Solarwasserpumpen in Piauí/Brasilien
Solarbrunnen in Betrieb
Ingenieure ohne Grenzen realisiert mit dem Tiroler Pater Hans Schmid im nordost-brasilianischen Bundesstaat Piauí, solarbetriebene Tiefwasserbrunnen. Dabei wird die bisher verwendete Dieseltechnik durch effizientere Photovoltaiksysteme in Verbindung mit speziellen Gleichstrompumpen ersetzt.
Der Nordosten Brasiliens unterscheidet sich extrem vom grünen Süden des Landes: er leidet unter einer extremen Trockenheit während 9 Monaten eines Jahres. Die Regionen im Landesinneren sind nicht am elektrischen Netz angeschlossen, die Flüsse trocknen durch die klimatischen Veränderungen inzwischen immer länger aus. Landwirtschaft kann ohne Wasser nicht betrieben werden und während der kurzen Regenzeit ist meist keine Ernte mehr möglich. Es resultiert eine Landflucht in die großen Städte des Südens bzw. deren Favelas (=Slums). Dort enden die Flüchtlinge (meist Analphabeten) häufig in Drogenkonflikten und Prostitution.
Durch den Einsatz von solarbetriebenen Tiefwasserpumpensystemen kann den ganzen Tag über kontinuierlich Wasser gefördert werden (das Grundwasserreservoir in dieser Gegend ist groß und wird nicht beeinträchtigt durch solch geringe Fördermengen). Für mehrere Familien steht damit weit mehr als nur Trinkwasser zur Verfügung: es können Felder für den kleinlandwirtschaftlichen Betrieb bewässert werden. So kann auch während der Trockenzeit angebaut werden, die Ernte reicht nicht nur zum Eigenverbrauch. Sie kann teilweise auf den Märkten der nächsten Stadt verkauft werden. So ist ein nachhaltiges Einkommen möglich. Mit Dieselsystemen ist eine landwirtschaftliche Bewässerung für die armen Dorfgemeinschaften nicht erschwinglich.
Seit Mai 2008 laufen bereits vier Tiefbrunnen mit Solartechnik und Mitte 2009 wurden weitere 12 Systeme in Betrieb genommen. Diese Anlagen wurden durch private Spenden finanziert und durch einen freiwilligen Techniker projektiert bzw. in Betrieb genommen. Die Akzeptanz für diese neue, nachhaltige Technik war Anfangs nicht groß. Die Vorstellungskraft reichte nicht aus, dass die Sonne ausreichend Kraft hat, um Wasser aus der Tiefe hoch zu pumpen. Nach der nun mehr als einjährigen, erfolgreichen Testphase haben immer mehr Menschen Vertrauen in die Sonnenenergie gewonnen. Leider gibt es dafür in Brasilien keine staatliche Unterstützung und somit auch kaum eine Infrastruktur.
Mit dem Fortführen dieses Projektes fördern die Ingenieure ohne Grenzen die fehlende Infrastruktur für alternative Energiequellen. Es sollen regelmäßig weitere Systeme realisiert werden. Dabei werden bei den Installationen ortsansässige Techniker geschult, die anfallende Wartungsarbeiten leisten können bzw. auch Neuinstallationen machen können. Durch einen zuverlässigen Betrieb von PV Pumpensystemen sollen die hiesigen Entscheidungsträger überzeugt werden, in Zukunft mehr auf erneuerbare, nachhaltige Systeme zu setzen.
Zeigen auch Sie Menschlichkeit und schauen bei uns vorbei!
Durch Ihre Unterstützung ermöglichen Sie den Menschen in Piauí wirkliche Hilfe zur Selbsthilfe. Sehr gerne laden wir Sie zu einem Treffen ein, damit Sie die Wirkung Ihrer Unterstützung erfahren können.
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