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Abschluss der technischen Vorerkundung

Seit Anfang September haben wir in der DARAD Montessori Academy alle Zahlen, Daten und Fakten gesammelt, die für den weiteren Projektfortschritt nötig sind. Außerdem haben wir wertvolle Kontakte für die spätere Projektumsetzung vor Ort geknüpft.

Direkt vor Ort werden die genauen Bedürfnisse ermittelt

Direkt vor Ort werden die genauen Bedürfnisse ermittelt

Projektpartner DARAD Montessori Academy

Projektpartner DARAD Montessori Academy

Häufige Wohnsituation in Ukunda

Häufige Wohnsituation in Ukunda

Alle elektrischen Verbraucher der Schule wurden inventarisiert und vermessen

Alle elektrischen Verbraucher der Schule wurden inventarisiert und vermessen

Douglas leitet eine Organisation die Jugendlichen hilft und ist potentieller zukünftiger Projektpartner

Douglas leitet eine Organisation die Jugendlichen hilft und ist potentieller zukünftiger Projektpartner

Technische Details der aktuellen manuellen Pumpe

Technische Details der aktuellen manuellen Pumpe

Bestimmung des Wasserverbrauchs der Schule

Bestimmung des Wasserverbrauchs der Schule

Abgabe einer Wasserprobe zur Analyse im Labor

Abgabe einer Wasserprobe zur Analyse im Labor

Die Kinder in DARAD werden bereits gut unterstützt, weitere Hilfe ist aber auch hier dringend nötig

Die Kinder in DARAD werden bereits gut unterstützt, weitere Hilfe ist aber auch hier dringend nötig

Vergleich der Projektoptionen mittels Nutzwertanalyse

Vergleich der Projektoptionen mittels Nutzwertanalyse

Die Projekte der Ingenieure ohne Grenzen untergliedern sich grundsätzlich in zwei Phasen:

• In der vorgelagerten Erkundung werden alle nötigen Informationen gesammelt und Kontakte geknüpft, um eine Grundlage für das spätere Projekt zu bilden.

• In der späteren Implementierung werden die Projekte vor Ort umgesetzt.

Diese grundsätzliche Vorgehensweise stellt sicher, dass die Projekte der Ingenieure ohne Grenzen an die tatsächlichen Bedürfnisse und Erfordernisse vor Ort angepasst sind.

Seit September haben wir in Ukunda nun die Vorerkundung für unser Projekt durchgeführt und die Wichtigkeit dieses vorgelagerten Schrittes hat sich weiteres Mal bestätigt. Der persönliche Kontakt vor Ort hat in allen Bereichen ein klares Bild ergeben, einige Punkte haben sich vor Ort tatsächlich anders dargestellt, als es in der Beschreibung vorab den Anschein hatte. Wenn wir in Kürze in den Flieger nach Deutschland steigen haben wir eine Menge Informationen im Gepäck und eine Empfehlung zur weiteren Vorgehensweise für ein Projekt der Ingenieure ohne Grenzen an der DARAD Montessori Academy. Der Weg dahin war lang und wir fassen an dieser Stelle nochmal die wichtigsten Schritte zusammen.

Gleich ab dem ersten Tag haben wir ein Protokoll über die Zuverlässigkeit der Stromversorgung erstellt, in dem wir alle Stromausfälle mit Zeitpunkt und Dauer festgehalten haben. Im Rahmen der wenigen Wochen Vorerkundung haben sich viele Angaben aus dem Vorfeld bestätigt: Stromausfälle in Kenia sind häufig (über 15 Stromausfälle in 8 Wochen), sie dauern sehr unterschiedlich lange (5 Minuten bis 7 Stunden) und sie sind sehr von der Regensituation abhängig (Regentage über 10 mal so häufig betroffen wie trockene Tage).

Gleichzeitig haben wir uns die Auswirkungen der Stromausfälle auf die Schule angeschaut. Hier haben wir festgestellt, dass der Schulbetrieb von den Stromausfällen kaum betroffen ist. Aufgrund der Nähe zum Äquator sind die Tag- und Nachtzeiten unabhängig von der Jahreszeit. Die Unterrichtsstunden finden immer bei Tageslicht statt.

Eine Inventarisierung und Vermessung aller elektrischen Verbraucher der Schule war ebenfalls Teil unserer Vorerkundung. Der Computer der Schule ist ein Laptop, für ihn stellen mehr als 80 % der dokumentierten Stromausfälle aufgrund ihrer kurzen Dauer kein Problem dar. Die Einschränkungen des reinen Schulbetriebs betreffen daher in erster Linie den Schulschneider mit seiner elektrischen Nähmaschine.

Wer allerdings von den Stromausfällen sehr wohl betroffen ist sind die Bewohner des Sozialprojekts der Schule, die auf dem gleichen Gelände wohnen. Sie sitzen bei Stromausfall im Dunkeln, ihr gemeinsamer Kühlschrank taut ab. In Summe haben wir in Bezug auf die elektrischen Verbraucher in der Schule und die Stromausfälle also ein sehr klares Bild über Auftreten und Bedeutung erhalten, was wir im weiteren Projektfortschritt berücksichtigen werden.

In den ersten Tagen unserer Erkundung haben wir bereits wichtige Kontakte geknüpft, z.B. zum Elektriker der Schule Derek oder zum Architekten Wilson. Im Laufe der 8-wöchigen Erkundung sind eine ganze Menge weiterer Kontakte hinzugekommen zu potentiellen Lieferanten, anderen Nicht-Regierungs-Organisationen und offiziellen Stellen sowie zu Projektpartnern für mögliche zukünftige Projekte. Diese Kontakte werden eine zentrale Rolle in der weiteren Ausarbeitung spielen, wir haben alle relevanten Kontaktdetails in einer Liste zusammengefasst, die wir gemeinsam mit den Kollegen in Deutschland für das Projekt nutzen werden.

Das Thema Wasserversorgung der Schule stand ebenfalls im Fokus unserer Erkundung. Alle Details der aktuellen Wasserversorgung haben wir dokumentiert, z.B. die Tiefe des Brunnens und Erfahrungen mit der Wasserversorgung seit Inbetriebnahme, die Pumpe wurde vermessen die erforderliche Kraft zum Wasserpumpen bestimmt. Außerdem haben wir den Wassertransport vom Brunnen zu den einzelnen Wasserverbrauchern festgehalten.

Zur Einschätzung des aktuellen Wasserverbrauchs haben wir außerdem über mehrere Tage ein genaues Protokoll der Wassermengen und Abnehmer erstellt. Zusätzlich haben wir alle Vorbereitungen getroffen, damit die Schule im Laufe der nächsten Wochen und Monate noch weitere Messungen in Eigenregie durchführen kann. Dies ermöglicht uns ein detailliertes Bild zu den Wasserverbräuchen bei unterschiedlichen Wetterverhältnissen.

Eine chemische und mikrobiologische Wasseranalyse durch ein professionelles Wasserlabor in Mombasa wurde erstellt, um die Qualität des vorhandenen Grundwassers zu prüfen. Die Untersuchung zeigte, dass das Wasser größtenteils den Spezifikationen für Trinkwasser entspricht, die wenigen verbliebenden Abweichungen lassen sich mit technischen Mitteln aufbereiten. Bereits bei der Auslegung des Pumpensystems lassen sich nun die entsprechenden Vorkehrungen berücksichtigen.

Gegen Ende unserer Erkundung haben wir außerdem noch eine Umfrage unter den Schülern durchgeführt zu ihren privaten Lebensumständen in Bezug auf die Wasser- und Stromversorgung. Auch hier reisen wir also mit genauen Informationen nach Deutschland zurück zum Beispiel über den Anteil der Schüler ohne Strom und / oder fließendes Wasser in ihrem Zuhause.

Mittels Nutzwertanalyse wurden die verschiedenen Projektoptionen mit einander verglichen. Dabei haben wir eng mit der Schulleitung und der Regionalgruppe in Stuttgart zusammengearbeitet um ein abgestimmtes Gesamtbild zu erhalten.

Eine während der Erkundung erarbeitete Projektoption war dabei sich auf die Elektrifizierung der Wasserversorgung mittels regenerativer Energie zu konzentrieren ohne eine komplett eigenständige Energieversorgung der Schule zu erstellen. Eine Option, die sich erst im Laufe der Erkundung auf Basis der gewonnen Erkenntnisse ergeben hat, und die speziell auf die Bedürfnissen und Gegebenheiten vor Ort angepasst ist.

Der Projektumfang konnte also im Rahmen unserer Vorerkundung tatsächlich auf die Bedürfnisse vor Ort angepasst werden, was ein nachhaltiges Projekt und einen sinnvollen Einsatz der Spendengelder aus Deutschland sicherstellt.

Wir reisen in Kürze nach Deutschland zurück mit einer Menge Eindrücken und vielen Informationen, die wir gemeinsam mit dem restlichen Team in Deutschland auswerten und bewerten werden. Auf Basis dieser Bewertung wird entschieden, ob und mit welchem genauen Umfang die Ingenieure ohne Grenzen das Projekt an der DARAD Montessori Academy umsetzen werden. Natürlich kehren wir mit einer Empfehlung nach Deutschland zurück, wollen aber der gemeinsamen Entscheidung der Ingenieure ohne Grenzen nicht vorgreifen.

Als Abschluss der Erkundung werden wir aber selbstverständlich an dieser Stelle auch über die Abstimmung in Deutschland und das Ergebnis informieren.

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