Brunnenchlorung und Latrinenplanung

Brunnenchlorung und Latrinenplanung

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Aktuelle Situation in Uganda

Nach knapp zwei Jahren fast durchgängiger, pandemiebedingter Schulschließungen sind seit wenigen Wochen die Schüler*innen zurück an der Sittankya Primary School. Daher ist es nun umso wichtiger, die sanitäre Versorgung vor Ort weiter zu verbessern. Es hat uns sehr gefreut zu hören, dass trotz Abwesenheit der Schulgemeinschaft der im letzten Frühjahr gebaute Brunnen von umliegenden Dorfbewohner*innen aktiv instand gehalten wurde. Natürlich war die Nutzung dementsprechend relativ gering im Vergleich zu der täglichen Nutzung im Schulalltag. So wurden bei weiteren Kontrollen der Wasserqualität in den letzten Monaten Verunreinigungen festgestellt, die durch eine geringe Nutzung hervorgerufen werden können.

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Weitere Probenentnahme

In Abstimmung mit der überregionalen Kompetenzgruppe WASH (Wasser, Sanitär und Hygiene) haben wir deshalb eine professionelle Brunnenchlorung in Auftrag gegeben, die unser Projektpartner von Suubi Community Projects zusammen mit einem lokalen Labor durchgeführt hat. Die Auswertung der letzten Probenentnahme steht noch aus. Diese wird zeigen, ob die Verunreinigungen wirklich durch die geringe Nutzung hervorgerufen wurden. Sollte dies der Fall sein, führt die Chlorung zu einer deutlichen und nachhaltigen Verbesserung der Wasserqualität. Wenn das Problem allerdings einen anderen Ursprung hat, wird an anderen Lösungen gearbeitet werden müssen. In der Zwischenzeit ist die weitere Aufklärung über die Vorteile des Abkochens von Wasser ein wichtiger Schritt, da so der Brunnen zurzeit weiterhin genutzt werden kann.

Da wir selbst zurzeit alle nur von Deutschland aus tätig sein können, treffen wir uns monatlich online mit unserem Projektpartner aus Uganda. Dadurch lassen sich nicht nur die Maßnahmen rund um den Brunnen und der Latrinen gut umsetzen, sondern wir erhalten auch wichtige Einblicke in die Schule, das Leben und die Situation vor Ort.

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Überregionale Kooperation zur Latrinenplanung

Die Meinung und Erfahrung der Menschen in Uganda zu kennen, ist auch ein wichtiger Punkt bei der Planung weiterer Latrinen für die Schule. Außerdem ist es notwendig, dass wir uns mit den verschiedenen Konzepten auskennen. Da mehrere Regionalgruppen von Ingenieure ohne Grenzen aktuell mit unserem Projektpartner Suubi Community Projects in Uganda an der Planung von Latrinen arbeiten, haben wir uns zur Recherche und Ausarbeitung mit den Gruppen aus Aachen, Hannover und Braunschweig zusammengeschlossen.

In Kleingruppen zu den für uns relevantesten Latrinenarten Single Pit, Trockentrenntoiletten und Fossa Alterna sowie der Nachbearbeitung und Kompostierung wurden Expertisen ausgetauscht und durch Literaturrecherchen sogar ausgebaut. Gemeinsam konnten wir zu den drei Bauarten übersichtliche Texte und Bauanleitungen erstellen, welche im Prozess der Entscheidungsfindung auch an die Projektpartner weitergegeben werden können. Eine Checkliste soll außerdem bei zukünftigen Ausreisen helfen, schnell zu evaluieren, welche Bauarten generell möglich sein könnten.

Zusammen mit unserem Projektpartner und der Schulleiterin fiel die Entscheidung für unser Projekt schließlich auf die Trockentrenntoilette, da vor Ort die notwendigen Bedingungen vorhanden sind und wir viele Vorteile in dieser Bauart sehen. Das beinhaltet zum Beispiel die Trennung des Urins und der Fäkalien, wodurch eine Weiterverwendung dieser Ressourcen erfolgen kann, und die sehr geringe Gefahr einer Grundwasserkontamination, die vor allem in Hinblick auf den bereits gebauten Brunnen vorteilhaft ist.

Als letzten Punkt in der Entscheidungsfindung arbeiten wir derzeit daran, welche Arten der Kompostierung gefahrenfrei durchgeführt werden können und ob und in welchem Rahmen für uns eine Verwendung der Fäkalien als Düngemittel infrage kommt. Auch hierzu stehen wir in Kontakt mit der Schule, um uns z.B. ein Bild von der Nutzung des Schulgartens machen zu können.

(Das Foto zeigt die existierenden Latrinen auf dem Schulgelände.)

Ausblick in die nächsten Wochen

In den nächsten Wochen beschäftigen wir uns mit den Ergebnissen der neuen Wasserproben und den daraus resultierenden Handlungsentscheidungen, und desweiteren mit der weiteren Latrinenplanung. Ein wichtiger Punkt ist für uns außerdem die Entscheidung, ob die Implementierung der Latrinen durch eine Ausreise oder remote erfolgen soll. In beiden Fällen sehen wir viele Vor- und Nachteile und versuchen innerhalb der Gruppe aber auch mit unserem Projektpartner die für uns richtige Lösung zu finden.