Weihnachten und das neue Jahr stehen vor der Tür

Weihnachten und das neue Jahr stehen vor der Tür

Dies bedeutet für uns, dass nicht nur eine besinnliche Weihnachtszeit im Kreise unserer Liebsten vor uns liegt, sondern auch ein ereignisreiches Jahr hinter uns.

 Für November war geplant, dass wir in Kabaale die Implementierung des ersten Schrittes für das geplante Wasserversorgungssystem durchführen. Leider kam kurz vor der Ausreise alles anders als geplant. Welches in erster Linie eigentlich ziemlich positiv ist, für uns jedoch nach sehr langer und intensiver Arbeit in den letzten Monaten oder dem gesamten Jahr, einen Rückschlag bedeutete. Der nationale Wasserversorger hat einen neuen Plan, den er bis 2020 in die Tat umsetzen möchte. Dieser Plan sieht vor, dass alle Dörfer in Uganda mit Wasser versorgt werden sollen. In Kabaale fing man also 2 Wochen vor unserer geplanten Implementierung an einen Brunnen zu bohren. Die Bewohner waren erstaunt und fragten sofort bei unserem Projektpartner nach, ob wir die Firma beauftragt hatten. Dem war leider nicht so. Nun, da der nationale Wasserversorger das Projekt „übernommen hat“, können wir in Kabaale leider nichts weiter erreichen. Positiv ist jedoch, dass die Menschen vor Ort Wasser erhalten werden. Davon haben wir uns bei der Bereichsleitung von NWSC überzeugt. Das Wasser wird ebenfalls, wie es auch bei uns geplant war, kostenpflichtig an die Bevölkerung abgegeben. Mit dem Unterschied, dass die Menschen vor Ort nicht selber für die Aufrechterhaltung des Systems zuständig sein werden. Noch immer haben die Leute Zweifel an dem Projekt von NWSC. Wir werden hierzu aber auf dem Laufenden gehalten und werden uns weiterhin erkundigen, wie der Stand der Dinge ist und ob das Wasser bei den Menschen ankommt.

 Nun hieß es für uns, diese neue Wendung zu verdauen, aber nicht den Kopf in den Sand zu stecken. Denn unser Projektpartner hatte schon von Beginn an immer ein weiteres Dorf im Hinterkopf. Dieses Dorf ist Minziiro. Nach gründlichen Überlegungen mit unserem Projektpartner CHM und dem restlichen Team von Ingenieure ohne Grenzen haben wir beschlossen, dass Projekt dorthin zu verlagern um nun schnellstmöglich den Menschen vor Ort sauberes Wasser nachhaltig zur Verfügung zu stellen.

 Minziiro ist nicht mit in dem Plan von NWSC eingeschlossen und wir vermuten, dass es an der Lage liegt, da sich das Dorf an der Grenze zu Tansania befindet. Die derzeitige Wassersituation vor Ort ist leider noch schlechter als in Kabaale. Dieses mussten wir während der Reise im November mit Erschrecken feststellen. Das Dorf teilt sich in ein Ober- und Unterdorf auf. Insgesamt leben dort bis zu 7000 Menschen, davon ca. 700 im Oberdorf. Im Oberdorf gibt es keine Wasserstelle. Um Wasser zu bekommen müssen sehr lange Wege zurückgelegt werden. Ebenfalls befindet sich eine Grundschule im Oberdorf, die wir gerne im ersten Schritt mit Wasser versorgen wollen. Die Schüler müssen täglich den Berg hinunter um die 14 notwendigen Kanister für die Schule nach oben zu tragen. Der Weg ist sehr beschwerlich.

 Als nächster Schritt ist ein VES (Vertical electrical sounding) geplant um herauszufinden in welcher Schicht wir auf genügend Wasser treffen werden. Der neue Brunnen soll im Unterdorf gebohrt werden, von wo aus dann das Wasser in den Tank, der sich im Oberdorf befinden soll, gepumpt wird.

 Wir hoffen, dass Sie uns weiterhin in unserem Vorhaben unterstützen und uns dabei helfen den Menschen die Lebensqualität mittels Zugang zu sauberem Wasser zu verbessern. Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie eine frohe und besinnliche Weihnachtszeit. Kommen Sie gut ins neue Jahr.