Erkundungsreise 2018 Tag 2 und 3
Die letzten beiden Tage in Mek´ele waren wieder sehr ereignisreich.
Um einen Eindruck vom Schulalltag an der „Gereb Tsedo“ zu gewinnen stürzten wir uns am 2. Tag nach einer kurzen Lagebesprechung im Lehrerzimmer direkt ins Getümmel.
Der Lehrer für Amharisch (der offiziellen Landessprache, neben den übrigen 80 regionalen Sprachen) lud uns zu seinem Unterricht in einer vierten Klasse ein. Anschließend durften wir die Mathestunde einer achten Klasse besuchen. Sobald das Pausensignal ertönte füllte sich der Schulhof mit Hunderten quirliger Kinder, die sich sichtlich und unüberhörbar freuten, nun ihre Pause genießen zu dürfen. Im Rahmen der Pause zog es natürlich auch so einige Kinder in Richtung Toilettenhäuschen. Unteranderem ist aufgefallen, dass bei einigen das Bedürfnis wohl so groß war das diese entweder aufgrund der Warteschlange oder durch den Zustand der Toiletten diese nicht verwendet haben und sich dementsprechend anderweitig beholfen haben. Durch persönliche und im Einzelnen geführte Gespräche wurde in Erfahrung gebracht, dass zum Beispiel die älteren Schüler den Gang zu den Toiletten im Ganzen meiden.
Schon allein weil wir nicht wie alle anderen die rote Schuluniform trugen, richtete sich bald die Aufmerksamkeit der Schüler auf dem Pausenhof auf uns. Sofort umringten uns neugierige, erwartungsfrohe Kindergesichter und unzählige Hände streckten sich uns zur Begrüßung entgegen und ebenso viele Namen gerufen in Verbindung mit großer Verwunderung darüber wie seltsam die Namen Eva und Flo doch klingen. Wirklich ein besonderes Erlebnis.
Am Folgetag ging es weiter mit dem Besuch bei dem Hospital, wo wir vom Klinikdirektor empfangen wurden.
Der Ayra Campus liegt an der Witten-Germany-Street, die nach der Deutschen Partnerstadt von Mek`ele benannt ist. Bereits im Büro herrschte reger Betrieb, da hier die Fäden des großen Krankenhauses zusammen laufen, in dessen Einzugsbereich bis zu 9 Millionen Menschen leben. Dennoch nahm sich auch hier der Klinikdirektor persönlich die Zeit uns das Gelände und einige Gebäude zu zeigen.
Für unser Vorhaben hoch interessant sind die Komposttoiletten des Studentenwohnheims. Studenten der Universität begleiten diese als Wissenschaftsprojekt um die Funktion weiter zu optimieren.
Das Krankenhaus arbeitet mit vielen Partnern zusammen. Es ist ein besonders gutes Beispiel dafür, was die richtige Unterstützung an passender Stelle und mit der professionellen Umsetzung der Betreffenden vor Ort für einen enorm positiven und beeindruckenden Effekt für so viele Menschen haben kann.
Nach der Besichtigung gab es zur Stärkung ein Mittagessen in einem traditionellen Restaurant bevor wir uns am Nachmittag dann mit dem Manager der OSSHD zusammengesetzt haben.
Nach Einbruch der Dunkelheit durften wir die große Meskel Prozession erleben. Auf dem Gipfel eines Berges am Rande der Stadt steht ein 52 Meter hohes Kreuz, welches der Startpunkt für den Fackelzug hinab ist. Von unten ergibt sich so ein wundervolles Bild der hell erleuchteten Serpentinen. Die ganze Stadt scheint auf den Beinen zu sein und empfängt singend und tanzend die tausenden Fackelträger. Die ausgelassene Stimmung war sehr ansteckend.