Der aktuelle Stand

Der aktuelle Stand

Liebe Leserinnen und Leser!

Wir bedauern sehr, dass der letzte Blogeintrag bereits einige Zeit zurück liegt und wir euch somit nicht über den aktuellen Stand der Dinge informiert haben. Auch wenn es in unserem Blog etwas ruhiger war, haben wir uns regelmäßig mit der Gruppe zusammengesetzt und die Situation in Sierra Leone beobachtet, darüber diskutiert und weiter geplant als auch wichtige Entscheidungen für das Projekt (Trockentrenntoiletten für Makali) getroffen.

Wie sicherlich allen bekannt ist, ist vor etwa einem Jahr in Westafrika eine Ebola Epidemie ausgebrochen. In Sierra Leone ist der erste bekannte Fall im Mai 2014 registriert worden. Seitdem sind die Zahlen der Infizierten und Verstorbenen stetig gestiegen, bis es Ende des Jahres zum Höhepunkt der wöchentlich Neuinfizierten gekommen ist. So lag die Zahl der Neuinfizierten Anfang Dezember bei 400 pro Woche, was ca. dreimal so viel war wie die Zahlen aus Guinea und Liberia zusammen. 

Im August letzten Jahres haben wir uns bereits nach Rücksprache mit unseren Projektpartnern und der Projektkoordination in Berlin dazu entschieden, unsere für Oktober geplante Ausreise zunächst auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Die Lage vor Ort erlaubte es nicht, unsere geplante Implementierung unter sicheren Umständen durchzuführen. Zusätzlich gab es auch noch keine Aussichten auf Abschwächung der Ebola Epidemie.

Somit liegt das Projekt seit September 2014 offiziell „auf Eis“.

Dennoch haben wir weiter an anderen kleinen themenbezogenen Projekten gearbeitet. Unter anderem waren wir aktiv beim Welttoilettentag (17.11.) im November 2014 und beim Weltwassertag im März diesen Jahres beteiligt.

Bei diesen Thementagen haben wir zusammen mit anderen Mitgliedern aus unserer Regionalgruppe das Goethe-Gymnasium in Stolberg (bei Aachen) besucht, um mit Schülerinnen und Schüler aus der 5. und 12. Klasse über Sanitärversorgung, Hygiene, Toilettenbau und Wasserversorgung zu diskutieren und diese in diesen Bereich zu schulen und zu sensibilisieren.

Artikel Aachener Zeitung: hier!

Zudem durften wir im September und im April die German Toilet Organization in Aachen begrüßen. Gemeinsam mit anderen Akteurinnen und Akteuren aus der Entwicklungszusammenarbeit konnten wir uns bei dieser Gelegenheit zu verschiedenen Themen aus dem Bereich Wasser, Sanitäranlagen und Hygiene fortbilden und austauschen.

Im April haben wir einen internen Workshop durchgeführt, um unsere Ziele, Projekte und Aufgaben für die nächsten Monate zu besprechen und zu organisieren.

Als wichtiger Punkt stand die Abstimmung zum Zeitpunkt der geplanten Implementierung unseres Projekts auf dem Plan. Es wurde einstimmig beschlossen, dass das Projekt in diesem Jahr nicht durchführbar ist, da die Informationslage und die Rahmenbedingungen zum jetzigen Zeitpunkt immer noch zu unsicher und vage sind. Wir werden im kommenden Herbst nochmals über die Projektweiterführung sprechen und diese genauestens erörtern.

Darüber hinaus werden wir stets Informationen sammeln, um uns ein aktuelles Bild zur Lage und Situation vor Ort – im Tonkili District, wo sich unser Projektpartner MADAM befindet, und in Freetown – schaffen zu können.

Zu unserem Ansprechpartner von Engineers without Borders Sierra Leone haben wir regelmäßigen Kontakt und erhalten somit direkte Informationen über die Lage vor Ort. Leider gestaltet sich die Kommunikation zu unserem Projektpartner MADAM derzeit etwas schwierig. Wir sind jedoch fortwährend dabei, diese zu kontaktieren und warten nun auf baldige Rückmeldung.

Weiter hoffen wir, dass sich das Land Sierra Leone und die gesamte westafrikanische Region baldmöglichst von dieser schweren Krise erholen wird und infrastrukturbezogene Maßnahmen wieder möglich werden. Wir wollen in einigen Monaten, wenn die Situation einen Aufenthalt in der Region zulässt, die Implementierung mit unseren Partnern wieder effektiv angehen und wie geplant durchführen. Dabei ist uns bewusst, dass nun erst mal sowohl die Menschen als auch die ganze Wirtschaft ihre Zeit benötigen wird, um sich wieder an den Alltag zu gewöhnen und sich zu stabilisieren.

Daher planen wir zurzeit, wie die Implementierung nach den veränderten Rahmenbedingungen (durch Ebola und mit Ebola verbundene Probleme) umgesetzt werden kann. Wie wir somit sowohl unser bereits fortgeschrittenes Projekt weiterführen als auch die aktuellen veränderten Bedürfnisse und Bedingungen miteinbeziehen können.

Bis zum nächsten Mal!

Eure Projektgruppe Sierra Leone

10.06.2015 17:46, Philipp Blanke