Bein Brückenbau helfen Alle mit
Inmitten der Hügel Ruandas befand sich der Bauplatz. Die Brücke sollte über den Mbirurume gebaut werden. 60 m hinter dieser Stelle fließt dieser Fluss mit dem Mwogo zusammen und bildet den größten Fluss Ruandas den Nyaborongo. Anfang Oktober 2001 wurde an dieser Stelle eine Brücke, die 1970 aufgebaut wurde, weggespült. Den Anwohnern war es nun nur noch erschwert möglich, die andere Seite zu erreichen.
Sie waren somit abgeschnitten von dem dortigen Krankenhaus. In dem Zeitraum zwischen Oktober und April, so wird geschätzt, sind 300 Menschen umgekommen, da sie entweder in den Fluten des schnell ansteigenden Flusses ertrunken sind oder weil sie das Krankenhaus in Kilinda nicht erreichen konnten.
Der Bauplatz ist ungefähr 80 km von Kigali entfernt. Die ersten 50 km der Strecke hatte man in einer Stunde bequem über eine Asphaltstraße hinter sich gelassen, dann folgten zweieinhalb Stunden ungemütliche Fahrt auf einer Buckelpiste.
Im Oktober kamen Anke und Sandra in Kigali an. Von hier aus mußte alles geplant und organisiert werden.
Die Fundamente der alten Brücke waren noch zu erkennen, nun mußte übelegt werden, an welche Stelle die neue Brücke gebaut werden könnte.Bei den ersten Besuchen des Brückenstandortes haben wir einen Anwohner gefragt, wo denn die tiefste Stelle des Flusses im Bereich der alten Brückenquerschnittes ist. Er sprang daraufhin ins Wasser und sagte: "Hier!"
Zum Baubeginn kamen ungefähr 100 Leute aus der Umgebung zur Baustelle, die Arbeit suchten. Wir konnten natürlich nicht alle einstellen, auch wenn wir möglichst vielen Leuten Arbeit geben wollten, damit der Lohn gerecht auf die umliegende Dorfbevölkerung verteilt wird. Es standen uns nur einfache Mittel wie Maurerschnur, Wasserwaage und Maßband zur Verfügung, um alle Punkte der Brücke einzumessen. Die Widerlagerfundamente an beiden Seiten der Brücke mußten ausgehoben werden, ungefähr 14 m³.
Mit Hilfe von kleinen Pirogen konnten die Steine und Kiese der Gegenüberliegenden Flusseite genutzt werden. Vom KIST konnten wir einen Betonmischer leihen, den wir vorher noch reparieren mussten, es fehlte z.B. die Kurbel zum Starten. Vom KIST konnten wir einen Betonmischer leihen, den wir vorher noch reparieren mussten, es fehlte z.B. die Kurbel zum Starten. Auf beiden Seiten der Brücke musste ein großes Widerlagerfundament gebaut werden. Um den Beton, der mit dem Betonmischer gemischt wurde auf die andere Seite zu befördern, entwarfen wir eine Seilkonstruktion. Ungefähr 40 Arbeiter halfen an diesem Tag, den Beton in das Hauptfundament zu transportieren. Morgens um 6 Uhr begannen wir mit der Arbeit und waren ungefähr abends um 6 Uhr fertig.
In einem Workshop von KIST wurden die Pylone hergestellt. Hierfür wurden HEB 140 Stahlprofile aneinander geschweißt, Querstreben zur Aussteifung angeordnet und an der Spitze eine halbe Autofelge angeordnet, über die später das Stahlseil geführt werden sollte. In Kigali wurden die Stahlprofile vorbereitet und verschweißt. Eine Stahlmasse von 1 t wurde in die Senkrechte aufgestellt. Das Haupttragseil bestand aus einem 20 mm Stahlseil, an dem das Hängeseil zick-zack-förmig angebracht werden sollte. Hiefür bauten wir eine Schablone, um das Hängeseil bereits an Land an dem Hauptseil befestigen zu können. Zeitgleich mit den Vorbereitungen der Seile wurden die Holzträger vorbereitet.
Die Arbeiten erfolgten mit einfachem Werkzeug z.B. mit einer Handbohrmaschine, da es auf der Baustelle ja keinen Strom gab. In die Seilschlaufen mussten die Rundhölzer eingelegt werden. Eine schwierige Aufgabe, da diese Hölzer rund 70 kg das Stück wogen. Auf die Rundhölzer wurden die Hauptträger aufgelegt. Eine sehr wackelige Angelegenheit. Der Zugang auf der Kibuye Seite wurde durch eine Rampe realisiert, auf der Gikongoro Seite wurden Stufen angeordnet.
Zur Aufanahme der Windlasten wurden Windfundamente angeordnet. Das Haupttragseil wurde um die Rundhölzer herumgeführt. Der Hauptträger und die Pfosten des Geländers wurden mit Stahlwinkeln befestigt.