Alles unter einem Dach

Gyebale ko! (Hallo)
Die letzte Woche hat unser Projekt an der St. Mark Kikandwa Primary School weitere Fortschritte gemacht. Das Toiletten-Gebäude der Mädchen nimmt immer mehr Gestalt an und wir sind begeistert von den vielen Initiativen, die in dieser Woche entstanden sind. Das Dach wurde fertig gestellt, was uns insbesondere jetzt zum Beginn der Regenzeit zugutekommt. Außerdem wurden die Rohre mit den Soak Pits verbunden, um eine effiziente Abwasserleitung sicherzustellen.
Gemeinsam mit der Schulleiterin und einer Lehrerin haben wir neue Pläne entwickelt, um die laufende Instandhaltung der Trockentrenntoiletten (UDDTs) langfristig zu sichern:
- Die Schüler*innen werden ermutigt, Asche von zu Hause mitzubringen, um den zusätzlichen Bedarf zu decken.
- Zu Beginn jedes Schuljahres wird ein kleiner Beitrag von den Schüler*innen gesammelt. Dieses Geld wird für Toilettenpapier, Besen und anfallende Reparaturen verwendet.
- Geplant ist die Einstellung einer Person, die die Caretaker*innen bei der regelmäßige Pflege und Wartung der UDDTs unterstützt.
- Um das Verständnis und die Unterstützung für das Projekt zu stärken, sollen den Eltern die UDDTs erklärt und vorgestellt werden und besonders die resultierenden Vorteile hervorgehoben werden.
- Da die Toiletten regelmäßig gereinigt und gepflegt werden müssen, wurde ein Buch besorgt, worin eine Checklist für die Lehrer*innen geführt werden soll. Dies soll eine Übersicht für die anfallenden Aufgaben liefern und die Pflege erleichtern. Täglich können so die Aufgaben gesammelt und abgehakt werden.
Zusätzlich haben wir mikrobiologische und chemische Tests für Wasser, Urin und Kammermaterial im Labor eingereicht, um ihre Qualität zu prüfen. Urin und Kot sollen zukünftig nach Behandlung als Dünger verwendet werden und müssen daher auf ihre Inhaltsstoffe überprüft werden. Aus dem schuleigenen Brunnen wurden Wasserproben entnommen, um zu sehen, ob die hygienischen Standards eingehalten werden.
Der Kompostierungsprozess wird auch regelmäßig überprüft und angepasst, so ist uns aufgefallen, dass die für die Kompostierung genutzten Bananenblätter sich zu langsam zersetzen, um den Kompostierungsprozess genügend anzutreiben. Dies resultiert in einer etwas zu niedrigen Temperatur. Um diese zu erhöhen und den Kompostierungsprozess richtig zu aktivieren, damit die schädlichen Bakterien abgetötet werden, wurden weitere Materialien untergemischt. Zukünftig sollen noch Blätter anderer, leichter zersetzbarer Pflanzen und Küchenabfälle der Schulküche hinzugefügt werden, um den Kompostierungsprozess optimal anzukurbeln und die gewünschten Temperaturen zu erreichen.
Wie schon angedeutet, beginnt gerade die Regenzeit und es müssen Maßnahmen ergriffen werden, um den Bau auch bei erschwerten Bedingungen weiterzuführen. Aufgrund des Klimawandels verschiebt sich die Regenzeit leider unberechenbar. Der sorgfältige Schutz und die trockene Lagerung der Baumaterialien haben jetzt oberste Priorität. Die Bauleitung ist jedoch zuversichtlich, dass die Arbeiten ohne große Verzögerungen weiterlaufen. Da das Dach bereits fertig gestellt ist, können an Regentagen im Inneren Arbeiten durchgeführt werden. An trockenen Tagen wird weiter an der Fassade gearbeitet. So wird der Baufortschritt auch bei wechselhaftem Wetter gesichert.
Auch wenn Herausforderungen auftreten, wie der Beginn der Regenzeit und dem langsam anlaufenden Kompostierungsprozess, ist der Fortschritt des Projekts deutlich. Das Engagement und die Kreativität aller Beteiligten – von den Bauarbeiter*innen bis zu den Lehrer*innen, Schüler*innen und Caretaker*innen – treiben die vielen Aspekte unseres Projekts stetig voran. Von allen Seiten kommen Ideen, die helfen die genannten Herausforderungen gemeinsam zu meistern. Wir freuen uns auf die nächste Woche und wir melden uns.
Tulabe omulundi oguddako (Bis zum nächsten Mal)!


