Solarprojekt in Combarbalá, Chile

Solarprojekt in Combarbalá, Chile

In Chile werden pro Jahr ca. 40.000 Sozialwohnungen gebaut. Die energetische Versorgung der Bewohner dabei teilweise durch regenerative Energien zu decken, wurde bis jetzt bei der Planung nicht wesentlich berücksichtigt.

Für die 120 Doppelhaushälften in Combarbalá wurde von Beginn an über die Integration von Solarthermie zur Warmwasserbereitung sowie über eine elektrische Versorgung mit Hilfe der Photovoltaik nachgedacht. Im Verlaufe der Projektentwicklung wurden immer mehr chilenische Partner mit ins Boot geholt, so dass die Integration der Solarthermie nun vollständig in chilenischen Händen liegt. Die Integration eines Photovoltaiksystems ist weiterhin der Aufgabenschwerpunkt von Ingenieure ohne Grenzen e.V. Freiburg.

Projektanstoss

In Combarbalá in Chile beginnt Anfang des Jahres 2009 der Bau einer Sozialsiedlung für 115 Familien. Verónica Vucasovic Montt, eine in Deutschland lebende Chilenin, tritt auf Ingenieure ohne Grenzen Deutschland e.V. zu um heraus zu finden, inwieweit die Nutzung von regenerativen Energien in das Bauvorhaben integriert werden und ob Ingenieure ohne Grenzen hierbei Unterstützung liefern können. Die Regionalgruppe Freiburg, welche sich auf den Einsatz regenerativer Energien konzentriert, sah den Pilotcharakter, den ein solches Projekt hat und versprach Unterstützung.

In Chile werden pro Jahr ca. 40.000 Sozialwohnungen gebaut. Die energetische Versorgung der Bewohner dabei teilweise durch regeneative Energien zu decken, wurde bis jetzt bei der Planung nicht wesentlich berücksichtigt.

Für die 120 Doppelhaushälften in Combarbalá wurde von Beginn an über die Integration von Solarthermie zur Warmwasserbereitung sowie über eine elektrische Versorgung mit Hilfe der Photovoltaik nachgedacht. Im Verlaufe der Projektentwicklung wurden immer mehr chilenische Partner mit ins Boot geholt, so dass die Integration der Solarthermie nun vollständig in chilenischen Händen liegt. Die Integration eines Photovoltaiksystems ist weiterhin der Aufgabenschwerpunkt von Ingenieure ohne Grenzen e.V. Freiburg.

Projektziel

In Deutschland wird die Möglichkeit der Einspeisung von regenerativen Energien über das Erneuerbare Energiegesetz geregelt (EEG). Das heißt, dass der Netzbetreiber verpflichtet ist, den regenerativ erzeugten Strom zu einem fesgelegten Preis abzukaufen. Im Laufe des nächsten Jahres wird die Einführung einer solchen Regelung ebenfalls in Chile erwartet. Dadurch ergibt sich auch in Chile die Möglichkeit einer netzgekoppelten Einspeisung durch Photovoltaik. Die von Ingenieure ohne Grenzen geplante Anlage wäre somit eine der ersten Anlagen die vom diesem Gesetz profitiert und die somit vor allem eine Funktion als Pilotanlage hat.

Die Auslegung der Anlage erfolgte für den erwarteten elektrischen Verbrauch für Licht in der Siedlung und beläuft sich so auf eine elektrische Leistung von 10 kWp.

Das gesamte Projekt soll in seinem Verlauf durch Schulungen der Bewohner vor Ort begleitet werden. Hierzu sind ebenfalls verschiedene Projektpartner mit im Boot.

Nähere Informationen zum Gesamtprojekt sind Hyperlink-Symbol hier auf spanisch zu lesen.

Projektakteure

Hyperlink-Symbol Tu Casa Gestíon Inmobiliaria ist ein soziales Unternehmen mit dem Ziel nachhaltige Siedlungen für Menschen die in Armut leben zu bauen.

Comité Portal Cruz del Sur in der Kommune von Combarbalá (IV. Region Chiles) ist eine Nachbarschaftsorganisation, gegründet am 26. September 2004 mit dem Ziel gemeinsam eine Siedlung (Barrio) zu bauen, die bis zu 98% vom Staat finanziert wird.

Hyperlink-Symbol Ecomaipo ist eine gemeinnützige Organisation. Ziel der Organisation ist die Förderung der Nutzung von Regenerativen Energien (RE) sowohl in der eigenen Kommune wie in dem ganzen Land. Ecomaipo führt technische und Bildungsprojekte durch.

GEA ( Hyperlink-Symbol Generacíon Energías Alternativas) ist eine studentische Organisation, gegründet in 2000, angesiedelt an der Technischen Universität Federico Santa Maria in Valparaiso. Die Gruppe entwickelt in Kooperation mit Ingenieure ohne Grenzen die Schulungskonzepte zur Weiterbildung der Bewohner in Sachen Umgang mit Erneuerbaren Energien und Energieeinsparmaßnahmen im Alltag sowie den Finanzkonzepten zum nachhaltigen Umgang mit der Energieerzeugungsanlage.

CNE ( Hyperlink-Symbol Comisíon Nacional de Energía) ist eine Regierungsorganisation, die beratend und für die Umsetzung von energiepolitischen Entscheidungen veranwortlich ist und Pilotprojekte wie den Bau der Solarthermieanlagen in unserem Kooperationsprojekt unterstützt.

Projektkosten

Schulungen und Projektevaluation – ca. 20 T€ - bezahlt durch Heinrich Böll Stiftung, ASA-Programm und CNE (comision nacional de energía)‏

Solarthermie – ca. 80 T€ - bezahlt durch CNE

Photovoltaik – ca. 25 T€ - bezahlt durch Fundraising in Deutschland durch Ingenieure ohne Grenzen e.V.

Projektfolgekosten: mit Hilfe eines genossenschaftlichen Geschäftsplans werden Gelder speziell für die Photovoltaik-Anlage evtl. auch für die Solarthermie-Anlagen durch die Siedlung lokal erwirtschaftet.

Bebauungsplan

Kommentare

Starke mediale Aufmerksamkeit in Chile zu unserem geplanten Solarprojekt in Combarbala

Nachdem die Projektvorbereitungen offiziell im letzten Herbst begonnen werden konnten, haben unsere Partner bereits ganze Arbeit geleistet. Prof. Roberto Roman von der Fakultät für Maschinenbau der Universität in Santiago de Chile hat uns im Februar diesen Jahres mehrfach in einem Interview mit CNN Chile erwähnt als er zum Einsatz von Solarenergien ca. eine Viertelstunde interviewt wurde. Der Videocast ist hier zu sehen: www.cnnchile.cl/salud-medio-ambiente/2009/02/08/energias-renovables/.

Die von HaWi Energietechnik gespendeten Photovoltaik-Module sind bereits im Januar nach Chile verschifft worden und lagern nun bewacht in dem Haus der Nationalen Energiekommission von Chile, die dem ganzen Solarprojekt den Status eines Pilotprojekts zuerkannt hat. Wir danken an dieser Stelle nochmals Familie Nachtigall, die uns den Transport nach Chile durch die Bereitstellung von Containervolumen ermöglicht hat.

Auch die Siedlung an sich nimmt endlich konkrete Formen an, nachdem die Bewohner nun 5 Jahre gespart haben, die Eigentümerverhältnisse des Grund und Bodens geklärt werden konnten und auch Wasserrechte nach langem Tauziehen zuerkannt wurden. Der Bau der Wohnhäuser und des Gemeindezentrums als wichtigstem Gebäude für das INGOG-Projekt (die Dachfläche dient der Installation der PV-Anlage) beginnt nun Ende April und die Fertigstellung des Daches ist auf Mitte September terminiert. Eigentlich ideal für unseren geplanten Projektzeitraum.

Anfang April haben nun die Schulungen der Bewohner begonnen. Diese ersten Schulungen sind durch unsere chilenischen Partner in Absprache mit uns geplant und durchgeführt worden. Es wurden vor allem die Themen Energieeinsparung, Solarkochereinsatz, Betriebskonzept der PV-Anlage und der Solarthermieanlagen und deren Auswirkungen für die Bewohner vermittelt. Durch den Einsatz erneuerbarer Energien können Gelder zurückgelegt werden, dadurch dass die Bewohner das eingesparte Kapital durch die Minimierung des Gasverbrauchs für die Warmwassererzeugung und das Kapital durch die Netzeinspeisevergütung ansparen. Damit sind beide technischen Einrichtungen - die zentrale PV-Anlage und die dezentralen Solarthermieanlagen - auf langfristige Sicht einsatzbereit, weil Wartungen, Ausbau und Ersatz finanziert werden können.

Auch in den Zeitungen findet unser Projekt zunehmend Beachtung. Heute wurde ein Artikel dazu in einer wichtigen chilenischen Tageszeitung veröffentlicht. Der Artikelt ist online hier zu finden: www.latercera.com/contenido/680_122364_9.shtml.

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