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Biogasanlage für Tansania

Westlich des Victoriasees liegt Kagera. In dieser ländlichen Region ist Brennstoff wie Holz oder Kohle nur schwer zugänglich und stellt für viele Familien eine enorme finanzielle Belastung dar. Kleine Biogasanlagen sind die Lösung. Ein Berliner Studententeam hat sich im Juli auf den Weg nach Tansania gemacht, um dieses Projekt zu realisieren.

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“Biogas Support for Tanzania“ (BiogaST)

Beteiligte Institutionen

Fachhochschule für Technik und Wirtschaft (FHTW) Berlin.

Grundlage des Projektes ist eine Diplomarbeit zum Erreichen des Akademischen Grades des Diplom Ingenieurs (FH). Das Thema der Diplomarbeit lautet „Potentiale und Realisierungsmöglichkeiten von Kleinstbiogasanlagen in Tansania/Kagera“. Geschrieben wird diese Arbeit von Philipp Becker, Student des Studiengangs Umweltverfahrenstechnik in Zusammenarbeit mit dem Verein Ingenieure ohne Grenzen.

  1. Betreuer : Prof. Dr.-Ing. Petra Bittrich (FHTW Berlin)
  2. Betreuer : Prof. Dr. Claudia Baldauf (FHTW Berlin)
  3. Betreuer : Thomas Kraus (Ingenieure ohne Grenzen)

Zielgruppe und Gründe für Biogasanlagen

Zielgruppe dieses Projektes sind Familien in Kagera, einer ländlichen Region westlich des
Victoriasees. Die Menschen dieser Region leben meist in Gemeinschaften aus ca. vier Familien.
Eine Familie umfasst durchschnittlich sechs Menschen und erwirtschaftet ein durchschnittliches
Jahreseinkommen von 240 €.
Für die Menschen der Region, die abgelegen in Häusern zwischen ihren Feldern leben, stellt schon
der Kauf von Brennstoffen zum Kochen eine große finanzielle Belastung dar. Da es in der direkten
Umgebung nur sehr wenig Holz gibt, müssen oft lange Wege zum Brennholz sammeln zurückgelegt
werden.

Gründe für den Einsatz von Biogasanlagen sind:

  • Dass über die Anlagen ohne hohe laufende Kosten, Abfälle reduziert und Energie gewonnen
    werden kann. Das gewonnene Gas eignet sich z.B. für den Betrieb von Gaskochern und
    Gaslampen.
  • Biogas verbrennt wesentlich sauberer als knappes und schwer zugängliches Holz oder teure
    Kohle. Dies würde zu einer Gesundheitlichen Verbesserung der Menschen beitragen, da diese
    oft mehrere Stunden am Tag dem Holzqualm/Ruß in den Kochhäusern ausgesetzt sind.
  • Die Abfallprodukte einer Biogasanlage können als nährstoffreicher Dünger zur Steigerung der
    Ernte genutzt werden.

Zielsetzung und geplante Maßnahmen

1.Phase: Machbarkeitsstudie zum Projekt

Zielsetzung der ersten Phase ist es zunächst im Rahmen einer Machbarkeitsstudie die Potentiale und
Realisierungsmöglichkeiten von Kleinstbiogasanlagen in der Region Kagera/Tansania zu
untersuchen.

Dazu sollen bestehende Anlagen Vor Ort besichtigt und evtl. eine Evaluierung dieser durchgeführt
werden. Zur Ermittlung des Potenzials werden in einem Biogaslabor das während dieser
Projektphase im Ausbildungszentrum Mavuno (Kagera/Tansania) errichtet wird, erste Versuche zur
Analyse der vorhandenen Substrate durchgeführt.

Des weiteren sollen Schüler des Ausbildungszentrums von Mavuno an das Thema Biogas
herangeführt werden. Dies soll im theoretischen und praktischen Unterricht schon während dieser
Phase des Projektes geschehen. Außerdem soll durch Gespräche mit den verantwortlichen
Mitgliedern Mavunos und der Bevölkerung eine Akzeptanz für Biogas entstehen.

2. Phase: Umsetzung der Projektes

Aufbauend auf den Ergebnissen der Machbarkeitsstudie sollen in der zweiten Phase des Projektes
erste Anlagen in Zusammenarbeit mit den Schülern von Mavuno entwickelt, gebaut und in Betrieb
genommen werden. Gleichzeitig soll der Unterricht am Ausbildungszentrum weitergeführt und der
Lehrplan vervollständigt werden.

Das Hauptziel dieser Phase besteht vor allem darin, Fachkräfte für den Bau und die Planung der
Biogasanlagen auszubilden.

3. Phase: Evaluierung und Übergabe des Projektes

Die abschließende und dritte Phase des Projektes beschäftigt sich mit der Evaluierung. Dabei soll
eine Übersicht der einzelnen Schritte sowie Anregungen zur Verbesserung des gesamten Projektes
gegeben werden. Um die Nachhaltigkeit des Projektes, d.h. einen von „Ingenieure ohne Grenzen“
unabhängigen Bau und Betrieb von Anlagen zu gewährleisten, soll das Projekt von Mavuno als
Organisation Vor Ort übernommen und weitergeführt werden.

Ansprechpartner

Philipp Becker
Boxhagener Str. 29
10245 Berlin

email: philipp.becker@ingenieure-ohne-grenzen.org
Tel.: 0178/2174264 oder 030/29771126