Wasser bringt Leben: Die aktuelle Situation im Ort Wanga // Water brings life: the current situation in Wanga

English version below

Nach unseren Gesprächen mit der Gemeinde Watema haben wir einen Einblick erhalten, wie die aktuelle Wasserversorgung aussieht. Keiner der Haushalte ist an ein öffentliches Wassernetz angeschlossen. Die Bewohner beziehen ihr Wasser daher entweder aus dem Victoriasee oder einer kleinen Quelle weiter im Landesinneren. Zur kurzen Regenzeit können nur einige wenige Haushalte, die über Regenrinnen und Wasserfässer verfügen, etwas Regenwasser sammeln und nutzen.

Pro Haushalt werden täglich 80-120 l Wasser für das Waschen von Geschirr und Sachen, dem Füttern der Tiere, dem Bewässern der eigenen Ernte, zur Körperhygiene und zum Kochen benötigt. Ein ausgewachsener Lastenesel (oder ein Fahrrad) kann bis zu 4 Wassercontainer mit je 20 l Inhalt tragen. Dies ergibt 1-2 Besorgungsgänge pro Tag. Dabei muss zwischen Wohnung und Wasserquelle bzw. See eine hügelige Strecke von 1-3 km zurückgelegt werden, was pro Richtung meist schon eine Stunde in Anspruch nimmt. Wer weder Esel noch Fahrrad besitzt, kann dies kostenpflichtig ausleihen. Wer sich das nicht leisten kann, muss auf Muskelkraft setzen und transportiert z.B. auf dem Kopf ein Gefäß mit 10-15 l Wasser.

Da abgefülltes Trinkwasser in Flaschen für die meisten Bewohner viel zu teuer ist, wird das Wasser aus dem Victoriasee oder der Wasserquelle oft auch zum Trinken verwendet. Das ist unbehandelt für die Gesundheit stark bedenklich, da das Wasser oft durch Krankheitserreger wie Wurmlarven, Bakterien und Keime verunreinigt ist. Eine Trinkwasseraufbereitung könnte hier entweder durch Abkochen des Wassers, wobei jedoch Kosten für wertvolles Feuerholz anfallen, oder durch den Einsatz von Chlortabletten erfolgen. Einige Bewohner im Dorf berichten uns, dass sie für keine der Varianten das Geld haben und daher das Wasser unbehandelt trinken.

Die Gemeinde Watema freut sich über das Interesse und Engagement von „Ingenieure ohne Grenzen“ und hofft, dass sich langfristig eine positive Entwicklung bei der Wasserversorgung ergibt.

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After our discussions with the community of Watema, we got an impression about the current situation of water supply.

None of the households is connected to a public water network. The residents collect their water either from Lake Victoria or from a small spring further inland. During the short rainy season, a few households use a gutter and water barrels to collect and use some rainwater.

80-120l of water are needed per household for washing dishes and laundry, feeding animals, watering the crop, personal hygiene and cooking. An adult cargo donkey (or a bicycle) carries 4 water containers, each with a volume of 20l, which means 1-2 tours per day are necessary. Thus, a hilly distance of 1-3 km between housing and water source / lake. Usually takes an hour for each direction. The ones who does not own a donkey or a bike, can borrow it for a fee. People that cannot afford it, must rely on muscle strength and carry a vessel with 10-15l of water on their heads. Since bottled drinking water is unaffordable for most, the water from Lake Victoria or the water source is often used for drinking as well. Untreated, this might be extremely harmful to health, since water often contains pathogens such as worm larvae, bacteria and germs.

Drinking water is treated here either by boiling the water, but this incurs costs for valuable firewood, or by using chlorine tablets. Some residents in the village told us that they have no money for any of these methods and therefore are forced to drink the water untreated.

The community appreciates the interest and commitment of Engineers Without Borders and hopes that this will also have a positive impact on their water supply in the long term.

 

15.06.2020 / Diana, Marie, Sarah und Katja