Anishas Geschichte

Anishas Geschichte

Anishas Geschichte

Auf unserer Ausreise 2018 trafen wir Anisha. Die aufgeweckte Elfjährige lebt in Sotang, einem kleinen Dorf im Himalaya. Sie hat bereits früh ihren Vater verloren und wird von ihrer Mutter alleine erzogen. Anisha möchte Krankenschwester werden und so der Landbevölkerung helfen. Jedoch hat sie - durch unzureichende Schulbildung und die Abgeschnittenheit des Dorfes - nur geringe Chancen ihren Traum zu verwirklichen.

Hier setzten wir an: Wir helfen der Bevölkerung beispielsweise mit Unterstützung und Ausbildung der Lehrkräfte und dem Anschluss der Schulen ans Stromnetz, damit die Kinder eine gute Schulausbildung bekommen.

Anisha erzählte uns ihre Lebensgeschichte:

“Mein Name ist Anisha Rai. Ich bin 11 Jahre alt und gehe in die 7. Klasse an der Shree Bakhapalam Secondary School in Sotang. Ich lebe mit meiner Mutter und meiner jüngeren Schwester zusammen auf einer Farm. Mein Vater starb als ich noch sehr jung war und seitdem zieht meine Mutter meine Schwester und mich alleine auf. Das Leben ist hart für eine alleinerziehende Mutter, da es in unserem Land keine Unterstützung durch den Staat für alleinerziehende Mütter gibt. Deshalb muss meine Mutter sehr hart arbeiten, um uns zu versorgen. Morgens vor der Schule und abends nach der Schule helfen wir ihr auf der Farm. Wenn meine Mutter beschäftigt ist, koche ich und mache den Abwasch. Während der Schulferien arbeite ich woanders, um ein bisschen Geld für meine Familie zu verdienen. In letzter Zeit habe ich öfters Steine geschlagen und Sand am Fluss gesammelt, den ich auf Baustellen verkaufe.

Ich mag die Schule. Ich habe nur einen 5 minütigen Schulweg, anders als viele meiner Klassenkameraden. Ein Freund von mir muss eine Stunde zur Schule laufen. Das ist ein sehr weiter Weg aber Bildung ist wichtig. Durch sie verstehen wir Dinge besser. Das macht das Leben einfacher. In der Schule habe ich ungefähr 20 Freunde. Die meisten sind nicht regelmäßig in der Schule. Manchmal müssen wir unserer Familie zuhause helfen und dann können wir nicht zur Schule kommen. Manche meiner Freunde mögen es auch nicht zur Schule zu kommen.

Wir lernen auch Englisch. Mein Englisch ist leider nicht sehr gut... vielleicht da die Lehrer nie mit uns Englisch reden. Selbst unser Englischlehrer redet meistens nur in Nepali.

Wenn ich mit der Schule fertig bin, denke ich darüber nach zu meinem Onkel nach Udayapur zu ziehen. Mein Onkel unterstützt mich in meiner Bildung wenn meine Mutter es nicht kann. Ich möchte Krankenschwester werden. Sie helfen kranken Leuten und bei uns im Dorf sind sehr viele Leute krank! Es gibt nicht genug Ärzte und Krankenschwestern in meinem Dorf. Wenn ich die Ausbildung abgeschlossen habe, kann ich in der Krankenstation arbeiten. Dann kann ich den kranken Leuten in meinem Dorf helfen.”

BY: ANISHA RAI übersetzt von der “Lichtblicke im Himalaya”- Projektgruppe