Stromnetz in Uganda

Stromleitung zum Waisenhaus

Stromnetz Ugandas

Uganda ist eines der wenigen afrikanischen Länder südlich der Sahara, die über einen liberalisierten und für Ernergieunternehmen finanziell rentablen Markt verfügen. Neben der Liberalisierung wurde 1999 auch das Unbundling festgeschrieben, wobei die Bereiche Erzeugung, Übertragung und Versorgung voneinander getrennt wurden. Es gibt eine unabhängige Elektrizitätsregulierungsbehörde, die den Sektor reguliert und beaufsichtigt. Das Land ist in 13 ländliche Versorgungsgebiete unterteilt, von denen 6 durch kleine Verteilnetzbetreibern verwaltet werden. Auf unabhängige Stromerzeuger (IPPs) entfallen derzeit fast 60 % der Erzeugungskapazität.

Der ugandische Elektrizitätssektor ist in den letzten 20 Jahren stark gewachsen. So ist die Anzahl von Erzeugungsanlagen von drei Kraftwerken im Jahr 2001 auf über 40 Kraftwerke im Jahr 2020 gestiegen. Die gesamte installierte Erzeugungskapazität ist von ca. 400 MW im Jahr 2000 auf 1237,49 MW im Oktober 2020 gestiegen. Die Erzeugungskapazität teilt sich in die folgenden Sektoren auf: [4]

  • Wasserkraft - 1,024 GW
  • Thermisch - 100 MW
  • Kraft-Wärme-Kopplung - 63,9 MW
  • Netzgekoppelte Solaranlagen - 60 MW

Aus einer kürzlich erhobenen Statistik des Uganda Bureau of Statistics geht hervor, dass die landesweite Stromversorgungsquote auf 57 % der Bevölkerung gestiegen ist, wobei 19 % auf netzgekoppelte und 38 % auf netzunabhängige Anschlüsse entfallen [1]. Der Ausbau der ländlichen Elektrifizierung in Uganda schreitet sehr langsam fort, die Stromversorgungsquote ist im ländlichen Bereich deutlich geringer als in urbanen Räumen. Grund hierfür sind neben der geringeren Bevölkerungsdichte auch die ärmeren Verhältnisse der ländlichen Bevölkerung. [2]

Als Probleme beim Ausbau des ugandischen Stromnetzes wurden das Fehlen einer integrierten Planung des Stromsektors und die finanzielle Armut, vor allem der Landbevölkerung, identifiziert. Die Stromkosten für die Endverbraucher gehören zu den höchsten in Ostafrika, was den Ausbau des Stromnetzes in der ländlichen Region zusätzlich erschwert. [3]

Quellen

[1] African Development Bank Group, 2021, Uganda launches last-mile connectivity to increase electricity access to rural communities. https://www.afdb.org/en/news-and-events/press-releases/uganda-launches-last-mile-connectivity-increase-electricity-access-rural-communities-45797 Letzter Zugriff: 14. März 2022

[2] Kaijuka E., 2007, GIS and rural electricity planning in Uganda, Journal of Cleaner Production 15, 2, 203–217,

[3] 2022 Uganda Energy Situation - energypedia. https://energypedia.info/wiki/Uganda_Energy_Situation Letzter Zugriff: 14. März 2022

[4] User S., 2022, Uganda’s Electricity Sector Overview, https://www.era.go.ug/index.php/sector-overview/uganda-electricity-sector Letzter Zugriff: 14. März 2022