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Es ist viel passiert in Mozambik bei unserem Projektimplementierungsteam seit dem letzten Blogeintrag. Nach etwa einem ¾ Jahr Planungs-, Erkundungs- und Vorbereitungszeit ist es endlich geschafft: Die erste Projektimplementierung ist erfolgt  ! Damit haben wir in der Gaza Provinz nun 14 Klassenzimmer erfolgreich elektrifiziert.

Ich selber bin am vergangenen Montag schon aus Mozambik wieder gekommen und musste leider beruflich bedingt unser Team schon früher verlassen. Deshalb will Ich einen kurzen Abriss geben was passiert ist, was gerade passiert und was noch passieren wird:

  Was ist in den letzten 10 Tagen passiert?

 Im Grunde genommen bestanden die letzten 10 Tage aus der Hauptaufgabe des Projekts, nämlich dem Implementieren von unseren geplanten Schulen. Das heißt also nicht nur dem ausschließlichen Elektrifizieren der Schulen sondern vor allem auch dem Übergeben der Technologie, der Idee und vor allem auch der Bildung an die örtlichen Communities.

Die Implementierung ist für uns mit jedem Tag einfacher gefallen, da mit der Übung natürlich auch die Routine kommt. Nichts desto trotz war jeder Tag und jede neue Schule ein komplett neues Erlebnis mit unzähligen tollen Momenten und Überraschungen aber natürlich auch Improvisationen. Jedes Klassenzimmer stellte uns in der Regel vor neue, kleine, überwindbare Herausforderungen.

Die Implementierung bedeutete für uns sehr viel Arbeit da wir tagsüber an den Schulen zu Werke gingen und jeden Tag meist bis spät in die Nacht unsere Materialien wie z.B. Switchboxen, für den nächsten Tag vorbereiten mussten. 14 Stundentage war da nichts Außergewöhnliches.

 Zu keiner Zeit hat das Team den Mut und die Motivation verloren. Im Gegenteil! Mit jedem Tag arbeitete das Team besser und noch koordinierter Zusammen und schaffte es eine Atmosphäre zu schaffen in der es uns allen sehr, sehr gut ging. Umso schwerer viel es mir daher das Team planmäßig, vorzeitig verlassen zu müssen.

 Mit dem heutigen Tag haben wir es geschafft in Mozambik folgende 12 Schulen in der Gaza Provinz mit unseren Pico-Solar-Systemen auszustatten und ihnen somit die Möglichkeit gegeben, nachts über ausreichend Licht zur Weiterbildung zu verfügen:

  • Tlhawene         -    2 Klassenzimmer + Lehrerzimmer
  • Changulene     -    1 Klassenzimmer + Lehrerzimmer
  • Soveia               -    1 Klassenzimmer + Lehrerzimmer
  • Decada Vitoria   -    1 Klassenzimmer + Lehrerzimmer
  • Chinhangane     -    1 Klassenzimmer + Lehrerzimmer
  • Timhondzoeni   -    1 Klassenzimmer + Lehrerzimmer
  • Macaringue       -    1 Klassenzimmer + Lehrerzimmer
  • Machinho         -    2 Klassenzimmer + Lehrerzimmer
  • Dovane             -    1 Klassenzimmer + Lehrerzimmer
  • Cumba            -    1 Klassenzimmer + Lehrerzimmer
  • Punguine         -    1 Klassenzimmer + Lehrerzimmer
  • Pumbe            -    1 Klassenzimmer + Lehrerzimmer

   

Was passiert gerade?

 Just in diesem Moment implementiert unser 7-köpfiges Team noch bestehend aus drei Ingenieuren ohne Grenzen (Andrea, Brita & Mark), zwei Mosambikanischen Studenten (Andrea & Basilio), einem Mosambikanischen Caritas Field Facilitator (Paolo) und einem Mosambikanischen Communitybewohner (Orlando) die letzte Schule in Pumbe.

 Außerdem hat sich das Team entschieden zusätzlich auch noch ein Gebäude der Caritas zu implementieren. Die Gründe dafür sind vielseitig. Vor allem haben sie sich aufgrund der Nachhaltigkeitsthematik dazu entschlossen. Denn besitzt die Caritas das gleiche System wie unsere Gemeinden ist einer spätere Pflege und Überprüfung der Systeme durch die Regelmäßigen Besuche der Caritas in den Communities sehr geholfen.

  Was passiert noch in den kommenden Tagen in Mozambik?

 Unser Team wird sich nun da die Implementierung soweit abgeschlossen ist um weitere Erkundungen kümmern. Das heißt konkret, dass noch einige Besuche vor Ort an möglichen zukünftigen Projekten stattfinden, so zum Beispiel in Matize. Auch wurden noch Treffen mit möglichen NGO-Partnern arrangiert, welche Projektvorschläge an uns herangetragen haben bzw. herantragen werden.

© Paul Hübner

Bericht aus Maputo und Chokwe – 2 Schulen implementiert

Am heutigen Montagabend den 05.09.2011 habe ich weitere Infos von unserem Projektteam aus Mosambik erhalten und freue mich diese mit euch teilen zu dürfen.

Ich möchte an dieser Stelle zur Einleitung auf die beiden vorangegangenen Blogeinträge hinweisen, in welchen Hintergrundinfos sowie das bisherige Geschehen beschrieben sind.

Um direkt am letzten Blog anzuschließen beginne ich mit dem Treffen am Dienstagabend, den 30.08.2011, mit Boa Cuamba, Professor an der Eduardo Mondlane Universität und ein großer Unterstützer unseres Projektes. Beim gemeinsamen Abendessen mit ihm konnte der weitere Implementierungsablauf geklärt werden, insbesondere auch, dass zwei seiner Masterstudenten unser Team begleiten und unterstützen werden. Die beiden, Andre und Basilio, waren bereits bei der Erkundung im Februar mit dabei und sind wertvolle Unterstützer für das Projekt, da sie nicht nur als Übersetzer fungieren sondern auch mit Fachwissen bei der Implementierung selbstständig mitarbeiten. Sie sind ein Schlüsselelement um die Einbeziehung der Dorfbevölkerung zu ermöglichen und diesen auch den richtigen Umgang mit den Systemen beibringen zu können.

Von der Implementierung können die beiden Masterstudenten ebenfalls profitieren, da sie wertvolle Erfahrungen sammeln, welche Sie eventuell beim Aufbau einer eigenen Firma benötigen mit welcher sie z.B. Solarsysteme verkaufen und auch warten können. Somit erfüllen wir wiederum eines unserer Nachhaltigkeitsziele, indem wir einen funktionierenden Markt mit Solarsystemen anstoßen.

Der folgende Tag, Mittwoch der 31.08.2011, wurde abermals genutzt um die letzten benötigten Materialien (wie z.B. ein Lochband) zu besorgen (über den generellen Ablauf der Materialbesorgung finden sich im letzten Blog weitere Informationen), desweiteren kam mit Andrea Suarez das vierte Projektteammitglied gesund und munter im Land an. Somit war am Abend alles vorbereitet um mit sämtlichen Materialien zum Projektpartner Caritas nach Chokwe zu fahren, von wo aus in den nächsten Tagen die einzelnen Schulen besucht werden.

Donnerstag der 01.09.2011 begann sehr früh mit der bereits angesprochenen Fahrt nach Chokwe. Mit dabei waren neben den vier Ingenieuren ohne Grenzen, die beiden Masterstudenten sowie zwei Fahrer, Claudio und Sergio. Das Material wurde in einem Pickup transportiert, während der Rest der Gruppe in einem normalen Auto sicher und ohne Probleme  nach Chokwe kam. Am Nachmittag fand ein erstes Treffen mit der Caritas statt, wobei direkt das weitere Vorgehen geplant wurde. Leider ist das Gästehaus der Caritas noch nicht eingeweiht, wodurch Brita, Andrea, Mark und Paul gezwungen waren mit Hilfe der Caritas Mitarbeiter eine andere Unterkunft zu besorgen. Für die nächste Zeit sind nun die vier Ingenieure ohne Grenzen sowie die beiden Masterstudenten in einer Art Bungalow untergekommen, welcher sehr einfach ist (z.B. kein warmes Wasser) aber dafür auch sehr geräumig. Nach dem Abendessen wurden noch bis spät in die Nacht die benötigten Teile (Schaltbuchsen und Kabelstränge) für die erste Schulimplementierung vorbereitet.

Die erste Schule in Changulene wurde am Freitag den 02.09.2011 besucht. Nach einem frühen Frühstück und einstündiger Fahrt kam das gesamte Team um ca. 8.30 Uhr in dem Dorf an, wo sie bereits von einer kleinen Gruppe bestehend aus Lehrern, Community Leader, 3 Frauen und Handwerkern erwartet wurden. Die Implementierung der ersten Schule verlief an sich einwandfrei, wobei kleine Probleme schnell gelöst werden konnten. Da beispielsweise die Betonwand zu massiv war und der normale Akkubohrer nicht ausreichte, wurde ein Stück Holz mit Lochband befestigt, worauf dann die Akkupacks der Systeme montiert werden konnten. Der Rest der Implementierung verlief ohne Probleme, das Team arbeitete sehr harmonisch mit der Unterstützung der Masterstudenten und den Handwerkern aus dem Dorf zusammen. Insgesamt wurden 17 Lampen, 6 Batteriepacks und 6 Solarmodule installiert, wobei die Installation der Module auf dem Dach durch Absicherung über ein Seil stattgefunden hat.

Im Anschluss an die Ausstattung der Schule wurden die Systeme an die Community übergeben, wobei Andre einen großartigen Job beim erklären und übersetzen machte. Beispielsweise bei der Thematik der Ersatzteile benutze er folgendes „Hemdknopfbeispiel“: Wenn du ein Hemd geschenkt bekommst und dir der Knopf abfällt, gehst du dann auch zu der Person hin die dir das Hemd geschenkt hat und fragst ihm nach einem neuen Knopf? Daraufhin antwortet die Community natürlich nicht. Auf diese Weise verdeutlichte er der Community das auch bei kaputten Solargeräten die Community selber verantwortlich ist.

Bei der Übergabe wurden außerdem die in mühevoller Handarbeit illustrierten Schulungsunterlagen vorgestellt und übergeben, in welchen die Benutzung der Systeme beschrieben ist.

Das gesamte Team wurde am Abend noch zu einem sehr leckeren Essen eingeladen. Die Begeisterung der Community war sehr groß und die Kinder haben sehr viel für unser Team gesungen, was sehr schön war und sehr nahe ging!

Am Abend wurden wiederum die nächsten Teile für den kommenden Tag vorbereitet.

Zu Beginn des Samstages (03.09.2011) wurde zunächst Holz gekauft um der Problematik mit den zu harten Betonwänden zu entgehen. Um ca. 10 Uhr kam das Implementierungsteam in Thalwene an. Dort wurden insgesamt zwei Klassenzimmer sowie das Lehrerzimmer ausgestattet.

Auch bei dieser Implementierung traten kleinere Probleme auf, so brach beispielsweise ein Bohrer beim durchbohren der harten verzinkten Stahldächer und die drei Akkus für die Akkuschrauber waren kurz vor Ende der Implementierung alle leer, wodurch das Team die Schule am 07.09.2011 fertig implementieren und die Systeme übergeben wird. Bei der Implementierung hat der Masterstudent Andre ein Zimmer komplett selbstständig implementiert und dabei mehrere Dorfbewohner mit einbezogen und eingelernt.

Insgesamt verläuft die Implementierung bisher sehr gut und wir sind gespannt weitere Berichte aus Mosambik zu erhalten.

Ich freue mich euch erste nähere Details aus Mosambik schreiben zu können, da ich soeben die Berichte der ersten drei Tage von Brita zugeschickt bekommen habe. Aber starten wir von vorn, nochmals mit einer kleinen Einführung:

Seit dem 28. August befinden sich drei Mitglieder der Ingenieure ohne Grenzen e.V. Regionalgruppe Ulm / Neu-Ulm in Maputo um das Projekt „Elektrifizierung von Schulen in Mosambik“ durchzuführen. Das Projekt wird von der Ingenieurin Brita Emmermacher geleitet, mit ihr sind Wirtschaftsingenieurstudent Paul Hübner und Ingenieur Mark Bittmann bereits vor Ort.

Das Team wird am heutigen Mittwoch mit der Ankunft von Wirtschaftsingenieursstudentin Andrea Suarez komplettiert und ist den ersten Berichten nach bereit zu den Schulen in der Privinz Gaza zu starten. In den nächsten Wochen werden sich die vier „Ingenieure ohne Grenzen“ in zwei Teams aufteilen und mit jeweiliger Unterstützung eines lokalen Masterstudenten, einer Betreuerin der Caritas Chokwe sowie einem Fahrer, insgesamt zwölf Schulen mit Pico Solar Systemen zur Beleuchtung der Klassenzimmer ausstatten.

Nun zum Erlebten der ersten drei Tage:

Wie bereits erwähnt kamen die ersten drei Mitglieder am 28.08. in Maputo an. Nach langem und anstrengendem Flug, der ohne Probleme verlief, wurden sie per Shuttle Bus zum Hostel Fatima gebracht in welchem sie die ersten Tage in Maputo verbringen. Der restliche Sonntag wurde zum Einkaufen von Lebensmitteln und zu einer kurzen Stadtführung genutzt, geführt durch die bereits „Maputoerfahrene“ Brita.

Montag der 29. August begann mit einem Besuch bei der Deutschen Botschaft bei Frau Pieper, die Kleinstprojekte innerhalb Mosambiks betreut. Sie war sehr erfreut uns wiederzusehen (nach dem ersten Besuch während der Erkundung) und möchte weiterhin regelmäßig mit uns in Kontakt bleiben. Beim Treffen wurden verschiedene Punkte angesprochen, beispielweise eine mögliche Zusammenarbeit mit dem Bildungministerium Mosambiks, allgemeine Informationen über Schulen (z.B.  durchschnittliches Lehrer Schüler Verhältnis von 1:65) und eine mögliche zukünftige Unterstützung bei Folgeprojekten. Interesanterweise erwähnte Frau Pieper noch, dass sich bei der Stadtverwaltung Chokwe Informationen zu alten Brunnenprojekten etc. auftreiben lassen.

Am Nachmittag fand nach mehreren gescheiterten Anläufen ein Treffen mit der portugissischen NGO Progresso statt, besser gesagt mit deren Direktorin. Progresso arbeitet in den zwei nördlichsten Provinzen Mosambiks und ist hauptsächlich im „Community Development“ aktiv.  Mit der Dirketorin wurden konkret zwei möglich zukünftige gemeinsame Projekte besprochen, wobei es sich zum einen um einen Damm handelt und zum anderen um die Elektrifzierung von sieben Schulen um diese auch für Abendunterricht nutzen zu können, also ein sehr ähnliches Projekt wie unser aktuelles.

Der folgende Dienstag, 30. August, stand ganz im Zeichen der Materialbesorgung für unser aktuelles Projekt. Es trat dabei ein kleines unerwartetes Problem auf, da ca. 2/3 der Läden wegen Ramadan geschlossen waren. Bei einem Rundgang durch die gesamte Stadt konnten dennoch zum einen interessante Läden zur Materialbeschaffung gefunden und auch bereits einiges an Material gekauft werden. So ist unsere Regionalgruppe nun, um es in den Worten von Brita zu sagen „stolzer Besitzer eine Akkubohrmaschine (Bosch) und einer Leiter, die sie zu dritt in einem Tuk Tuk quer durch Maputo transportiert haben, wobei dabei der Präsident Mosambiks zugeschaut hat“. Ganz so groß ist die Aufmerksamkeit die unsere Arbeit dort erregt dann leider doch wieder nicht, aber immerhin fuhr der Präsident in einer Eskorte am Tuk Tuk vorbei.

In einem der zahlreichen kleineren Elektroläden konnten desweiteren Kabelbinder, Schrauben und Schalter etc. erworben werden, die nun in den nächsten Tagen unter anderem zum Bau der Verschaltungseinheiten benutzt werden. Die beiden Masterstudenten, Basilio und Andre, hatten diesbezüglich zwar lokale Unternehmen angefragt allerdings keinen Auftrag vergeben, sodass diese Arbeit nun noch von uns selbst erledigt werden muss.

Am Abend des anstrengenden Tages, mit vielen zurückgelegten Kilometern quer durch die Stadt, gab es ein erstes Treffen mit Boa Cuamba, Professor an der Mondlane Universität und einer unserer wichtigsten Kontaktpersonen im Land. Dabei wurde die weitere Vorgehensweise besprochen. Eventuell kann bereits morgen die Reise nach Chokwe angetreten werden, da die Pico Solar Systeme noch heute aus dem Zoll herauskommen, und das meiste benötigte Material ja bereits erworben wurde. Es fehlt zwar noch ein bisschen Lochband, aber das dürfte aufzutreiben sein sobald wieder mehrere Läden geöffnet haben.

Wie bereits kurz angeschnitten schaut die Planung für die nächsten Tage grob wie folgt aus:

  • Die Solar Systeme können heute aus dem Zoll abgeholt werden
  • Andrea trifft ebenfalls heute in Maputo ein, somit ist das Team von Ingenieure ohne Grenzen Seite aus komplett
  • Das Team, inkl. Systeme und Material wird nach Chokwe zur Caritas fahren (eventuell noch am heutigen Mittwoch, oder am morgigen Donnerstag), wo sie im Gästehaus Station für die nächsten Tage/Wochen beziehen werden. Von dort aus werden dann Schritt für Schritt die Materialien für die einzelnen Schulen vorbereitet und natürlich die Schulen / Gemeinden eine nach der anderen besucht, um die Systeme anzubringen.

Soweit der erste Bericht aus Maputo, sobald es weitere Neuigkeiten gibt werden wir euch über den Blog auf dem Laufenden halten.

 Benjamin Seckinger

Projektblog aus Mosambik & Aktuelles der Regionalgruppe Ulm / Neu-Ulm.

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