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Hilfe zur Selbsthilfe will die Ulmer Regionalgruppe der „Ingenieure ohne Grenzen“ geben. Durch die Installation von leistungsfähigen Solarsystemen sollen langfristig sogar Arbeitsplätze geschaffen werden.

 FRANZISKA REINDL
 Ingenieure sind Mangelware in Deutschland, das ist schon lange bekannt. Der Fachkräftemangel ist immer wieder ein großes Thema, aber uns Deutschen geht es gut. Wir haben Strom, fließend Wasser und mobile Fortbewegungsmittel. In anderen Ländern ist der Begriff Fachkräftemangel nicht annähernd ausreichend. Denn in vielen Ländern gibt es keinen Mangel an Ingenieuren, sondern eine regelrechte Not. Fließend Wasser, Licht und Stromversorgung im Allgemeinen sind nicht überall selbstverständlich. Die Organisation „Ingenieure ohne Grenzen e.V.“ versucht das Leben der Menschen in den ärmsten Ländern derWelt nachhaltig zu verbessern. Die Hilfsorganisation wurde 2003 von neun Ingenieuren aus Deutschland und einem Volkswirt gegründet. Die Non-Profit-Organisation beschäftigt sich mit der Lösung ingenieurtechnischer Aufgaben in Entwicklungsländern. Die Hilfsorganisation engagiert sich für Ausbildung und Forschung im Rahmen der Entwicklungshilfe und ermöglicht technische Hilfeleistungen. 

Seit gut einem Jahr ist die Hilfsorganisation auch in Ulm vertreten. Das Kernteam besteht aus 20 aktiven Mitgliedern: Ingenieure, weitere Berufstätige, Studenten sowie Schüler. Daniel Schwarz studiert an der Hochschule Neu-Ulm Wirtschaftsingenieur-Wissenschaften und war von Anfang an bei den„Ingenieuren ohne Grenzen Ulm e.V.“ dabei. Der junge Student ist der Hilfsorganisation aus rein ideellen Gründen beigetreten und um seine theoretischen Kenntnisse endlich in die Praxis umzusetzen. Die Mitarbeit bei „Ingenieure ohne Grenzen“ gilt nicht als berufsqualifizierendes Praktikum. „Ich weiß nicht, ob mir das bei zukünftigen Arbeitgebern einen Pluspunkt bringt, aber darum geht es auch nicht“, erklärt Daniel Schwarz. „Sondern es geht darum, Menschen zu helfen. Und das langfristig. Wir bemängeln hier in Deutschland den Fachkräftemangel und die vergleichbar hohen Standards. In Mosambik haben die Menschen so gut wie nichts“,weiß Daniel Schwarz.

Um das zu ändern, reiste die Hilfsorganisation Anfang des Jahres von Ulm nach Afrika. „Ingenieure ohne Grenzen Ulm e.V.“ will in Mosambik Schulen und Gemeinden durch Pico-Solarsysteme mit Elektrizität versorgen. Im Februar fand die erste Ortsbegehung statt, um die Lage vor Ort besser einschätzen zu können. Im Sommer dieses Jahreswerden bereits die ersten Schulen mit Solarlampen versorgt. Professor und Diplom-Ingenieur an der Universität Ulm, Peter Adelmann unterrichtet schon seit Jahren an der Universität in Maputo, der Hauptstadt des Staates im Südosten von Afrika. Professor Adelmann will junge Menschen in Mosambik für die Photovoltaik begeistern und somit Unternehmensgründungen fördern und Arbeitsplätze schaffen.

Außerdem ist die neue Technik auf lange Sicht günstiger und umweltfreundlicher als die bisher inMosambik üblichen Petroleumlampen. „Pico-Solarsysteme erzeugen wesentlich weniger CO2 und werden sich positiv auf die Wirtschaft in Mosambik auswirken“, erklärt der Ulmer Professor. Sein Unterricht an der Universität in Maputo dient vor allem auch der Erhaltung der neuen Anlagen. Denn wenn die Anlagen – nachdem die Ingenieure wieder zurück nach Deutschland gereist sind – nicht gewartet und in Stand gehalten werden können, war die ganze Mühe umsonst. „Der Erhalt der Solaranlagen durch die Ausbildung der Menschen vor Ort ist für mich mit der wichtigste Aspekt“, so Adelmann. Die Organisation hat schon vielen Menschen geholfen und Professor Adelmann sowie Daniel Schwarz und alle Mitglieder von „Ingenieure ohne Grenzen“ werden unermüdlich weitermachen.

Quelle: Südwest Presse Ulm

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Projektblog aus Mosambik & Aktuelles der Regionalgruppe Ulm / Neu-Ulm.

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