Agua para Bolívar - nachhaltige Wasserversorgung in Bolivien
Weniger als 7,5 Liter Wasser am Tag - nur so viel steht vielen der 120 Bewohner der Dörfer Condorhuacha und Kochipata zur Vergügung. Dieses birgt ein hohes Gesundheitsrisiko für die Menschen. Mit Hilfe des Projektes Agua para Bolívar - Nachhaltige Wasserversorgung in Bolivien soll die verfügbare Wassermenge nachhaltig auf bis zu 50 Liter pro Person und Tag erhöht werden.
Gemeinsam mit den Bewohnern zweier bolivianischer Bergdörfern bauen Ingenieure Ohne Grenzen e. V. eine zuverlässige, nachhaltige Wasserversorgung auf. Mit einfachsten Mitteln wird so die Grundlage für Hygiene und mehr Lebensqualität geschaffen.
AUSGANGSLAGE
In einer Erkundung in 2011 wurde in Zusammenarbeit mit den Bewohnern festgestellt, dass der dringendste Bedarf vor Ort eine funktionierende Wasserversorgung ist. Derzeit leben viele der Bewohner mit unter 7,5 Liter Wasser pro Person und Tag. Damit ist die von der Weltgesundheitsorganisation gesetzte Grenze für ein Überleben ohne ernsthafte gesundheitliche Beeinträchtigungen unterschritten. Zum Vergleich: In Deutschland verbraucht jede Person durchschnittlich ca. 120 Liter pro Tag.
Zurzeit entnehmen die Bewohner von Condorhuacha ihr Wasser aus einem kleinen, verschmutzten Rinnsal (s. Bild unten) an einem versandeten Staudamm oberhalb des Dorfes. Zuvor genutzte Quellen sind versiegt. Die Bewohner müssen einen beschwerlichen Fußweg über steinige und abschüssige Pfade bis zur Wasserstelle bewältigen.
KONZEPT
Erhöhung der Wassermenge Baulicher Schwerpunkt ist die Umgestaltung und Ausbesserung eines bestehenden Damms. Das Material für die Wasserfiltration am Damm soll aus dem umgebenden Flussbett gewonnen werden. Zusätzlich soll mit Brunnenbohrungen bislang unerschlossenes Grundwasser gefördert werden.

Wasser einer guten Qualität wird somit dorfnah gewonnen. Eine anschließende Verwendung von Brauchwasser in der Landwirtschaft erhöht die Nachhaltigkeit des Gesamtkonzepts.
Zugänglichkeit zu Wasser
Dort wo keine Gravitationsleitungen möglich sind, wird Wasser mittels regenerativer Energien gefördert. Die Bewohner der Projektdörfer, welche das Wasser bislang zu Fuß über unwegsames Gelände transportieren, werden entlastet. Während der Erkundung wurde ein Prototyp einer einfachen Windkraftanlage zur Wasserförderung in Kochipata errichtet. Die gewonnen Erfahrungen werden für die weiteren Planungen genutzt.
Wasserqualität
Bislang offene Wasserentnahmestellen werden umgestaltet, sodass eine Kontamination des Wassernetzes durch die Wasserentnahme vermieden wird.
MASSNAHMEN

1. Projektphase Juli - November 2012
- Instandsetzung des baufälligen Damms
- Installation eines Filtersystems zur Wiedernutzbarmachung des versandeten Damms
- Workshops mit den Bewohnern
- Durchführung von exakten Höhenmessungen für mögliche neue Freigefälleleitungen
2. Projektphase Juli - November 2013

- Reparatur und Verlegung neuer Leitungen von dem Staudamm zu einem bestehenden Tank
- Errichtung hygienischer Wasserentnahmestellen und eines Waschplatzes
- Ggf. Aufbau einer Windkraftanlage zum Pumpen von Wasser
- Durchführung der Brunnenbohrung im Dorf
- Workshops mit den Bewohnern
Evaluation
Oktober 2014
Eine Evaluation vor Ort gehört für uns zum erfolgreichen Projektabschluss. Diese wird nach der zweiten Projektphase durchgeführt und stellt ggf. Erfolge oder erforderlichen Nachbesserungsbedarf fest und leitet entsprechende Maßnahmen ein. So wird sichergestellt, dass das durchgeführte Projekt den Begünstigten auch tatsächlich langfristig zugutekommt.
NACHHALTIGKEIT
ist die Basis aller Maßnahmen. Diese werden in enger Abstimmung mit den Dorfbewohnern beschlossen. Wir veranstalten vor Ort Workshops zu relevanten Themen. Die Bauarbeiten führen die Bewohner unter Anleitung der Ingenieure ohne Grenzen selbst durch. Von Beginn an werden die Bewohner so in das Projekt mit einbezogen und identifizieren sich mit den Maßnahmen. Dieses Vorgehen trägt insbesondere zur Verlängerung der Lebensdauer der technischen Komponenten bei, da die Instandhaltung im Anschluss an das Projekt von den Bewohnern eigenständig durchgeführt werden kann.
Für eine gerechte Verteilung des zusätzlichen Wassers wird mit dem Wasserkomitee des jeweiligen Dorfes nach der individuell besten Lösung gesucht. Eine kleine Abgabe der Nutzer soll Rücklagen für zukünftige Reparaturkosten bilden.
PARTNERORGANISATIONEN
In diesem Projekt wird Ingenieure ohne Grenzen mit drei Partnerorganisationen vor Ort zusammenarbeiten.
Engineers in Action
, World Vision
und die regionalen Behörden
unterstützen die Arbeit von Ingenieure ohne Grenzen u.a. durch Kenntnisse der Verhältnisse vor Ort, durch Werkzeuge, Messinstrumente, Materialien und Transporte. Diese Partner haben schon verschiedene Projekte zur Verbesserung der Lebensqualität der indigenen Bevölkerung in Bolivien durchgeführt und stehen uns mit ihren Erfahrungen durch Rat und Tat zur Seite.
UNTERSTÜTZUNG
Mit Ihrer Spende für das Projekt Aqua para Bolívar – nachhaltige Wasserversorgung in Bolivien helfen Sie den Bewohnern von Condorhuacha und Kochipata, sich selbst zu helfen und eine dauerhafte Wasserversorgung zu errichten.

Wir bitten Sie um Ihre Unterstützung.
Spendenkonto :
Ingenieure ohne Grenzen e.V.
Konto: 1030 333 337
Sparkasse Marburg Biedenkopf
BLZ 533 500 00
Verwendungszweck: BOL-ASA 01, Name, Adresse
Spenden sind selbstverständlich steuerlich absetzbar.
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