LED Beleuchtung und Solarwasserpumpen für den Nordosten von Brasilien
Die Regionalgruppe der Ingenieure ohne Grenzen in Regensburg arbeitet seit Jahren erfolgreich mit Pater Johann Schmid von den Herz Jesu Missionaren in Floriano-Piauí, Brasilien zusammen. Seit Beginn ist das Hauptziel des Projekts, armen Kommunitäten im Landesinneren des Nordostens von Brasilien mit Solarwasserbrunnen ein eigenständiges und politisch unabhängiges Leben zu ermöglichen.
Der Nordosten hat durch den Klimawandel eine ca. neun Monate andauernde Trockenzeit. Um das Projekt fortzuführen reisten Tobias Viehauser und Johannes Unsicker im Zeitraum von 27.12.2010 bis 04.02.2010 nach Floriano, um vier Solarwasserbrunnen sowie eine stromsparende LED-Beleuchtung zu installieren. Für beide von uns war dies die erste Reise in ein Entwicklungsland. Wir waren äußerst gespannt, was uns erwarten würde.
Uns fiel sofort auf, dass die Kluft zwischen arm und reich so groß wie in kaum einem anderen Land ist. In vielen der kleinen Kommuntäten im Landesinneren gibt es bis heute noch kein fließendes Wasser. Die Menschen beziehen ihr Trinkwasser aus verschmutzten Brunnen. In letzter Zeit wurden im Bundesstaat Piauí von Bürgermeistern und sonstigen Funktionären vielfach mit Diesel betriebene Brunnen errichtet. Damit die Gemeinschaften Wasser erhalten, sind sie gezwungen die jeweiligen Machtträger zu wählen, da diese das Diesel für die Wasserförderung bezahlen. Eine ständige Abhängigkeit besteht. Die Systeme sind sehr anfällig, sodass die Gemeinschaften oft über längere Zeiträume ohne Trinkwasserversorgung sind. Das geförderte Wasser wird auch für die Bewässerung von Gärten verwendet, daher geht im Falle eines Defekts zusätzlich sämtliches Gemüse ein.
Während unserer Zeit vor Ort, haben wir zwei Pumpen von Diesel auf Solar umgerüstet. Zusätzlich wurden zwei Brunnen komplett neu ausgestattet. Neben den neu errichteten Brunnen werden künftig Gemeinschaftsgärten angelegt. Die dort biologisch angebauten Erzeugnisse können gewinnbringend auf den lokalen Märkten verkauft werden. Um Kosten für Ziegenmist als Dünger einzusparen erbauten wir gemeinsam mit einem Agrartechniker Kompostagen. Kompostieren ist bislang gänzlich unbekannt. Für die Menschen war es schwer vorstellbar, dass aus den Abfällen fruchtbare Erde entstehen wird. Zusätzlich setzten wir mit den Gartenbesitzern eine Brennnesseljauche als natürlichen Dünger an, da wir damit bereits selbst im heimischen Garten sehr gute Erfahrungen gemacht haben.
Durch die neuen wartungsfreien Solarenergiepumpen sind die Menschen unabhängig von politischen Funktionären, die für 20 l Diesel im Monat die Stimmen der Bürger kauften. Besonders entlastend für eine kleine Gemeinschaft im Landesinneren, war der Ausbau eines seit sechs Jahren gebohrten Brunnens. Bis heute ließ die von dem Bürgermeister versprochene Inbetriebnahme auf sich warten. Nun endlich wurde ein Solarbrunnen errichtet, damit kein Wasser mehr von Hand aus dem alten, tiefen und verschmutzten Brunnen gefördert werden muss. Von dem sauberen Wasser profitiert vor allem eine Familie, deren drei Kinder unter Albinismus leiden und deren Haut besondere Pflege benötigt. Des Weiteren wurde mit der Hilfe von INGOG in Floriano im Kolpinghaus eine LED-Beleuchtung installiert, damit auch in den Abendstunden Kurse angeboten werden können. Bildung ist im Nordosten des Landes besonders wichtig – über 40 % der Bevölkerung kann nicht lesen und schreiben.
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