Die finale Planungsphase hat begonnen.
Nachdem wir uns die ersten Monate diesen Jahres intensiv damit beschäftigt haben, ob das Projekt "Sauberes Wasser für den Distrikt Rakai/Uganda" in dieser großen Dimension von Ingenieure ohne Grenzen umgesetzt werden kann oder wir doch einen großen Schritt zurück machen müssen, sind wir zusammen mit allen im Projekt involvierten Parteien zu dem Entschluss gekommen, dass es zwar sehr viel Arbeit bedeutet, wir aber trotzdem an unserem Ziel festhalten, denn die Menschen in Minziiro brauchen dringend Zugang zu sauberem Wasser.
Mittlerweile ist die Planungsphase sehr weit vorangeschritten. Zurzeit läuft die Ausschreibung für das VES (vertical electrical sounding). Dieses soll in den nächsten Wochen durchgeführt werden, um den besten Standort des Brunnens festzulegen. Parallel stehen wir in Kontakt zu diversen Solarpumpenverkäufern und Brunnenbohrfirmen in Uganda, um ein optimales Wasserversorgungssystem zu planen und später umzusetzen. Zudem laufen Recherchen zu Wasserleitungen, durch die das Wasser den Berg hinauf befördert werden muss, und zu Wassertanks, um das oben angekommene Wasser zu speichern.
Nicht nur wir haben uns fleißig mit dem Projekt beschäftigt, sondern auch die Menschen in Uganda. Die Dorfbevölkerung in Minziiro zeigt großes Engagement und Eigeninitiative. Mit Hilfe des Projektpartners CHM wurde vor Ort ein Wasserkomitee gegründet. Dieses hat einen kleinen Betrag festgelegt, welcher für das Wasser gezahlt werden muss, damit das Wasserversorgungssystem nachhaltig funktioniert und z.B. wichtige Wartungsarbeiten vorgenommen werden können. Die Dorfbevölkerung hat sich zudem dazu bereit erklärt, das Land, auf dem der Brunnen stehen soll sowie auf dem die Leitungen verlegt werden sollen, zur Verfügung zu stellen und bei der Implementierung die anfallenden Arbeiten zu unterstützen. Beeindruckend fanden wir die Nachricht, dass bereits ein kleiner Geldbetrag der rund 800 Familien als Wertschätzung und Unterstützung für das Projekt eingesammelt worden ist.
Am 03.10.18 war unser Projektpartner Fred S. (CHM) aus Uganda zu Besuch in Hannover. Nach einer kleinen Stadtführung konnten wir uns intensiv über die Projektplanung austauschen. Dabei ist wieder einmal deutlich geworden, wie dringend die Bevölkerung in Minziiro das Wasser braucht. Am besten lässt sich dies am Beispiel der Hygienesituation verdeutlichen. Da es in den Trockenmonaten kaum Wasser gibt, können die Familien nur in der Regenzeit ihre Wäsche waschen, was zusätzlich zur mangelnden Qualität des Wassers Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen hat. Wir konnten während des Gesprächs nochmals das Stufenausbaukonzept des Projektes erklären und verdeutlichen, dass wir Schritt für Schritt vorgehen müssen und alles von der Wassermenge abhängen wird, die wir letzten Endes fördern können.
Wir sind voller Hoffnung, dass wir mit Hilfe Ihrer Unterstützung im nächsten Jahr die Implementierung durchführen können, um den Bewohnern von Minziiro den Zugang zu ausreichend sauberem Wasser zu ermöglichen.