Remoteinspektion #3 - Durchführung: Was ist los mit dem Kraftwerk?

Vorstellung des Berichts zum Zustand des Wasserkraftwerks

Im November 2021 war es dann endlich soweit: Surendra Maharjan reiste in unserem Auftrag nach Thulodhunga (Nepal) um das Kraftwerk vor Ort zu untersuchen. Samden Sherpa, der Ansprechpartner unserer Partnerorganisation Classroom in the Clouds, begleitete ihn. Unser Lastenheft umfasste eine ganze Reihe von Aufgaben und insgesamt verbrachten die beiden eine Woche vor Ort. Anschließend wurde ein Report verfasst, den ihr auch hier einsehen könnt.

Im Resultat gab es sowohl gute wie auch schlechte Nachrichten. Beginnen wir mit den schlechten: Die Liste der Mängel am Kraftwerk füllt eine DIN A4 Seite. Diese reichen von unkritischen Dingen wie dem Neuanstrich des Generatorhauses bis hin zur unvollständigen Ausstattung der Anlage – so fehlt etwa ein Einlass („Intake“) am Zulauf zum Kraftwerk. Ausgelegt wurden die Komponenten und Gebäude für 15 Jahre, von denen bereits rund 10 Jahre verstrichen sind.

Auf der anderen Seite zeigte sich, dass das Kraftwerk grundsätzlich funktionsfähig ist. Die Soll-Leistung beträgt 15 kW, die tatsächliche liegt bei 13.35 kW. Mit vertretbarer Abweichung ist die Versorgung also sicher gestellt. Doch was bedingt dann die Netzschwankungen unter denen die Anwohner leiden? Eine Antwort liegt im Bevölkerungswachstum. Inzwischen hängen rund 200 Familien an den Phasen des Kraftwerks. Nach Richtlinien des „Alternative Energy Promotion Centers“ (AEPC) des nepalesischen Energieministerium sollte ein Dorf dieser Größenordnung aber mit 50 kW versorgt werden – nicht 15 kW.

Damit stellt sich die Frage über die Zukunft des Dorfes und auch die zukünftige Ausrichtung unseres Projektes. Ist eine Reparatur ausreichend, oder können wir auch einen Neubau stemmen? Natürlich waren wir in den vergangenen Monaten nicht untätig, und inzwischen kristallisieren sich verschiedene Möglichkeiten heraus. Doch dazu mehr im nächsten Eintrag...