Unsere Zeit in Makali
Implementierungsreise zu unserem Projektpartner MADAM
Von Freetown aus sind wir mit dem Bus in das 120 km nordöstlich liegende Makeni gereist, eine der größten Städte des Landes und Hauptstadt der Northern Province von Sierra Leone. Teil der Northern Province ist der Tonkolili District, in dem das Dorf Makali, unserem Projektstandort, liegt.
Im nahegelegenen Makeni ist unser Projektpartner MADAM (Mankind's Activities for Development Accreditation Movement) ansässig. Die Organisation MADAM engagiert sich vor allem in ländlichen Regionen und unterhält viele Projekte mit Jugendlichen. So ermöglicht MADAM beispielsweise derzeit 110 jungen Menschen, die zum Teil eine schwierige Vergangenheit hatten, eine Ausbildung zu Mechanikern, Schweißern und Hotelangestellten. Mit unserer Ansprechpartnerin Salamatu Conteh haben wir unseren Aufenthalt in Makali geplant und viel über die Gegend und die Bevölkerung erfahren.
Ebenso engagiert und herzlich wurden wir in Makali selbst von Samuel Kabia, einem Lehrer an der von MADAM unterhaltenen Schule, unterstützt. Er zeigte uns das Dorf und arrangierte ein großes Treffen mit allen wichtigen Persönlichkeiten und Entscheidungsträgern. Die Idee der Trockentrenntoilette als Sanitärlösung kam bei allen gut an und das generelle Bedürfnis nach der Verbesserung der Sanitäranlagen besteht weiterhin bei allen Beteeiligten. Auch die Handwerker des Dorfes waren begeistert von unseren Plänen und konnten uns bei einem gemeinsamen Workshop viel in Bezug auf die heimischen Baumethoden und Materialien erklären.
Unser Ansatz zur Problemerörterung und Umsetzung des Projektes
Da es in unserem Projekt bekanntlich um allzu menschliche Probleme und Bedürfnisse geht, kann es nur von Erfolg gekrönt sein, wenn alle Dorfbewohner eingebunden werden und es nicht von oben herab durch Politiker und Experten verordnet wird. Um also möglichst keine Bedürfnisse zu suggerieren, sondern vorurteilslos die Ansichten und Wünsche der betroffenen Personen zu ermitteln, gibt es einen ganzen Baukasten von Kommunikationsmethoden (genannt Participatory Rural Appraisal, kurz PRA).
Unter Einsatz dieser Methoden haben wir beispielsweise mit den Eltern der MADAM-Schüler gesprochen, um zu erfahren, welche Probleme als die größten im Alltag in Makali empfunden werden. Natürlich haben wir uns auch mit den Schülern persönlich beschäftigt. Zusammen haben wir zum Beispiel ein TippyTap gebaut, eine einfache Konstruktion zum berührungslosen Händewaschen, die im Wesentlichen aus einem kippbar gelagerten Kanister besteht. Es war sehr erfreulich zu sehen, wie beliebt das Händewaschen dadurch wurde!
Der Bau eines TippyTaps ist übrigens auch ein beliebter Einstieg in das WASH-Programm, welches der Vermittlung von elementarem Wissen über den Wasserkreislauf und Hygiene dient und an dessen Leitlinien auch wir uns orientieren. Engineers Without Borders aus Sierra Leone haben bereits viel Erfahrung mit diesem Konzept gesammelt und werden sicherlich unsere Partnerschaft mit MADAM auch für die Implementierung sehr gut ergänzen. Erst einmal endet aber unsere erfolgreiche und lehrreiche Zeit an der Schule, doch wir freuen uns schon jetzt darauf, im neuen Jahr zurückzukehren, um mit den Menschen vor Ort unsere Pläne in die Tat umzusetzen.