Home / Regionalgruppen / Stuttgart / Projekte / Zu- und Ablaufleitung für eine Kläranlage in Kamerun / Zu- und Ablaufleitung für eine Kläranlage in Kamerun / Wasserversorgung DARAD Bildungs- und Sozialzentrum in Ukunda, Kenia

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Kathrin Lichius und Matthias Lichius waren vor Ort in Kenia. Die Erfahrungen sind in untenstehendem Blog dokumentiert. Die Beiträge dazu sind chronologisch sortiert, aktuelle Beiträge erscheinen oben.

   

Seit Anfang September haben wir in der DARAD Montessori Academy alle Zahlen, Daten und Fakten gesammelt, die für den weiteren Projektfortschritt nötig sind. Außerdem haben wir wertvolle Kontakte für die spätere Projektumsetzung vor Ort geknüpft.

Direkt vor Ort werden die genauen Bedürfnisse ermittelt

Direkt vor Ort werden die genauen Bedürfnisse ermittelt

Projektpartner DARAD Montessori Academy

Projektpartner DARAD Montessori Academy

Häufige Wohnsituation in Ukunda

Häufige Wohnsituation in Ukunda

Alle elektrischen Verbraucher der Schule wurden inventarisiert und vermessen

Alle elektrischen Verbraucher der Schule wurden inventarisiert und vermessen

Douglas leitet eine Organisation die Jugendlichen hilft und ist potentieller zukünftiger Projektpartner

Douglas leitet eine Organisation die Jugendlichen hilft und ist potentieller zukünftiger Projektpartner

Technische Details der aktuellen manuellen Pumpe

Technische Details der aktuellen manuellen Pumpe

Bestimmung des Wasserverbrauchs der Schule

Bestimmung des Wasserverbrauchs der Schule

Abgabe einer Wasserprobe zur Analyse im Labor

Abgabe einer Wasserprobe zur Analyse im Labor

Die Kinder in DARAD werden bereits gut unterstützt, weitere Hilfe ist aber auch hier dringend nötig

Die Kinder in DARAD werden bereits gut unterstützt, weitere Hilfe ist aber auch hier dringend nötig

Vergleich der Projektoptionen mittels Nutzwertanalyse

Vergleich der Projektoptionen mittels Nutzwertanalyse

Die Projekte der Ingenieure ohne Grenzen untergliedern sich grundsätzlich in zwei Phasen:

• In der vorgelagerten Erkundung werden alle nötigen Informationen gesammelt und Kontakte geknüpft, um eine Grundlage für das spätere Projekt zu bilden.

• In der späteren Implementierung werden die Projekte vor Ort umgesetzt.

Diese grundsätzliche Vorgehensweise stellt sicher, dass die Projekte der Ingenieure ohne Grenzen an die tatsächlichen Bedürfnisse und Erfordernisse vor Ort angepasst sind.

Seit September haben wir in Ukunda nun die Vorerkundung für unser Projekt durchgeführt und die Wichtigkeit dieses vorgelagerten Schrittes hat sich weiteres Mal bestätigt. Der persönliche Kontakt vor Ort hat in allen Bereichen ein klares Bild ergeben, einige Punkte haben sich vor Ort tatsächlich anders dargestellt, als es in der Beschreibung vorab den Anschein hatte. Wenn wir in Kürze in den Flieger nach Deutschland steigen haben wir eine Menge Informationen im Gepäck und eine Empfehlung zur weiteren Vorgehensweise für ein Projekt der Ingenieure ohne Grenzen an der DARAD Montessori Academy. Der Weg dahin war lang und wir fassen an dieser Stelle nochmal die wichtigsten Schritte zusammen.

Gleich ab dem ersten Tag haben wir ein Protokoll über die Zuverlässigkeit der Stromversorgung erstellt, in dem wir alle Stromausfälle mit Zeitpunkt und Dauer festgehalten haben. Im Rahmen der wenigen Wochen Vorerkundung haben sich viele Angaben aus dem Vorfeld bestätigt: Stromausfälle in Kenia sind häufig (über 15 Stromausfälle in 8 Wochen), sie dauern sehr unterschiedlich lange (5 Minuten bis 7 Stunden) und sie sind sehr von der Regensituation abhängig (Regentage über 10 mal so häufig betroffen wie trockene Tage).

Gleichzeitig haben wir uns die Auswirkungen der Stromausfälle auf die Schule angeschaut. Hier haben wir festgestellt, dass der Schulbetrieb von den Stromausfällen kaum betroffen ist. Aufgrund der Nähe zum Äquator sind die Tag- und Nachtzeiten unabhängig von der Jahreszeit. Die Unterrichtsstunden finden immer bei Tageslicht statt.

Eine Inventarisierung und Vermessung aller elektrischen Verbraucher der Schule war ebenfalls Teil unserer Vorerkundung. Der Computer der Schule ist ein Laptop, für ihn stellen mehr als 80 % der dokumentierten Stromausfälle aufgrund ihrer kurzen Dauer kein Problem dar. Die Einschränkungen des reinen Schulbetriebs betreffen daher in erster Linie den Schulschneider mit seiner elektrischen Nähmaschine.

Wer allerdings von den Stromausfällen sehr wohl betroffen ist sind die Bewohner des Sozialprojekts der Schule, die auf dem gleichen Gelände wohnen. Sie sitzen bei Stromausfall im Dunkeln, ihr gemeinsamer Kühlschrank taut ab. In Summe haben wir in Bezug auf die elektrischen Verbraucher in der Schule und die Stromausfälle also ein sehr klares Bild über Auftreten und Bedeutung erhalten, was wir im weiteren Projektfortschritt berücksichtigen werden.

In den ersten Tagen unserer Erkundung haben wir bereits wichtige Kontakte geknüpft, z.B. zum Elektriker der Schule Derek oder zum Architekten Wilson. Im Laufe der 8-wöchigen Erkundung sind eine ganze Menge weiterer Kontakte hinzugekommen zu potentiellen Lieferanten, anderen Nicht-Regierungs-Organisationen und offiziellen Stellen sowie zu Projektpartnern für mögliche zukünftige Projekte. Diese Kontakte werden eine zentrale Rolle in der weiteren Ausarbeitung spielen, wir haben alle relevanten Kontaktdetails in einer Liste zusammengefasst, die wir gemeinsam mit den Kollegen in Deutschland für das Projekt nutzen werden.

Das Thema Wasserversorgung der Schule stand ebenfalls im Fokus unserer Erkundung. Alle Details der aktuellen Wasserversorgung haben wir dokumentiert, z.B. die Tiefe des Brunnens und Erfahrungen mit der Wasserversorgung seit Inbetriebnahme, die Pumpe wurde vermessen die erforderliche Kraft zum Wasserpumpen bestimmt. Außerdem haben wir den Wassertransport vom Brunnen zu den einzelnen Wasserverbrauchern festgehalten.

Zur Einschätzung des aktuellen Wasserverbrauchs haben wir außerdem über mehrere Tage ein genaues Protokoll der Wassermengen und Abnehmer erstellt. Zusätzlich haben wir alle Vorbereitungen getroffen, damit die Schule im Laufe der nächsten Wochen und Monate noch weitere Messungen in Eigenregie durchführen kann. Dies ermöglicht uns ein detailliertes Bild zu den Wasserverbräuchen bei unterschiedlichen Wetterverhältnissen.

Eine chemische und mikrobiologische Wasseranalyse durch ein professionelles Wasserlabor in Mombasa wurde erstellt, um die Qualität des vorhandenen Grundwassers zu prüfen. Die Untersuchung zeigte, dass das Wasser größtenteils den Spezifikationen für Trinkwasser entspricht, die wenigen verbliebenden Abweichungen lassen sich mit technischen Mitteln aufbereiten. Bereits bei der Auslegung des Pumpensystems lassen sich nun die entsprechenden Vorkehrungen berücksichtigen.

Gegen Ende unserer Erkundung haben wir außerdem noch eine Umfrage unter den Schülern durchgeführt zu ihren privaten Lebensumständen in Bezug auf die Wasser- und Stromversorgung. Auch hier reisen wir also mit genauen Informationen nach Deutschland zurück zum Beispiel über den Anteil der Schüler ohne Strom und / oder fließendes Wasser in ihrem Zuhause.

Mittels Nutzwertanalyse wurden die verschiedenen Projektoptionen mit einander verglichen. Dabei haben wir eng mit der Schulleitung und der Regionalgruppe in Stuttgart zusammengearbeitet um ein abgestimmtes Gesamtbild zu erhalten.

Eine während der Erkundung erarbeitete Projektoption war dabei sich auf die Elektrifizierung der Wasserversorgung mittels regenerativer Energie zu konzentrieren ohne eine komplett eigenständige Energieversorgung der Schule zu erstellen. Eine Option, die sich erst im Laufe der Erkundung auf Basis der gewonnen Erkenntnisse ergeben hat, und die speziell auf die Bedürfnissen und Gegebenheiten vor Ort angepasst ist.

Der Projektumfang konnte also im Rahmen unserer Vorerkundung tatsächlich auf die Bedürfnisse vor Ort angepasst werden, was ein nachhaltiges Projekt und einen sinnvollen Einsatz der Spendengelder aus Deutschland sicherstellt.

Wir reisen in Kürze nach Deutschland zurück mit einer Menge Eindrücken und vielen Informationen, die wir gemeinsam mit dem restlichen Team in Deutschland auswerten und bewerten werden. Auf Basis dieser Bewertung wird entschieden, ob und mit welchem genauen Umfang die Ingenieure ohne Grenzen das Projekt an der DARAD Montessori Academy umsetzen werden. Natürlich kehren wir mit einer Empfehlung nach Deutschland zurück, wollen aber der gemeinsamen Entscheidung der Ingenieure ohne Grenzen nicht vorgreifen.

Als Abschluss der Erkundung werden wir aber selbstverständlich an dieser Stelle auch über die Abstimmung in Deutschland und das Ergebnis informieren.

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In der letzten Woche unserer Vorerkundung haben wir mit dem Wissenstransfer einen sehr arbeitsreichen aber auch für uns sehr schönen Teil der Vorerkundung abgeschlossen.

Brennstoffzellenfahrzeug im Einsatz

Brennstoffzellenfahrzeug im Einsatz

Die stolzen Sieger des Energiequiz mit Matthias

Die stolzen Sieger des Energiequiz mit Matthias

Fischertechnik Modellbaukasten für den zukünftigen Energie-Unterricht in Ukunda

Fischertechnik Modellbaukasten für den zukünftigen Energie-Unterricht in Ukunda

Übergabe der Materialen an die DARAD Schule

Übergabe der Materialen an die DARAD Schule

Vorbereitung des Brennstoffzellenfahrzeugs mit den Lehrern

Vorbereitung des Brennstoffzellenfahrzeugs mit den Lehrern

Vorstellung des Schulungskonzept am Teachers‘ College in Mombasa

Vorstellung des Schulungskonzept am Teachers‘ College in Mombasa

Zertifikate als „Young Energy Expert“ für alle Schüler

Zertifikate als „Young Energy Expert“ für alle Schüler

Zunächst stand das große Finale unseres Schulunterrichts auf dem Programm. In der 25. und letzten Unterrichtsstunde haben wir dank einer großzügigen Spende aus Deutschland den Kindern der DARAD Montessori Academy ein Brennstoffzellen Auto zeigen können. Es handelt sich um ein kleines Modellauto in einem Experimentierkasten, dass uns dankenswerter Weise von Kathrins Arbeitskollegen für den Unterricht gespendet wurde.

Die Kinder konnten kaum fassen, dass wir mit dem Modell zunächst per Elektrolyse in der Lage waren aus destilliertem Wasser die Gase Wasserstoff und Sauerstoff zu erzeugen. Im normalen Schulunterricht fehlen hier in Kenia so gut wie allen Schulen die Mittel, um wirkliche Experimente im Unterricht durchführen zu können.

Als dann aber auch noch die Brennstoffzelle mit dem erzeugten Wasserstoff das Auto in Bewegung gesetzt hat waren die Kinder völlig platt. Natürlich haben wir den Kindern die Zusammenhänge erläutert und für staunende Gesichter gesorgt, als wir ihnen erzählten, dass es in Deutschland bereits richtige Fahrzeuge gibt, die nach dem gleichen Prinzip arbeiten.

Als Lernkontrolle haben wir statt eines Tests am darauf folgenden Tag ein Quiz veranstaltet. In Gruppen von 4 bis 5 Schülern wurden den Kindern über 20 Fragen zu Inhalten aus unserem Unterricht zum Thema Energie gestellt. Das Ergebnis hat uns beeindruckt: Die beste Gruppe hatte bis auf eine Frage alles richtig beantwortet und auch die schwächeren Gruppen wussten die richtige Antwort auf die Mehrzahl der Fragen.

Wir dürfen also davon ausgehen, dass unser Unterricht für die Kinder nicht nur eine spannende Abwechslung zum sonstigen Schulalltag war. Die Kinder haben offensichtlich einen soliden Überblick erhalten über die Definition von Energie, die Gewinnung und Nutzung von Energie, die Erzeugung von elektrischem Strom und die Verwendung von Energie. Die Inhaber des Ladens in Ukunda, in dem wir das Quiz zur Vorbereitung kopiert hatten konnten übrigens die Fragen leider nicht beantworten und sie konnten auch nicht glauben, dass Kinder der Klassen 4-7 solche Dinge wissen.

Für die Gewinner gab es natürlich Preise, aber auch wer nicht unter den ersten 6 Plätzen war durfte sich über einen Kugelschreiber freuen, den es für alle gab. Die Preise für das Quiz wurden übrigens freundlicher weise von den Volontären der DARAD Schule gespendet.

An unserem letzten Tag in der Schule wurden dann im Rahmen einer kleinen Feier auf dem Schulhof alle knapp 70 Kinder der unterrichteten Klassen 4 bis 7 mit einem Zeugnis als „Young Energy Expert“ ausgezeichnet und von uns persönlich beglückwünscht. Die Freude über diese Anerkennung stand den Kindern ins Gesicht geschrieben.

Die von uns gehaltenen Schulstunden haben wir übrigens alle selber konzipiert. Was auf der einen Seite viel Arbeit war, hat uns auf der anderen Seite ermöglicht alles im Rahmen eines „training concepts“ zu dokumentieren. Dieses Schulungskonzept enthält auf über 30 Seiten alle Inhalte und Vorbereitungen, die für unseren Schulunterricht nötig sind. Mit dem Dokument kann jeder ausgebildete Lehrer an seiner Schule den gleichen Unterricht abhalten und dort ebenfalls das Wissen zum Thema Energie erzeugen.

Das New Montessori Teachers‘ College in Mombasa hat uns dankenswerter Weise den Rahmen geboten um unser Schulungskonzept dort den Lehrern in der Ausbildung und den Dozenten vorzustellen. Die Rückmeldungen waren überragend und wir haben dort nicht weniger als 3 Seiten Email-Adressen von Lehrern und Dozenten gesammelt, denen wir natürlich gerne unser Schulungskonzept kostenlos zur Verfügung stellen.

Auch an der DARAD Schule soll in Zukunft mit den neuen Jahrgängen der Unterricht zum Thema Energie erneut gehalten werden. Dazu haben wir bei unseren Unterrichtsstunden bereits eng mit dem Lehrer Jashon zusammengearbeitet, der den Unterricht zukünftig dort halten soll. Auch der Schule wurde daher natürlich das Trainingskonzept übergeben zusammen mit den von uns zusammengestellten Materialien für den Unterricht.

Den von der Firma fischertechnik gespendete Modellbaukasten, den wir für den Unterricht genutzt haben, konnten wir in diesem Rahmen auch feierlich an die Schule übergeben. In einem mehrstündigen Modellbautraining haben wir übrigens den Lehrern die teilweise anspruchsvollen Modelle gezeigt und sie mit der Aufbauanleitung vertraut gemacht.

Auch zukünftig werden also an der DARAD Schule Kinder in Sachen Energie unterrichtet, Wasserräder Modellsägen antreiben und Miniatur-Windräder elektrischen Strom erzeugen.

Im Rahmen der Vorerkundung müssen vor Ort auch die Kontakte zu möglichen Lieferanten für die spätere Projektumsetzung hergestellt werden. Außerdem konnten bei der Besichtigung von bereits installierten Solaranlagen, die seit mehreren Jahren in der gleichen Region in Betrieb sind, wertvolle Informationen gesammelt werden.

Besuch einer installierten Solaranlage

Besuch einer installierten Solaranlage

Zuverlässige Stromversorgung seit 6 Jahren

Zuverlässige Stromversorgung seit 6 Jahren

Batterieraum der Hotel-Solaranlage

Batterieraum der Hotel-Solaranlage

Eine Anfrage durch uns an die GIZ (Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit) ergab Kontakt zu mehreren kenianischen Unternehmen im Bereich erneuerbare Energien, mit denen die GIZ bisher gute Erfahrungen hinsichtlich Qualität und Preis-Leistungsverhältnis gemacht hat. Ziel der Ingenieure ohne Grenzen Projekte ist es, sofern möglich, die regionale Wirtschaft durch Kauf der Komponenten im jeweiligen Projektland zu unterstützen.

In Kenia hat sich mittlerweile eine kleine Solarindustrie aufgebaut, erste Solarmodule werden bereits in Nairobi produziert. Wir haben Kontakt zu möglichen Lieferanten aufgenommen und mehrere von ihnen sind an einer Zusammenarbeit interessiert. Nach Abschluss unserer Vorerkundung werden wir alle gesammelten Daten auswerten. Auf dieser Grundlage werden anschließend in Abstimmung mit den konkreten Anforderungen unseres Projektpartners mehrere Angebote eingeholt.

Um den Erfahrungsschatz von bereits installierten Solaranlagen zu nutzen, haben wir uns auf die Suche nach einer Anlage in der näheren Umgebung gemacht. Fündig wurden wir bei einer Hotelanlage, die ca. 35km von der DARAD Schule entfernt ist. Eine Solaranlage mit zweimal 4,5 kW Spitzenleistung ist dort bereits seit 6 Jahren in Betrieb. Das Hotel ist mit der Solaranlage das ganze Jahr über vollkommen unabhängig vom öffentlichen Stromnetz versorgt.

Zudem hatten wir vor Ort die Möglichkeit, neben den Eigentümern und damit den Nutzern der Solaranlage, auch mit dem Geschäftsführer der Firma zu sprechen, die die  Anlage dort installiert hat und bis heute regelmäßig wartet. Von ihm haben wir zahlreiche wertvolle Tipps für die Projektumsetzung erhalten. Die Solaranlage war trotz sandigem Standort und ihrer relativ langen Betriebsdauer in einem technisch einwandfreien Zustand.

Unsere Vorerkundung geht inzwischen in die letzte Phase. Nächste Woche werden wir die letzten Unterrichtseinheiten zum Thema Energie halten und damit unseren Schulunterricht an der DARAD Schule abschließen. Außerdem werden wir die technische Vorerkundung abschließen und dazu alle noch offenen Informationen hier vor Ort ermitteln.

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Strom ist in Kenia für die meisten Menschen nicht zugänglich, sofern vorhanden ist er unerschwinglich teuer. Häufige Stromausfälle erschweren die Situation.

Afrika bei Nacht

Afrika bei Nacht

Laptop der Schule

Laptop der Schule

Ermittlung des Strombedarfs der Schule

Ermittlung des Strombedarfs der Schule

Wie bereits in einem der letzten Beiträge erwähnt ist Strom in Kenia unglaublich teuer. Bezogen auf die Einkommen ist der Strom hier mehr als 200-mal so teuer wie in Deutschland. Die meisten Menschen haben erst gar keine Möglichkeit Strom zu erhalten. Aber auch wenn Strom grundsätzlich vorhanden ist können sich normale Menschen die meisten elektrischen Geräte nicht leisten. Elektrokochplatten, Kühlschränke und Fernseher sind daher selten und sehr teuer zu betreiben. Der Standbybetrieb eines Fernsehers kostet an einem Tag genauso viel, wie das Abendessen im afrikanischen Restaurant für 4 Personen.

Die DARAD Montessori Academy muss auch sehr sparsam mit ihrem Strom umgehen. Aktuell besitzt die Schule einen Laptop für Bürotätigkeiten, eine Nähmaschine und ein Bügeleisen zum Herstellen und Reparieren der Schulkleidung. Vereinzelt sind elektrische Lampen installiert, die meisten Lampenfassungen auf dem Gelände bleiben aber leer und ungenutzt.

Nächstes Jahr muss die Schule allerdings die Beleuchtung stark ausbauen. Zum ersten Mal seit Gründung der Schule wird dann nach 8 Jahren Schule ein Jahrgang der DARAD Schule seinen Abschluss machen. Vor dem Abschluss wird dann ab nächstem Jahr Licht in den Abendstunden benötigt. In Vorbereitung auf die Abschlussprüfungen und um die Selbstständigkeit der Schüler zu fördern ist es in Kenia üblich, dass sich die Abschlussklasse die letzten 3 Monate vor den Prüfungen unter der Woche Tag und Nacht auf dem Gelände aufhält um zu lernen.

Der Traum der Schulleitung ist es für die Schüler nach Abschluss der Schule die Möglichkeit einer weiteren Ausbildung z.B. als Schreiner oder Näherin zu bieten. Sofern sich der Traum mit den Werkstätten verwirklichen lässt, wird dort zukünftig Licht in den Abendstunden sowie Strom für die Werkzeuge und Nähmaschinen benötigt.
Die heutigen Klassenzimmer der Klassen 4-8 sollen dann zukünftig in Werkstätten umfunktioniert werden. Abstellräume, Steckdosen und Lampenfassungen sind dafür in den Räumen bereits vorgehalten.

Neben den Stromverbrauchern der Schule haben auch die Menschen des Sozialprojekts elektrische Geräte in ihren Wohnungen, z.B. ein Radio, ein Handy oder einen gemeinsamen Kühlschrank. Der Stromverbrauch wird mit der Miete bezahlt.

In den letzten Tagen haben wir alle elektrischen Verbraucher inklusive der Beleuchtung auf dem Schulgelände dokumentiert und die elektrischen Parameter vermessen. In den nächsten Tagen
werden wir mit der Schulleitung über die weiteren Pläne sprechen und einen genauen Ausblick über zukünftigen elektrischen Verbraucher erstellen.

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Im Rahmen der Vorerkund ung ist es die Aufgabe der Ingenieure ohne Grenzen die Lage des Projektpartners vor Ort genau zu analysieren und Zahlen, Daten und Fakten zu sammeln.  

Die Schneiderei ist Teil des Sozialprojekts

Die Schneiderei ist Teil des Sozialprojekts

Küchenfrau beim Verteilen des Wassers

Küchenfrau beim Verteilen des Wassers

Ermittlung des  minimalen Wasserbedarfs

Ermittlung des minimalen Wasserbedarfs

Manuelle Pumpe der Schule

Manuelle Pumpe der Schule

Im heutigen Bericht gehen wir genauer auf die aktuelle Wasserversorgung der DARAD Schule ein. Auf dem Gelände der Schule leben in drei Hütten Menschen, die dem Sozialprojekt der Schule angehören. Ziel dieses Projekts ist es mit Hilfe von Mikrokrediten den Menschen die Basis für ein eigenständiges Einkommen zu bieten. Die Teilnehmer des Sozialprojekts stellen Seife her, nähen Kleidung oder kochen kenianische Spezialitäten, welche in schulnähe verkauft werden.

Neben den Menschen des Sozialprojekts, die sich den ganzen Tag auf dem Schulgelände aufhalten, sind tagsüber noch etwa 200 weitere Personen auf dem Gelände: Schüler. Lehrer, Kochfrauen, die Sozialarbeiterin, die Putzfrau, der Gärtner und der Hausmeister.

Alle diese Menschen brauchen tagtäglich Wasser.

Die Schule benötigt Trinkwasser für die Schüler, Wasser zum Händewaschen vor dem Essen, Wasser zum Händewaschen an den Toiletten, Wasser zum Kochen des Essens, Wasser für die Bewässerung des schuleigenen Gartens, Wasser zum Saubermachen der Gebäude und der Toiletten und Wasser für Bauarbeiten, um nur einige zu nennen.

Die Menschen des Sozialprojekts benötigen ebenfalls Trinkwasser, Wasser für die tägliche Körperhygiene, Wasser zum Waschen der Kleidung, Wasser zum Kochen, Wasser für ihren Gartenteil mit dem sie sich teilweise selbst ernähren, Wasser für die Produktion der Seife, Wasser an ihren Verkaufsständen für die Gäste usw.

In der Trockenzeit wird außerdem sehr viel Wasser benötigt um das ca. 7.000m² große Gelände mit Wasser zu benetzen um den Staub am Boden zu halten. Viele Kinder haben während dieser z.T. auch sehr windigen Zeit Probleme mit den Augen, da zu viel Staub in die Augen gelangt.

Die Schule besitzt einen einzigen Brunnen, der mit einer Handpumpe betrieben wird. Es ist zunächst sehr aufwendig und mühsam, die große Menge an Wasser zu pumpen. Anschließend muss das Wasser an Plastikcontainer an verschiedenen Stellen auf dem Gelände verteilt werden. Hierzu werden 10 Liter und 20 Liter Eimern von den Angestellten an die jeweiligen Stellen geschleppt. Es gibt zwei Handwaschstationen, eine Trinkwasserstation und die Toiletten, deren Handwaschbecken in der Regel neben Regenwasser auch noch aus dem Brunnen mit Wasser versorgt werden müssen. Die Anbauflächen für Gemüse und Obst sind auf dem ganzen Gelände verteilt, die Aufgabe diese zu Bewässern führt an trockenen Tagen zu einem mehrstündigen Pump-Trage-Bewässerungs-Marathon für die Schüler.

Um den gesamten Wasserbedarf der Schule und des Sozialprojekts genauer einschätzen zu können haben wir drei Tage lang von morgens bis abends die Wasserentnahme am Brunnen protokolliert. Das sehr regnerische Wetter an den drei Tagen hat dazu geführt, dass die bisher ermittelten Zahlen (vgl. Bild links) den Minimalbedarf der Schule darstellen. Weitere Messungen werden für eine belastbare Anzahl an Stichproben benötigt und werden verschiedene Wetterlagen abdecken.

Zur Abschätzung wie anstrengend das Pumpen ist, haben wir den Kraftaufwand beim Pumpen vermessen und Matthias hat selbst einen ganzen Vormittag lang das Pumpen übernommen. Es ist sehr anstrengend und die Anstrengung für die Verteilung auf dem Gelände geht noch weit darüber hinaus.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Leben ohne fließendes Wasser sehr anstrengend ist und fließendes Wasser für eine Einrichtung dieser Größe eine Grundvoraussetzung für die Verbesserung der hygienischen Verhältnisse ist.

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Um gemeinsam den Tag der deutschen Einheit in Kenia zu feiern hatten die deutsche Botschafterin Frau Margit Hellwig-Boette und der Honorarkonsul Saleem Ghalia alle Deutschen, die in Kenia leben, am vergangen Samstag zu einem Empfang geladen. 

Empfang anlässlich des Tages der deutschen Einheit

Empfang anlässlich des Tages der deutschen Einheit

Botschafterin Margit Hellwig-Boette und der  Honorarkonsul Saleem Ghalia

Botschafterin Margit Hellwig-Boette und der Honorarkonsul Saleem Ghalia

Gäste des Empfangs

Gäste des Empfangs

 

Der Empfang fand auf dem Anwesen des Honorarkonsuls in Mombasa statt. Honorarkonsulate sind an vielen Orten zusätzlich zu den diplomatischen Vertretungen tätig. Es handelt sich um ehrenamtlich tätige Personen, die keineswegs deutsche Staatsbürger sein müssen. Herr Saleem Ghalia hat viele Jahre in Deutschland gelebt und ist daher mit der deutschen Kultur vertraut und wertvoller Ansprechpartner für Deutsche in Kenia, die Unterstützung zum Beispiel in Visafragen benötigen.

Nach ein paar einleitenden Worten durch den Honorarkonsul hielt die deutsche Botschafterin in Kenia, Frau Margit Hellwig-Boette, eine kurze Rede. Viele der geladenen Gäste sind in der Tourismusbranche tätig. Somit ging Sie zuerst auf die kritische Sicherheitslage in Lamu durch die direkte Nachbarschaft zu Somalia ein. Weitere Themen der Rede waren die Situation in den Flüchtlingslagern im Norden Kenias und die Leistungen der verstorbenen kenianischen Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai, die zur gleichen Zeit in Nairobi beigesetzt wurde.

Im Anschluss an die Rede gab es ein Buffet. Zu unserer Begeisterung inklusive deutschem Brot, Brezen und Wurstsalat.

Nach dem Essen ergab sich für uns die Möglichkeit der Botschafterin unser Projekt in Ukunda sowie die Ingenieure ohne Grenzen kurz vorzustellen. Sie erzählte uns von Erfahrungen mit ähnlichen Projekten und nannte uns einen konkreten Ansprechpartner in der deutschen Botschaft in Nairobi, den wir diese Woche kontaktieren werden.

Während des Empfangs konnten wir weitere interessante Kontakte knüpfen, zum Beispiel zu einem Geschäftsmann der langjährige Erfahrungen in der Solarbranche in Kenia besitzt oder zu einem Mitarbeiter einer Hilfsorganisation, die sich um die Integration Behinderter in Kenia kümmert. Es ist für uns immer sehr wertvoll für sich mit solch erfahrenen Menschen austauschen.

Da die Schüler diese Woche Examen schreiben, nutzen wir die Zeit um an den technischen Themen der Vorerkundung weiterzuarbeiten. Wir ermitteln den genauen Wasser- und Strombedarf der Schule und des angeschlossenen Sozialprojekts.

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Nachdem wir in den letzten Berichten einen ausführlichen Einblick in den Schulunterricht gegeben haben möchten wir in den nächsten Beiträgen auf die technischen Inhalte der Vorerkundung eingehen.

Strom ist knapp und für die allermeisten unbezahlbar

Strom ist knapp und für die allermeisten unbezahlbar

Einkaufsstraße in Ukunda

Einkaufsstraße in Ukunda

Typischer Shop zur Lebensmittelversorgung

Typischer Shop zur Lebensmittelversorgung

Umfeld der Schule

Umfeld der Schule

 

In der Küstenregion Kenias, ca. 40 km südlich von Mombasa liegt Ukunda, wo wir derzeit zur Vorerkundung sind. Der Ort liegt direkt an der Durchgangsstraße nach Tansania und hat ca. 60.000 Einwohner.

Der Begriff „Ort“ ist natürlich mit einem deutschen Ort nicht zu vergleichen. Ukunda ist mehr oder weniger eine gigantische Ansammlung von Hütten und Häusern, die sich an der Kreuzung der Straße nach Tansania mit einer Straße zum Strand gebildet hat. Es gibt kein richtiges Ortzentrum und auch keine Straßennamen. Dafür gibt es in Ukunda inzwischen natürlich alles, was es in einem Ort dieser Größe geben muss (Post, Bank, Geschäfte, Metzger, Händler usw.). Einiges ist in ganz normalen Häusern untergebracht, die auch in Deutschland stehen könnten. Anderes ist aber auch in einfachsten Hütten oder Verschlägen untergebracht, die gleich neben den eben erwähnten Häusern stehen.

60.000 Einwohner hören sich auch nach mehr Ordnung an, als hier herrscht. Natürlich ist diese Zahl nur eine Schätzung, viele Menschen leben heute hier und morgen dort. Viele Einwohner Ukundas haben vier gemauerte Wände und ein Dach über dem Kopf. Sehr viele leben aber auch in Hütten aus Holzstäben und Palmblättern, die anderntags wieder abgerissen werden könnten.

Strom gibt es in Ukunda aus dem öffentlichen Netz, allerdings ist Strom in Kenia im Verhältnis ungeheuer teuer. Für eine Kilowattstunde Strom werden aktuell ca. 20 kenianische Schilling (KSh) fällig, was etwa dem deutschen Preis von 0,15 Euro für eine kWh entspricht. Damit kostet eine kWh in Kenia genauso viel wie in Deutschland. Allerdings verdient ein kenianischer Lehrer gerade einmal 100 Euro pro Monat. Bezogen auf die Kaufkraft würde eine einzelne kWh in Deutschland damit fast 6 Euro kosten. Strom generell und der Betrieb jedes einzelnen elektrischen Geräts wird damit hier zum Luxus, den sich nur die wenigsten leisten können. So kommt es, dass die überwältigende Mehrheit der Einwohner in Ukunda keinen Strom zu Hause hat. Ein generelles Problem in Kenia.

In diesem Umfeld bewegen wir uns mit unserem Projekt. Die Verhältnisse hier sind also grundverschieden zu denen in Deutschland. In unserem nächsten Bericht werden wir noch näher auf die Schule eingehen und beschreiben, wie die Ingenieure ohne Grenzen hier planen zu unterstützen.

 

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In den Schulstunden zum Thema Wind- und Wasserkraft waren die Fingerfertigkeiten der Schüler gefragt. Selbst im Kindergarten in Kenia wird meist nicht gebastelt, sondern fleißig das Einmaleins geübt. Umso begeisterter waren daher unsere Schüler als sie in unserem Unterricht selbst ihr eigenes Wind- und Wasserrad basteln durften.

Schüler beim Basteln der Wasserräder

Schüler beim Basteln der Wasserräder

Demonstration der Säge mit Wasserradantrieb

Demonstration der Säge mit Wasserradantrieb

Selbstgebasteltes Wasserrad in Aktion

Selbstgebasteltes Wasserrad in Aktion

Schülerin mit ihrem selbstgebastelten Windrad

Schülerin mit ihrem selbstgebastelten Windrad

Schüler mit den Windrädern im Pausenhof

Schüler mit den Windrädern im Pausenhof

Mit Hilfe eines Modells aus dem Baukasten wurde im Unterricht zuerst die Theorie erarbeitet. Um den Schülern den Zugang zu den Grundlagen zu vereinfachen wurde das Ganze in eine kleine Geschichte gepackt. Die Kurzzusammenfassung:

„Unser kenianischer Freund Darado ist Schreiner. Er sägt jeden Tag von Hand soviel Holz, dass er am Abend sehr müde ist. Dann ist er nicht mehr in der Lage mit uns gemeinsam zu Angeln. Und das obwohl direkt neben seinem Haus der Fluss fließt.“

Für uns war es sehr überraschend, dass kein einziger der fast 70 Schüler ein Wasserrad kannte oder eines gesehen hat. Mit Hilfe des Modells aus dem Baukasten wurde anschließend gemeinsam mit den Schülern eine mit einem Wasserrad angetriebene Säge gebaut. Damit konnte auch anschaulich die Bestandteile sowie die Funktion eines Kurbeltriebs erklärt werden. Im nächsten Schritt durften die Kinder aus Korken, Styroporabfällen, Klebeband, Plastikflaschen und Schaschlikspießen ihr eigenes Wasserrad bauen. Am meisten Spaß hatten die Schüler dann als sie die gebastelten Wasserräder selbst ausprobieren durften.

In der darauffolgenden Unterrichtsstunde wurde die Geschichte unseres Freundes Darado fortgesetzt: 
„Nachdem wir Darado eine Säge, die mit Hilfe eines Wasserrads angetrieben wird, vorgeschlagen haben, überlegte er kurz. Leider hat der Fluss direkt neben seinem Haus nicht immer Wasser. In der Trockenzeit ist daher nicht genügend Wasser verfügbar um ein Wasserrad anzutreiben.“

Zusammen mit den Schülern wurde als Alternative zum Wasserrad ein Windrad erarbeitet. Nachdem jeder Schüler einmal unser Modellwindrad pustend antrieben durfte, hatten diese wieder die Möglichkeit ein eigenes Windrad zu basteln.

Glücklicherweise hatten wir für die Unterrichtsstunde einen windigen Tag erwischt, sodass alle Schüler stolz mit ihrem Windrad durch den Pausenhof marschierten.

Da die Kindergartenkinder und die Schüler der Klassen 1-3 alles aufmerksam beobachteten, hatten wir am nächsten Tag sofort Anfragen der Lehrer der unteren Klassen. Wir werden diese in den nächsten Wochen ebenfalls besuchen und kurz unterrichten.

In der nächsten Woche werden alle Schüler Examen schreiben, für uns bietet sich damit die Gelegenheit uns intensiv den technischen Fragen der Vorerkundung zu widmen. Die ersten Gespräche mit der Schulleitung über die Zwischenergebnisse der Erkundung und mögliche konkrete Ansatzpunkte für unser Projekt zur Stromversorgung verliefen positiv. Hier werden wir in der nächsten Woche anknüpfen.

 

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Der Wissenstransfer zum Thema Energie schreitet fort. Die Kinder und Lehrer sind begeistert. Mit Hilfe vieler Experimente werden die Inhalte anschaulich vermittelt.

Science-Lehrer Jashon und Matthias im Unterricht

Science-Lehrer Jashon und Matthias im Unterricht

Marlene, Corinna und Ricarda unterstützen uns tatkräftig

Marlene, Corinna und Ricarda unterstützen uns tatkräftig

Selbstgebastelte Kollektoren zum Sammeln der Sonnenenergie

Selbstgebastelte Kollektoren zum Sammeln der Sonnenenergie

Die Lupe fokussiert das Sonnenlicht, es entsteht Feuer

Die Lupe fokussiert das Sonnenlicht, es entsteht Feuer

Die Taschenlampe zeigt den Einfluss des Sonneneinfallswinkels

Die Taschenlampe zeigt den Einfluss des Sonneneinfallswinkels

Die erste Woche mit Unterrichtsstunden ist vorbei. Da die Schüler meist Frontalunterricht gewöhnt sind, ist unser Unterricht mit vielen Experimenten eine spannende Abwechslung im Schulalltag.

Die Inhalte der Unterrichtsstunden wurden mit Science-Teacher Jashon auf den Wissensstand der Schüler abgestimmt.

In den folgenden Beiträgen werden wir auf einzelne Stunden genauer eingehen. Inhalt der ersten Stunden waren Sonnen-, Wind- und Wasserenergie.

Zum Thema Sonnenenergie hatten wir zahlreiche Experimente vorbereitet. Bei 68 Schülern sind Experimente natürlich nur möglich, wenn diese in kleinere Gruppen aufgeteilt werden. Unterstützung haben wir daher von drei weiteren deutschen Volontären erhalten, die an der Schule als Lehrer bzw. Assistenzlehrer arbeiten. Mit Hilfe der Volontäre und Science-Lehrer Jashon konnten wir somit 4 verschieden Stationen zum Thema Sonnenenergie aufbauen. Die Schüler hatten an jeder Station in Kleingruppen Zeit sich intensiv mit den Experimenten zu beschäftigen.

An der ersten Station wurde den Kindern vermittelt, dass die Aufnahme von Sonnenenergie von der Farbe abhängt. Es wurden drei kleine Flaschen mit Wasser gefüllt in die Sonne gelegt. Eine war transparent, die anderen beiden schwarz bzw. weiß angestrichen. Auf die Frage hin, in welcher Flasche das Wasser in der gleichen Zeit am wärmsten wird, hat sich fast die Hälfte der Schüler für die schwarze, die andere Hälfte für die transparente Flasche entschieden. Nachdem die Schüler dann selbst fühlen durften, war die Antwort klar: Die schwarze Flasche nimmt am meisten Energie auf. Anschließend wurde den Kindern der Zusammenhang zwischen Farbe und Energieaufnahme erläutert.

An der gleichen Station war auch ein Solar-Ballon vorbereitet, der leider nicht steigen wollte. Wir vermuten, dass die schwarze Plastiktüte ein kleines Loch hatte und werden den Versuch nochmals wiederholen.

An der nächsten Station konnte mit Hilfe von selbstgebastelten Sonnenenergiekollektoren, die auf den Zeigefinger gesteckt wurden, gefühlt werden, wie viel Energie durch die Sonne produziert wird. Die Kinder konnten hier auch lernen, das sich Sonnenenergie mit der richtigen Konstruktion auch „sammeln“ lässt.

Am spannendsten für die Schüler war das Experiment an der dritten Station: Mit Hilfe einer Lupe wurden die Sonnenstrahlen auf einen Punkt gebündelt. Innerhalb von Sekunden konnte dann damit ein Papier angezündet werden. Durch Ausprobieren wurde den Schülern gezeigt, dass es unterschiedlich lange dauert bis sich das Papierentzündet, abhängig von der Entfernung zur Linse, dem Einstellungswinkel der Linse oder dem Brennmaterial.

An der letzten Station wurde der Stand der Sonne zu verschiedenen Tageszeiten mit Hilfe einer Taschenlampe gezeigt. Durch anschauliches aufmalen von Energiepunkten in den entstehenden Figuren wurde den Schülern schnell klar, dass auf dem gleichen Stückchen Erde mittags mehr Energie ankommt, als morgens oder abends. Da die Schule einen Globus besitzt, konnte auf diesem dann Länder gesucht werden die besonders gut zum Sonnenenergiesammeln geeignet sind. Die Schüler haben sofort erkannt, dass ihr Land, Kenia, bestens dafür geeignet ist.

Zum Schluss jeder Stunde wird das erarbeitete Wissen zu einem Tafelbild zusammengefasst. Dieses schreiben die Kinder in ihr Heft ab, damit sie in Zukunft in aller Ruhe nochmals nachlesen können, was ihnen die Ingenieure ohne Grenzen zum Thema Sonnenenergie gezeigt haben.

Die Kinder haben immer sehr viel Freude am Unterricht und fragen uns am Ende der Stunde, wann wir denn das nächste Mal Unterricht halten.

Der Fokus in den nächsten beiden Wochen liegt weiterhin auf dem Wissenstransfer. Wir werden ein Teachers College in Mombasa besuchen und die nächsten Unterrichtsstunden vorbereiten.

Mittlerweile ist auch die deutsche Schulgründerin Christina Missong in Kenia eingetroffen. In den nächsten Tagen werden wir gemeinsam mit ihr und der kenianischen Schulleitung die zukünftige Stromverwendung besprechen.

 

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