Die Ausgangssituation in Tansania (3/5)

Die Ausgangssituation in Tansania (3/5)

Es gab eine Zeit, in der mein Traumjob nach dem Abschluss nach Afrika ging und Brunnen bohrte, um den Menschen Trinkwasser zu geben. Im Moment habe ich eine gewisse negative Wahrnehmung gegenüber diesen Menschen und Organisationen. Als ich nach Tansania kam, gefiel mir die Information, dass die tansanische Regierung versucht, den Bau neuer Brunnen zu vermeiden und stattdessen die Qualität des Oberflächenwassers zu gewährleisten. Es gibt viel Regen und Flüsse, warum also nicht das, was einfach verfügbar ist, schützen, anstatt etwas zu öffnen, das ist nur eine weitere Quelle, die geschützt werden muss? Wenn Sie nicht wissen, wie man mit den einfach verfügbaren Quellen umgeht, wie werden Sie dann mit etwas umgehen können, das Sie nicht einmal sehen können?

So war ich sehr erfreut über die tansanische Agenda, aber viele der Wohltätigkeitsorganisationen bauten immer noch neue Brunnen. Glücklicherweise wird das Grundwasser aufgrund der Regenmenge noch ausreichend wieder aufgeladen. Dies ist jedoch wieder einmal ein Beweis für ethnozentrische Ansätze, die die lokale Agenda nicht respektieren und sogar untergraben.

Um einen Überblick über die regionale Situation und die effektivsten Möglichkeiten zur einfachen lokalen Stärkung und schnellen Verbesserung zu erhalten, habe ich so genannte "WASH-Baseline-Assessments" durchgeführt. Befragung von Menschen über ihre Situation, was sind ihre Probleme, was denken sie, was sollte getan werden und wie, was fehlt.

Auch wenn ich in fast jedem Land, in dem ich diese Bewertungen durchgeführt habe, noch nie einen so dringenden Bedarf an finanzieller Hilfe gefunden habe wie dort. Aufgrund der fehlenden Beschäftigungsmöglichkeiten und der fehlenden Infrastruktur müssen die Menschen unter dem 1 Dollar pro Tag leben, was für neue Infrastrukturen wirklich nicht viel übrig lässt. Ich habe herausgefunden, dass die meisten Arbeitsplätze bei den NGOs dort auch an Ausländer gehen, die ihre eigenen importierten Materialien verwenden.

Die Wasser- und Sanitärprobleme wurden alle durch einen Mangel an Infrastruktur verursacht. Allerdings war ich sehr beeindruckt von dem Grad der Kreativität. Die Gemeinden hatten selbst gebildete Wasserkomitees, halfen beim Bau eigener Toiletten und vermittelten den Menschen die wichtigsten Botschaften wie "Kochen Sie das Wasser, bevor Sie es trinken" und "Benutzen Sie die Toilette und nicht den Busch".

Die in den Interviews gesammelten sozialen Daten und Gemeinde-interne Erkenntnisse sowie die Wirtschafts- und Regierungs-Situation rund um die Wassersituation waren für die Suche nach einer effektiven Lösung viel wichtiger als die technische Situation.