„Die EcoSan ist ein großer Fortschritt“ – Ein Interview mit Lehrerin Idah

„Die EcoSan ist ein großer Fortschritt“ – Ein Interview mit Lehrerin Idah

Idah Handwashing

Nachhaltige Sanitärversorgung ist nicht nur eine technische Herausforderung, sondern auch eine pädagogische. Lehrkräfte vor Ort spielen eine entscheidende Rolle bei der langfristigen Verankerung von Hygienemaßnahmen im Schulalltag. Eine von ihnen ist Idah, Lehrerin an der St. Mark Kikandwa Grundschule. In diesem Interview erzählt sie, wie sich die sanitäre Situation an ihrer Schule seit 2010 verändert hat – und welche Rolle sie selbst dabei spielt.

 

Hallo, vielleicht kannst du dich kurz vorstellen.
Ich bin Idah.

Wie alt bist du? Hast du Kinder?
Ja, ich bin 38 Jahre alt, ich habe drei Mädchen.

Wie heißen sie?
Jamila, Jamat und Sharifa. Jamat ist 18 Jahre alt, Jamila ist 15 Jahre alt, Sharifa ist 4 Jahre alt.

Was hast du studiert und wo hast du studiert?
Ich studiere noch einen Bachelor-Abschluss an der Uganda Martyrs University in Nkozi. Ich bin Lehrerin von Beruf.

Welche Fächer unterrichtest du?
Ich unterrichte SST und Naturwissenschaften (Science), in Primary 4, Primary 5 und Primary 7. Naturwissenschaften sind mein Lieblingsfach.

Welche Werte und Ziele möchtest du deinen Schüler:innen vermitteln?
Ich bilde meine Kinder, meine Schüler:innen, aus – was ich am meisten liebe: die persönliche Hygiene meiner Kinder, die Sauberkeit der Umwelt, wie man sie sauber hält.

Was gefällt dir am meisten an deinem Arbeitstag? Wenn du zur Arbeit gehst, was ist der beste Teil deines Tages?
Der Umgang mit meinen Lernenden.

Und was ist vielleicht ein bisschen herausfordernd?
An meinem Arbeitsplatz: die Entfernung. Entfernung, weil ich in der Schule sein muss, also muss ich anreisen. Also sind Entfernung und Transport eine Herausforderung.

Welche Hobbys oder Interessen hast du außerhalb der Arbeit?
Schwimmen. Und Abenteuer erleben.

Welchen Beitrag siehst du, den du in der Schule leistest? Was trägst du zur Schule bei?
Unterrichten und die jungen Menschen ausbilden.

Und denkst du, dass du etwas Spezielles hinzufügst?
Ja. Auf der Seite des Curriculums trainiere ich Leichtathletik.

Wie ist deiner Meinung nach die sanitäre Situation an der Schule?
Sie ist wunderbar. Weil wir jede Einrichtung in Bezug auf Hygiene haben. Wir haben eine Wassergrube. Wir haben eine Abfallgrube. Wir haben regelmäßige Reinigungen. Und besonders das neue, das ist die EcoSan, bereitgestellt von unseren Freunden aus Deutschland.

Wie denkst du, ist Hygiene mit der Lernumgebung verbunden?
Sie ist mit der Lernumgebung verbunden. Denn wenn Kinder nicht sauber sind, können sie Krankheiten bekommen. Die Hygiene ist in Ordnung. Alles unter unseren Lernenden ist perfekt.

Was ist deiner Meinung nach die größte hygienebezogene Herausforderung an der Schule?
Wir hatten das Problem, dass wir zu wenige Latrinen hatten. Aber wegen unserer Freunde aus Deutschland ist jetzt alles in Ordnung. Denn jetzt haben wir genug.

Vielleicht eine ähnliche Frage: Welche Verbesserungen hast du bereits an der Schule gesehen? Wann hast du an der Schule angefangen?
2010.

Und wie haben sich die Dinge seitdem verändert?
Sehr viele Dinge haben sich verändert. Als ich an die Schule kam, hatte sie nur zwei Klassenblöcke. Jetzt hat sie drei. Und viele Klassen. Sie hatte nur zwei Latrinen. Aber jetzt gibt es viele. Es gibt sogar eine standardisierte EcoSan-Latrine. Wir hatten kein Wasser. Wir haben Wasser von weit her geholt. Aber jetzt haben wir einen Brunnen auf dem Schulgelände. Und wir haben sogar viele Wassertanks, um Regenwasser zu sammeln.

Wann wurde der Brunnen gebaut?
2019.

Wie wichtig ist der Zugang zu sauberem Wasser an der Schule?
Sie ist wichtig zur Vorbeugung von Krankheiten.

Was hältst du von den EcoSans?
Sie sind sehr gut. Die Hygiene ist in Ordnung. Sie bringen unseren Kindern bei, die EcoSans zu benutzen. So dass wir die EcoSans benutzen können und die Fäkalien und den Urin als Dünger bekommen. Nachdem wir sie behandelt haben, verwandeln wir sie in Kompost. Wir können diese Abfallstoffe als Dünger für unsere Schulgärten verwenden.

Wie denkst du, wird sich die Menstruationshygiene der Mädchen mit den neuen Mädchentoiletten verändern?
Sie ist tatsächlich perfekt. Denn wir hatten ein Problem mit unseren jungen Mädchen. Wo sie ihre Binden wechseln können, wenn sie ihre Periode haben. Aber jetzt hat die neu gebaute EcoSan viele Waschräume, wo unsere Kinder hingehen und sich umziehen können. Wo sie sogar baden können. Das ist eine sehr große Veränderung beim Benutzen dieser EcoSan.

Und wie wird es sich für dich persönlich ändern?
Da ich auf dem Schulgelände wohnen werde – wir Lehrer:innen planen, dort einen Waschraum zu bekommen. Also kann ich mich als Lehrerin waschen. Und die Hygiene wird perfekt sein.

Warum hast du dich entschieden, Caretaker zu sein? Und was denkst du, ist wichtig daran, Caretaker zu sein?
Ich habe beschlossen, Caretaker zu werden, weil das Fach, das ich unterrichte – SST – sich mit der Umwelt beschäftigt. Also werde ich als Caretaker mein Fach betonen und über Umweltschutz sprechen. Und darüber wie ich die Abfälle nutzen kann, um die Umwelt zu verbessern. Besonders Gärtnern, Bäume pflanzen, Blumengärten. Diese Abfälle als Dünger nutzen.

Und wofür steht SST nochmal?
Es steht für Social Studies (Sozialkunde).

Vielleicht noch etwas mehr über nachhaltige Nutzung und Management. Welche Maßnahmen sind deiner Meinung nach notwendig, damit die Toiletten nachhaltig instand gehalten werden?
Wie sollten gut vorbereitet sein. Zum Beispiel, wenn wir Materialien brauchen wie Bürsten, Abzieher, Reinigungsmittel, Handschuhe. Wenn die Schule helfen und alles bereitstellen kann, wird die Wartung in Ordnung sein.

Und die Kinder? Wie wirst du sie einbeziehen?
Die Kinder werden nach dem Training eingebunden. Sie wissen, wie man mit Abziehern und Bürsten reinigt. Bei den EcoSans – besonders die Mädchen – müssen dieses Wissen haben. Also nach dem Training werden sie helfen. Denn wir werden Asche verwenden. Sie müssen geschult werden. Sie haben vorher ein Loch benutzt, wie bei den anderen Latrinen. Aber jetzt werden sie zwei Löcher benutzen. Also müssen sie geschult werden. Und nach dem Training wird alles gut funktionieren.

Und was ist mit den Kindern im WASH-Club? Vielleicht kannst du dazu etwas sagen?
Als Caretaker hier an der Schule planen wir, einen Club zu gründen – einen EcoSan-Club. Der EcoSan-Club wird tatsächlich der sein, der alle Systeme der EcoSans in der Schule pflegt. Und auch die Hygiene an der Schule verbessert.

Denkst du, die Einrichtungen werden eine Auswirkung auf die Gemeinschaft haben?
Ja, die Einrichtung ist sehr wichtig für die Gemeindemitglieder. Denn nachdem wir den Kompost gemacht haben, kann die Gemeinschaft den Dünger für ihre Gärten holen. Tatsächlich haben Gemeindemitglieder den Urin von der Jungen-EcoSan für ihre Gärten geholt. Und es funktioniert gut. Denn in Uganda bauen wir Bananen an. Und die Bananen hatten eine Krankheit namens Banana Wilt. Und um die Bakterien zu töten, die Banana Wilt verursachen, verwenden wir Urin. Also ist die Einrichtung wirklich perfekt für die Gemeinschaft.

Die nächste Frage wäre gewesen: Was denkst du über Kompostierung?
Die Kompostierung ist auch sehr gut. Es ist noch in Bearbeitung. Es ist noch nicht bereit, um den Kompost in unseren Gärten zu nutzen. Aber jeder Lehrer freut sich darauf, wenigstens ein paar Kilo mit nach Hause zu nehmen. Der Rest wird in den Schulgärten verwendet.

Arbeitet die Schule mit Ingenieure ohne Grenzen zusammen?
Ja, sie arbeiten perfekt zusammen. Sie sind Liebhaber. Sie sind wirklich in einer Beziehung. Denn wir schätzen, was sie für uns getan haben. Und was sie uns beigebracht haben. Wir wussten nicht, dass sogar unser eigener Kot, unser eigener Urin in Zukunft etwas Profitables sein kann. Also, Ingenieure ohne Grenzen – gut gemacht. Danke. Wir lieben euch.

Könntest du vielleicht eine positive und eine negative Sache über die Zusammenarbeit mit Ingenieure ohne Grenzen nennen?
Die positiven Dinge – wir lieben sie. Wir lieben sie wegen ihrer Arbeit, wegen ihrer Bildung. Denn alles ist eigentlich positiv. Das Negative über Ingenieure ohne Grenzen: Einige unserer Freunde essen nicht das Essen, das wir essen – wie Fleisch, Huhn. Also wir genießen es wirklich, wenn wir das Huhn und das Fleisch essen – und sie genießen es nicht. Also geht es nur ums Essen.

Aber wir genießen all euer anderes Essen.
Und dann vielleicht als Ausblick: Welche langfristigen Veränderungen hoffst du in Bezug auf Hygiene und Nachhaltigkeit durch die neuen sanitären Einrichtungen zu sehen?
Bei den sanitären Einrichtungen – die positive Veränderung, wie sie sagen. Denn nach dem Gebrauch dieser EcoSan nutzen wir nur einen kleinen Teil der Fläche. Denn sie sind langlebig. Sie halten lange. Man entfernt einfach die Fäkalien und macht Dünger daraus. Aber wenn wir Grubenlatrinen benutzen, können sie voll werden. Und dann stellen wir fest, dass wir den Bereich abgenutzt haben und ihn einfach so lassen. Aber die EcoSan stehen. Sie hält, tatsächlich. Sie hält lange.

Welche Umweltauswirkung erwartest du durch die Nutzung von Trockentoiletten und Kompostierung?
Den Boden fruchtbar machen. Den Dünger ablagern und den Boden fruchtbar machen. Und da der Boden fruchtbar ist, wird jede Pflanze, die dort ist, natürlich profitieren.