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TZA-IOG09

02.02.2017 // 15:37

Tansania: Solarwasserpumpen und autarkes Licht

Im Gemeindebereich von Kitandililo und Mahongole (ca. 700 km südwestlich von Dar-es-Salaam) gibt es keine Wasser- und Stromversorgung und somit in den Abend- und Nachtstunden im Allgemeinen auch kein Licht.


  • Status:  Erkundung Implementierung Evaluation Abgeschlossen
  • Standort: Kitandililo und Mahongole (ca. 700 km südwestlich von Dar-es-Salaam), Tansania
  • Zeitraum: 12/2010
  • Projektkategorien: 

Ausgangssituation

Im Gemeindebereich von Kitandililo und Mahongole (ca. 700 km südwestlich von Dar-es-Salaam) gibt es keine Wasser- und Stromversorgung und somit in den Abend- und Nachtstunden im Allgemeinen auch kein Licht. Die Bereiche Bildung, Medizin und letztlich auch das Gemeinwohl leiden darunter stark. Petroleumleuchten sind kostenintensiv und durch schwaches Licht und hohe Rauchentwicklung gesundheitsschädlich. Wasser wird vom 3 km entlegenen Fluss geholt bzw. mit hohen Betriebskosten durch eine Dieselpumpe oder mühsam im Handbetrieb gefördert.

Projektbeschreibung

Um einen Verbesserungsbeitrag zu leisten, geben die Ingenieure ohne Grenzen der lokalen Bevölkerung in den Regionen Kitandililo und Mahongole in Tansania technische Hilfestellung bei der Errichtung von zwei Solarwasserpumpen für ein Krankenhaus und eine Baumschule und bei der Installation von autarken LED-Beleuchtungssystemen an einem Mädcheninternat. Das Ziel dabei ist, die Techniker vor Ort mit der Technik vertraut zu machen und sie fortzubilden, damit sie ohne weitere Hilfe von außen weitere Systeme eigenständig planen und aufbauen können. Eine bereits vorhandene Solarwerkstatt könnte dazu genutzt werden, weitere Lichtsysteme selbst zu fertigen.

 

Im Oktober 2011 reisten Martin, Matthias und Florian nach Kitandililo in Tanzania. Im Gepäck: mehrere Solar Home Beleuchtungssysteme. Die drei installierten die LED Lampen in einer Mädchenunterkunft der Secondary School in Mahongole, unweit von Kitandililo. Aufgrund von immer wieder vorkommenden Übergriffen auf Schülerinnen wurde hier für mehr Sicherheit durch die solare Beleuchtung gesorgt. Außerdem wurde ein Klassenzimmer mit einem dieser Systeme ausgestattet um Unterricht und Lernzeit auch nach Einbruch der Dunkelheit zu ermöglichen. Teilweise mehr als 50 Schüler hatten sich bis dahin abends ein schwach beleuchtetes Klassenzimmer zu teilen. In Kitandililo selbst wurden ein Gemeindehaus, ein Kindergarten und zwei Büroräume ebenfalls mit dieser Technik ausgestattet. Die hauptsächliche Arbeit in Kitandililo war die Installation von zwei Solar- Wasserpumpen.

Die Pumpen der Firma LORENTZ wurden in Arusha im Norden Tanzanias bestellt und kamen bereits Anfang diesen Jahres im Dorf an. Die Wasserversorgung der örtlichen Krankenstation und die Installation einer zweiten Pumpe an einem zentralen Platz in der Nähe der Kirche, ermöglichen nun vielen Menschen im Dorf den einfachen Zugang zu sauberem Wasser. Bisher wurde das Wasser mühsam per Hand gefördert. Zur Überbrückung von Zeiten geringer Sonneneinstrahlung werden Hochbehälter genutzt.

Martin, Matthias und Florian arbeiteten täglich mit den Menschen vor Ort zusammen und wurden - wo es nur ging - unterstützt. Zwei örtliche Techniker verfolgten interessiert jeden Handgriff und wurden mit der Technik vertraut gemacht, so dass sie nach der Abreise der Regensburger die Wartung selbst übernehmen können. Die Nachhaltigkeit des Projekts wird weiterhin durch die Tansaniahilfe Ismaning gewährleistet, die schon seit über 20 Jahren in Kontakt und Austausch mit den Menschen in Kitandililo steht.

Die grundlegend neue Erfahrung von angewandtem Ingenieurswissen unter ungewöhnlichen Umständen, der Austausch von Wissen und Lebensgewohnheiten und das Wertschätzen von hierzulande oftmals selbstverständlichen Dingen waren nur einige von unzähligen Erfahrungen die die Ingenieure und Studenten wieder mit nach Deutschland nahmen.