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Wasserprojekt In Tajikistan/Anaturush

Werkzeugeinkauf auf Basar

Werkzeugeinkauf auf Basar

Das Dorf Anaturush mit ca. 260 Familien und ca. 2550 Einwohnern liegt etwa 40 km südöstlich von Dushanbe, der Hauptstadt Tadjikistans. Der nächste größere Ort Kafernigon liegt ca. 15 km entfernt Die Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft, haupsächlich Substitutionswirtschaft. Durch das Dorf fliesst ein Netz von Bewässerungsgräben, die Ihr Wasser aus dem Kafernigan-Fluss beziehen. Die Bewässerungsanlagen dienen hauptsächlich der Bewässerung von Baumwollfeldern außerhalb der Gemarkung.

Entnahme von Flußwasser zum trinken! Die Felder, auf denen Spritzmittel aufgebracht werden, befinden sich direkt daneben...

Mit dem Dorfoberhaupt wurde die Lage im März 2003 begutachtet.

Das Dorf verfügt über einen eigenen 60 m tiefen Brunnen, einen kleinen Hochbehälter und ein Wasserversorgungsnetz. Vor einem Jahr ist die Brunnenpumpe irreparabel ausgefallen, somit ist die gesamte Wasserversorgung in Anaturush unterbrochen.

Ein Kanalisationssystem für Abwässer existiert nicht.

Der Chefingenieur des Ortes hat die Pumpe die letzten Jahre immer wieder repariert und die Anlage mit seinen Mitteln für tadjikische Verhältnisse vorbildlich Instandgehalten.

Das Dorf ist nicht in der Lage die Mittel für die notwendige Reparatur aufzubringen. Verschiedene Schreiben an die Behörden haben keine Wirkung gezeigt.

Seit Ausfall der Pumpe ist die Bevölkerung auf die Trinkwasserversorgung aus den Bewässerugskanälen und teilweise aus selbstgebauten Brunnen aus Oberflächennahen Schichten angewiesen. Wer über ein Auto verfügt holt sich sein Trinkwasser aus Kafernigon.

Durch den Gebrauch dieses Wassers ist die Gesundheit der Bevölkerung gefährdet. Nach Aussagen des zuständigen Gesundheitsamtes treten mittlerweile auch Fälle von Typhus auf. Vor allem Kinder sind durch Durchfallerkrankungen geschwächt. Es gab nach Aussagen von Herrn Zuhurov (Head of Village Comittee) schon einige Tote. Medikamente können sich die Einwohner nicht leisten, da sie kaum über Bargeld verfügen.

Hochbehälter in Anaturush

Notwendige Maßnahmen:

Phase 1:

Um die Wasserversorgung wieder in Betrieb zu setzen und nachhaltig zu sichern sind folgende Maßnahmen erforderlich:
a) Lieferung und Einbau einer neuen Brunnenpumpe und des elektrischen Zubehörs.

b) Überprüfung des stilliegenden Hochbehälters, Reinigung, eventuell Reparatur von Leckstellen und Schutzanstrich gegen Korrosion Innen und Aussen.

c) Spülen und Chloren des Wasserversorgungssystems

Phase 2:

Weitere Maßnahmen um die Nachhaltigkeit der Investitionen zu sichern: Um die Wasserversorgung auch in der Zukunft sicherzustellen sollte eine kleine Gebühr von den Nutzern erhoben werden um eine Rücklage für laufende Reparaturen zu schaffen (z.B. Kauf von Ersatzteilen). Die notwendige Arbeitskraft wird von den Einwohnern kostenlos zur Verfügung gestellt. Um ein Bewusstsein für den Verbrauch zu schaffen, sollen in jedem Haus Wasserzähler eingebaut werden. Mit den Einwohnern soll eine Wassersatzung entwickelt werden, um den sparsamen Gebrauch von Trinkwasser zu gewährleisten. Der Head of Village ist mit allen diesen Maßnahme einverstanden.

Zusammenfassung:

Mit relativ geringen Mitteln kann in diesem Projekt ein großer Effekt in kurzer Zeit erzielt werden. Die Nachhaltigkeit des Projektes ist gesichert. Der Chefingenieur des Ortes hat über Jahre die Anlagen für tajikische Verhältnisse hervorragend in Ordnung gehalten, so dass dies auch in Zukunft zu erwarten sein wird. Er zeigt sein innovatives Schaffen immer wieder im Bau neuer kleiner Wasserkraftanlagen aus Schrotteilen. Diese Leute hätten es verdient durch eine verhältnismäßig kleine Maßnahme wieder zu trinkbarem Wasser zu kommen.

Neue Infos vom 13.08.03: Die Pumpe und das dazugehörige Kabel ist bereits gut angekommen. Sobald der Einbau erfolgt, wird davon berichtet werden.

Die Pumpe wurde von Angelika Sames und Ralf Reiner Reimann auf Ihrer privaten Reise nach Tadjikistan im Flieger mitgenommen (116 kg!!+ Kabel!) und dann mit Hans Joachim Sames an den Head of village und den dortigen Chef Ingenieur übergeben. Vielen Dank für den Transport!

Das dazugehörige Kabel für die Pumpe wurde uns freundlicherweise von der Firma Grundfos Pumpen gespendet. Vielen Dank!

Ralph Osswald, Mitarbeiter der MVV-Energie Ag Mannheim hat freundlicherweise in seiner Freizeit den Einwohnern von Anaturush beim richtigen Anschluss der Pumpe geholfen. Vielen Dank!

Neue Infos vom 2.10.03: Die Pumpe ist eingebaut und in Betrieb.

Das heist es gibt wieder Wasser in Anaturush!

Es musste noch eine neue Steigleitung eingebaut werden. Demnächst gibt es ein Wasserfest zur Einweihung des Brunnens. Die Menschen vor Ort sind überglücklich. Sie sagten, Ingenieure ohne Grenzen seien die einzigen die ihr Wort gehalten, und geholfen haben.

Hier noch ein Bild vom Einbau der Pumpe:

Es hat sich gezeigt, das der Hochbehälter nicht richtig dicht ist, dieser soll noch saniert werden, außerdem werden noch Wasserzähler und diverse Schieber benötigt.

Neues vom 19.12.2003: Großzügige Unterstützung seitens der GWF AG aus Luzern! Vielen Dank!

Die Wasserzähler sind mittlerweile in Anaturush angekommen. Es wurde ein Zähler als Anschauungsobjekt vor dem Dorfladen installiert. Dort liegt auch Informationsmaterial aus, um alle Einwohner die nicht auf der Einwohnerversammlung waren über das Projekt zu Informieren.

Um nun das Projekt "Einführung eines Gebührensystems - bzw. Errichtung eines Stadtwerkeähnlichen Betreibes" durchzuführen ist noch einiges an Spenden notwendig!

Es müssen z.b. erstellt werden:

- Wassersatzung
- Gebührenkalkulation
- Abrechnungswesen
- Roadmap zur Entwicklung der Wasserversorgung

Notwendige Ausbildungen z.B.:

- Wasssermanagement
- Lecksuche
- Wasserqualität
- Sanierung von Schadstellen

Dazu notwendiges Werkzeug:

- Lecksuchgeräte
- Schweißgerät
- Aggregat
- Werkzeugsatz

Zur Durchführung dieses Projektes benötigen wir IHRE Spende!