeit" ein Artikel über Ingenieure ohne Grenzen erschienen, in dem auch unser Projekt in Sierra Leone kurz erwähnt wird:
Solar-Computer Magazin
Dr. Ernst Rosendahl, GF der SOLAR-COMPUTER GmbH, im Gespräch mit Dipl.-Ing. Stephan Pröller, Mitarbeiter des Ingenieure ohne Grenzen e. V.
Herr Pröller, Sie sind Mitglied der Regionalgruppe München des Ingenieure ohne Grenzen e. V. Wie kam es zu der Gründung des Vereins und was sind die Ziele?
Ingenieure ohne Grenzen e.V. wurde 2003 von neun Ingenieuren und einem Volkswirt gegründet. Die Initialzündung kam von einem Diplomingenieur, der durch seine berufl iche Arbeit für das Technische Hilfswerk und die Vereinten Nationen zunehmend mit den Problemen anderer Ländern konfrontiert wurde. Unsere Projekte haben immer das Ziel
direkt und nachhaltig den Menschen zu helfen. Dabei sind unsere satzungsgemäßen Aufgaben neben der ingenieurtechnische Hilfeleistungen, auch die Ausbildung und Forschung im Bereich der Entwicklungshilfe und Entwicklungszusammenarbeit. Momentan ist der Verein in rund 15 Regionalgruppen lokal in Deutschland vertreten und zwei Arbeitskreise befassen sich mit speziellen Themen der technischen Entwicklungszusammenarbeit.
Welche wichtigen Projekte wurden in den letzten Jahren durchgeführt?
Der Ingenieure ohne Grenzen e. V. baute mehrere Brücken in Ruanda und Kenia. Die Brücken helfen den Einheimischen, sich mit dem Nötigsten zu versorgen, indem Sie z. B. Marktplätze erreichen können. Auch sind jetzt dort Krankentransporte schneller und besser möglich. Des Weiteren wurden Zisternen in Kenia und Tansania errichtet, wodurch die Bevölkerung mit lebensnotwendigem Wasser auch in der Trockenzeit versorgt werden kann. Die Projektgruppe München half u. a. beim Aufbau einer Solaranlage für eine Klinik in Sierra Leone sowie bei der Auslegung und Steuerung einer Heizung im Sushma Koirala Memorial (SKM) Hospital in Nepal.
Für einige Projekte mussten TGA-Berechnungen durchgeführt werden. Welche SOLAR-COMPUTER-Programme wurden dabei genutzt?
Für das aktuelle Projekt, in dem die Energieversorgung (Wärme und Strom) für das SKM-Hospital in Nepal neu konzipiert wird, werden die SOLAR-COMPUTER Programme zur Energiebedarfsberechnung nach VDI 2067 (Programm W12), sowie das Programm B02 zur U-Wert-Bestimmung der Bauteile genutzt. Wir haben die U-Werte der vor Ort eingesetzten und erhältlichen Materialien ermittelt und auf dieser Basis eine Energiebedarfsberechnung durchgeführt. Wichtig erschien es uns, vor allem auf der Verbraucherseite Einsparungen zu treffen. Ziel war es (und das ist gelungen), die Vorteile einer verbesserten Dämmung der Bauteile aufzuzeigen und die Schwachstellen am momentanen Bauzustand qualitativ zu bewerten.
Ich werde neugierig: Welche interessanten Projekte laufen zur Zeit oder stehen bevor?
Viele Projekte haben auf Grund des begrenzten Budgets eine lange Laufzeit oder werden in mehrere Teilprojekte aufgeteilt; so fi nden ständig Erweiterungen statt. Die aktuellen Projekte und Hintergründe sind auf der Homepage des Vereins (www.ingenieure- ohne-grenzen.org) zu finden. Die Regionalgruppe Freiburg befasst sich z. B. mit einem Projekt, chilenische Sozialwohnungen mit Photovoltaik und Solarthermie auszustatten. In Tansania soll durch den Aufbau von Kleinst- Biogasanlagen der Lebensstandard nachhaltig verbessert werden, indem vor Ort die umweltfreundliche Technologie durch Ausbildung und Schulung näher gebracht wird. Andere installieren in Brasilien solar betriebene Tiefwasserbrunnen und ersetzen somit die bisher verwendete Dieseltechnik durch Photovoltaiksysteme. Wir, die Regionalgruppe München, arbeiten derzeit u. a. an einemProjekt für ein Krankenhaus in Nepal, das von Interplast Germany e. V. gegründet wurde und betrieben wird. Hier entwickeln wir ein komplett neues Energiekonzept inkl. BHKW und solarer Unterstüzung. Auch hier rechnen wir mit SOLAR-COMPUTER-Software.
Noch eine Frage zu den TGA-Berechnungen: Wie gut oder schlecht lassen sich die DIN/EN-Normen oder VDI-Regeln bei den Projekten anwenden?
Die Normen sind gute Anhaltspunkte/ Richtlinien. Wir versuchen, uns möglichst an die Normen zu halten, um den in Deutschland gewohnten Standard bieten zu können. Da wir die Mitarbeiter in den Ländern, in denen unsere Projekte laufen, nach Möglichkeit einbinden wollen, ist dies vor Ort allerdings meist nicht so konkret umsetzbar. Hindernisse sind die lokal vorhandenen Materialien, unzureichendes Know-how der Beteiligten und nicht zuletzt fehlende finanzielle Mittel. Im Programm W12 ist es möglich, Klimadaten einzulesen und damit Gebäude und Anlagen an weltweit verschiedenen Standorten untersuchen und und bilanzieren zu können.
Wie wichtig ist es, die TGA-Programme für die Auslands-Projekte fremdsprachig zu nutzen? Reicht englisch?
Die Projektplanung für unsere Projekte wird hier in Deutschland durchgeführt. Sollten sich die Beteiligten für die Berechnungen interessieren, werden diese von uns erklärt. Somit ist für uns schon die deutsche Version ausreichend. Allerdings arbeiten in unserem Verein auch ausländische Mitglieder mit, denen eine englische Version Erleichterungen bringt. Weitere Übersetzungen sind für uns zur Zeit nicht notwendig.
Sind die „Ingenieure ohne Grenzen“ auch in Deutschland aktiv? Wie kann man den Verein fördern?
Der Ingenieure ohne Grenzen e. V. hat in einigen deutschen Städten Regionalgruppen, in denen die jeweiligen Projekte geplant, die technischen Komponenten ausgelegt und die nötigen Informationen eingeholt werden. Fördern kann man den Verein und seine Arbeit sehr gerne durch Sach- und Geldspenden, auf die wir als gemeinnütziger Verein angewiesen sind. Ebenso ist eine aktive Mitarbeit in einer der Regionalgruppen möglich. Nähere Informationen dazu und auch zu den sonstigen Aktivitäten finden sich unter www.ingenieure-ohne-grenzen.org
Herr Pröller, ich bedanke mich für das freundliche Gespräch und möchte Sie auch weiterhin mit Software für Ihr soziales Engagement unterstützen.
Impressum: SOLAR-COMPUTER magazin ist eine Veröffentlichung der SOLAR-COMPUTER GmbH, Pf. 33 08, D-37023 Göttingen • Copyright © Okt. 2009 by SOLAR-COMPUTER GmbH Redaktion: Dipl.-Phys. Dr. Ernst Rosendahl und Dipl.-Ing. Matthias Braun • Gestaltung: Studio1 Werbeagentur GmbH, Heiligenstadt • Druck: PR-Druckerei GmbH, Göttingen • Aufl age 16.500 Ex. • Verteilung kostenlos
Münchner Wochenanzeiger
Am 7.4.2010 war ein Artikel zur Ankündigung unseres Benefizkonzerts im
Münchner Wochenanzeiger
Ankündigung Benefizkonzert auf muenchenblogger.de
Auch auf
www.muenchenblogger.de
Radiointerview
Am 07.05.2010 war zwischen 12 und 13 Uhr ein kurzes Interview über Ingenieure ohne Grenzen im Bayerischen Rundfunk (BR1) zu hören. Julie Metzdorf interviewte Alex und Benni über ihre Motive in unserem Verein mitzuarbeiten und ihre gemachten Erfahrungen im Sierra Leone Projekt.
Es folgt eine Abschrift des Interviews:
Julie Metzdorf:
Elektrisches Licht und Computerarbeitsplätze, so lautet der Wunsch einer Berufsschule in Kamakwie, einem kleinen Dorf in Sierra Leone. 10000 Menschen leben in dem abgelegenen Ort. Strom gibt es nicht. Doch das soll sich ändern. Die Münchner Gruppe der Ingenieure ohne Grenzen will auf dem Dach der Berufsschule eine Solaranlage installieren. So können die angehen Maurer, Schreiner und Näherinnen, sich auch am Computer weiterbilden und vielleicht sogar später einmal studieren.
Alexander Fiseni:
Wir bekommen Anforderungen gesagt. Anforderung ist wir wollen fünf Laptops und Licht betreiben können und dann legt man erst mal los. Wie viel Sonneneinstrahlung haben wir da unten. Also man sagt jetzt zwei Tage schein die Sonne nicht, ich möchte aber an den zwei Tagen meinen Laptop betreiben, dann braucht man entsprechend große Batterien und diese Dimensionierung das ist schon eine Ingenieursarbeit. Und so eine Anlage die ist auch nicht einfach so aufgebaut. Da ist ein bisschen know-how dahinter, man muss Sicherungen entsprechend abstimmen, dass wenn jemand in die Steckdose fasst, oder eine Leitung frei liegt, das der nicht Tod ist, sondern dass die Sicherung rausfliegt.
Julie Metzdorf:
Als Leiter des Sierra Leone Projektes investiert Alexander Fiseni zur Zeit bis zu zwei Stunden am Tag in die ehrenamtliche Arbeit und zwar neben seinem Hauptberuf. Und Student Benjamin Reuter schreibt parallel gerade seine Diplomarbeit. Trotzdem der Aufwand ist es wert.
Benjamin Reuter:
Es ist ein super Gefühl wenn die Leute dann das Licht anschalten und mit strahlenden Augen einen anschauen und danke sagen.
Alexander Fiseni:
So eine Aufgabe erfüllt einen schon. Wenn man sieht man erreicht was, das erfüllt einen mit Stolz und das bereichert das ganze Leben.
Julie Metzdorf:
Spätestens im November soll die Solaranlage in Sierra Leone laufen. Am wichtigsten ist, dass sie dann dauerhaft funktioniert. Auch ohne die weitere Hilfe der deutschen Ingenieure.
Benjamin Reuter:
Wir wollen eine Workshop mit den Schülern und Lehrern vor Ort machen. Wir wollen erklären wie alles funktioniert, was Strom ist, was eine Solaranlage ist und dann zusammen mit den Leuten die Anlage aufbauen. So dass sie gleichzeitig was lernen wie die Anlage konzipiert ist, was kaputt gehen kann, wie man es reparieren kann und diese ganzen Themen.
Julie Metzdorf:
Die Batterien der Solaranlage müssen nach drei Jahren ersetzt werden. Das Geld dafür soll vor Ort selbst erwirtschaftet werden. Die Dorfbewohner könnten zum Beispiel gegen eine geringe Gebühr ihre Handys, die es in Sierra Leone massenhaft gibt, an der neuen Stromstation laden. Sie könnten die Computer und Drucker nutzen, Lampen aufladen und vielleicht auch irgendwann man im Internet surfen.
Benjamin Reuter:
Wir würden uns natürlich auch wünschen, dass die Schule ein zentraler Punkt wird, wo dann vielleicht auch viele Externe hinkommen um das Licht, oder die Computer zu nutzen. Das es also ein kleines Zentrum zum Austausch von Informationen und Ideen wird.
Julie Metzdorf:
Abgesehen von der technischen Arbeit gibt es für die zwei Dutzend Münchner Ingenieure ohne Grenzen auch noch jede Menge anderes zu tun. Flyer gestalten und verteilen, neue Mitglieder werben, Kontakt zu den Menschen vor Ort halten und vor Allem Geld sammeln. 13000 Euro wird die Solaranlage kosten. Computer und die Solarpanels wurden von Firmen gespendet und zu einem Benefizkonzert in der Glockenbachwerkstatt kamen im April fast 700 Leute. Ein gigantischer Erfolg. Jetzt fehlen nur noch knapp 2000 Euro, aber die kommen sicher auch noch zusammen.
Artikel in der p.a.n.i.k. - Publikation des AStA für Nachrichten, Informationen und Kultur
In der Ausgabe 28 der "
p.a.n.i.k.
Die Ausgabe 28 der p.a.n.i.k. gibt es hier:
jetzt-Magazin der Süddeutschen Zeitung
Am 04.04.2011 war ein langer Artikel im Jatzt Magazin der Süddeutschen Zeitung. Der Artikel befasst ich mit Problemen und Möglichkeiten der Entwicklungszusammenarbeit. Er zeigt die Münchner Regionalgruppe in einer Zeit des Umbruchs vor ca. zwei Jahren, als bei der Vorerkundung unseres Sierra Leone Projektes herausgefunden wurde, dass das Projekt nicht so wie geplant stattfinden kann. Aus den Diskussionen 2009 hat sich dann ein geändertes Projekt ergeben, dass Anfang 2011 erfolgreich in Kamakwie, Sierra Leone umgesetzt wurde.
Zeitungsbericht_Jetzt-Magazin.pdf 194,87 kB
