Endlich geht‘s los!
Nun startet unsere Reise in ein Land, über das wir in den letzten Jahren schon so viel gelernt haben. Ein Land, über das es aber noch viel mehr zu erfahren und in dem es so einiges zu entdecken gibt. Wir sind Henning, Laetitia und Robert. Unsere in Aachen gebliebenen Teamkollegen haben uns mit der Aufgabe nach Sierra Leone gesandt, unsere umfangreiche Vorbereitung endlich in die Tat umzusetzen. In den kommenden Monaten werden wir, gemeinsam mit lokalen Arbeitern den Bau von sechs Trockentrenntoiletten realisieren. Zusätzlich werden wir mit den Lehrkräften unserer Gastschule ein neues Bildungsprogramm zum Thema Hygiene einführen.
Gerade geht in Makali, einem am Highway gelegenen Dorf im Zentrum des Landes, die Regenzeit zu Ende. Das ist die beste Zeit für Bauarbeiten. Wasser ist noch ausreichend vorhanden und gleichzeitig werden die Bauarbeiten nicht mehr so stark von plötzlichen Regengüssen beeinträchtigt.
Unsere Reise startet am 30. September nach einem siebenstündigen Flug in Freetown, der Hauptstadt mit dem einzigen internationalen Flughafen des Landes. Schnell wird uns klar: Die Regenzeit braucht dieses Jahr etwas länger um Abschied zu nehmen. Doch das wird unsere Arbeit hier nicht weiter beeinträchtigen. Unsere erste Amtshandlung als Botschafter und Botschafterinnen der Trockentrenntoilette in Sierra Leone ist ein Treffen mit der deutschen Vertretung in Freetown. Wir wollen uns, unser Projekt und die Technik selbst vorstellen, uns ein wenig über Land und Leute austauschen und für den Fall, dass wir etwas diplomatische Unterstützung brauchen, uns als deutsche Staatsbürger im Land melden. Unsere Präsentation und der darauf folgende Plausch mit dem „Deputy Head of Mission“ sind nicht allzu lang aber sehr informativ und angenehm.
Eine unverhoffte Herausforderung ist es, in einem Land, in dem der Hauptgeldverkehr über Bargeld abgewickelt wird, eben dieses von unserer Kreditkarte abzuheben. Wir befinden uns gerade in der größten Stadt des Landes und natürlich gibt es hier reichlich Banken und Geldautomaten. Doch hat man einmal einen Automaten gefunden, der funktioniert und die eigene Karte akzeptiert, ist es in aller Regel nur möglich einen Betrag von Maximal 4000.000 Leone – das entspricht etwa einem Gegenwert von 40 Euro – abzuheben. Das reicht uns, um hier ein bis zwei Tage gut leben zu können, ist aber bei weitem nicht genug um eine Baustelle zu unterhalten. Wir heben erst einmal nur das Nötigste ab und vertagen das Problem.
Nach drei Tagen verlassen wir Freetown wieder. Mit einem der lokalen Kleinbusse, die täglich zwischen der Hauptstadt und den umliegenden Provinzen verkehren, machen wir uns auf den Weg zu unserer Partnerorganisation MADAM (Mankind Activities for Development Accreditation Movement). Sie hat ihren Hauptsitz in Makeni, wo wir die nächsten Tage verbringen und unsere weitere Arbeit vorbereiten.