Erstes Erkundungsziel: Kanku

Zweite Station und unser erstes Erkundungsziel – Kanku – ein 4000 Seelen Dorf im Solukhumbu Distrikt im Osten Nepals. Nur 50km nördlich ragen der legendäre Mt. Everest und Lhotse aus den Wolken. Leider ist auch Kanku sogenanntes „Fly Over Territory“ und profitiert kaum von dem weiter nördlich ansässigen Bergsteiger - Tourismus.
Unsere erste Anlaufstelle war die örtliche Schule, deren Versorgungssituation uns sofort ins Auge fiel – eine zuverlässige und sichere Stromversorgung konnte nicht gewährleistet werden. Das örtliche Wasserkraftwerk, das den Ort mit Energie versorgen sollte, schien kaum in der Lage zu sein, die Lichter am Abend einzuschalten. Nach einigen Messungen stellten wir Frequenzeinbrüche auf 29Hz statt der gewünschten 50Hz fest. Erfreulicherweise fanden wir jedoch eine qualitativ hochwertige Verkabelung des Schulgebäudes vor. Ein Verdienst unseres von uns geschulten Projektpartners CITC, der für den Bau der Schule verantwortlich war.
Der nächste Tag begann mit einer Maiwanderung zum Wasserkraftwerk, um dessen Zustand zu begutachten – der sehr zu wünschen übrig ließ. Es war überlastet und hatte eine Unwucht in der Turbinenwelle. Die Netzanbindung war durch die Überlastung sogar schon in Brand geraten und notdürftig repariert worden. Dies erklärte die am Vortag beobachteten Frequenzeinbrüche des Stromnetzes. Nach der Rückkehr vom Wasserkraftwerk erstellten wir gemeinsam mit den Einwohner*innen eine schematische Karte des Ortes, insbesondere bezüglich Verbrauch, Versorgung, Stromnetz und Infrastruktur. An der Schule installierten wir einen Datalogger, der in den nächsten Wochen den Stromverbrauch der Schule in Echtzeit misst und auf unseren Server in Deutschland überträgt. Die gesammelten Daten sollen einen besseren Aufschluss über Netzstabilität und benötigte Leistung der Pv - Anlage geben.

Nach einigen abschließenden Interviews mit den Dorfbewohner*innen über infrastrukturelle Herausforderungen und Verbesserungsmöglichkeiten, war unsere Zeit in Kanku auch schon vorbei und wir machten uns bereit, um am nächsten Morgen früh zu unserem zweiten Erkundungsziel Damkhu aufzubrechen.