Biogas-Demonstrationsanlage für Samoa

In der Nähe von Samoas Hauptstadt Apia entsteht eine Biogas-Demonstrationsanlage, um Funktion und Vorteile der Biogastechnik zu vermitteln und die Akzeptanz für diese Form der Gasversorgung zu steigern.
Der Inselstaat Samoa liegt im südwestlichen Pazifik und setzt sich aus vier besiedelten sowie einigen unbewohnten Inseln zusammen. Die Hauptinsel mit der Hauptstadt Apia an der Nordküste ist Upolu. Hier leben etwa dreiviertel der 180.000 Samoaner in zumeist sehr kleinen Ortschaften.
Diese ländliche Bevölkerung nutzt zum Kochen und zur Beleuchtung hauptsächlich Gas und Holz. Das benötigte Propangas wird importiert und macht einen großen Teil der finanziellen Ausgaben der Menschen aus. Wird auf offenen Holzfeuern gekocht, so werden schädliche Abgase frei, die die Gesundheit angreifen und das Weltklima unnötig aufheizen.
Biogas wird durch Bakterien beim Abbau organischer Substanzen, wie zum Beispiel Tiermist und Pflanzenabfälle, erzeug. Es besteht zu etwa 2/3 aus Methan als Energieträger und zu 1/3 aus Kohlendioxid, kann gespeichert und in simplen Gaskochern und Laternen verbrannt werden.
Für den Betrieb einer Biogasanlage ist es von Vorteil, wenn das Vieh in Ställen gehalten wird. Bislang stellt Stallhaltung für Nutztiere eine Ausnahme dar und vor allem Schweine bewegen sich frei in den Städten und auch der Hauptstadt Apia. Die organischen Abfälle der Tiere als Energieträger versickern ungenutzt im Erdreich und stellen ein hohes hygienisches Risiko dar, da sie Träger von Krankheitserregern sind und Menschen sich – besonders Kinder - so leicht infizieren können.
Eine Kleinstbiogasanlage ist von simpler Bauart, leicht zu betreiben und wartungsarm. Im Grunde besteht sie aus drei Behältern, in denen unter Luftabschluss das Biogas erzeugt wird. Zurück bleibt bei diesem Prozess ein Gärrest, der als Dünger verwendet werden kann.
Die Betreiber der Anlage haben hiermit sowohl die Möglichkeit die eigenen landwirtschaftlichen Erträge zu steigern, als auch das Düngemittel zu verkaufen und zusätzliche Einnahmen zu erwirtschaften. Ziel dieses Projektes ist es, ein nationales Biogas-Programm aufzubauen. Fossile Brennstoffe werden eingespart und CO2-Emissionen reduziert. Gleichzeitig werden die Nutzer der Kleinstbiogas-Anlagen finanziell entlastet und gesellschaftlich besser gestellt, das Hygiene-Bewusstsein der lokalen Bevölkerung wird gehoben und die Fähigkeiten der lokalen Arbeitskräfte in der Konstruktion derartiger Bauwerke entwickelt.
Die hier geplante erste Anlage ist daher als Pilot-Projekt für weitere ähnliche Vorhaben anzusehen. Geeignete Partner für die Errichtung und den Betrieb wurden bereits gefunden und Experten des nationalen Umweltministeriums sind sehr an der Biogastechnik interessiert. Der Standort der Anlage nahe der Hauptstadt Apia bietet die Möglichkeit Funktion und Vorteile einer Biogasanlage zu demonstrieren. Es soll eine Akzeptanz in der Bevölkerung für diese Art der Gasversorgung entstehen. Über die Demonstration hinaus ist es beabsichtigt, ein Kurzzeit-Trainingsprogramm ins Leben zu rufen. Landwirte der Umgebung sind als Haupt-Zielgruppe von Schulungsmaßnahmen vorgesehen, doch auch Fachleute sind in Erkundung, Entwurf, Konstruktion und Instandhaltung zu schulen.
Finanzierung
Die Kosten dieses Projektes möchten wir aus Eigenmitteln und Spenden decken. Wir würden uns freuen, wenn Sie bzw. Ihr Unternehmen durch eine finanzielle Zuwendung zum Gelingen des Vorhabens und damit zu einer ganz konkreten Hilfe für Menschen in Samoa beitragen. Über den Fortschritt unserer Projekte halten wir Sie gerne auf dem Laufenden.
Bankverbindung
Ingenieure ohne Grenzen e.V.
Konto-Nr.: 1030 333 337
BLZ: 533 500 00
Sparkasse Marburg-Biedenkopf
Verwendungszweck:
"SAM-IOG01" sowie Ihre vollständige Anschrift für die Spendenbescheinigung
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