Ebola Epidemie in Sierra Leone: Stellungnahme der Arbeitsgemeinschaft Sierra Leone zur geplanten Implementierung Ende 2014
Aufgrund der aktuellen Krisenlage durch die Ebola-Epidemie in Westafrika, vor allem in Liberia, Sierra Leone und Guinea, haben wir gemeinsam mit unseren Projektpartnern und Begünstigten beschlossen die Projektimplementierung, die für Ende 2014/Anfang 2015 geplant war, vorerst nicht durchzuführen.
Wir werden die Projektimplementierung erst dann durchführen, wenn es die Sicherheitslage ermöglicht. Wann dies der Fall ist, ist nicht abzuschätzen, daher kann an dieser Stelle kein genauer Zeitpunkt genannt werden. Eine Verschiebung der Projektdurchführung um mindestens ein Jahr ist jedoch wahrscheinlich.
Die Hauptgründe für die Verschiebung der Implementierung sind:
- Zu hohes Gesundheitsrisiko für die Ausreisenden. Ebola ist eine durch Viren verursachte gefährliche Erkrankung, die laut WHO-Angaben in bis zu 90 Prozent der Fälle tödlich verlaufen kann. Im März 2014 brach Ebola im westafrikanischen Guinea aus. Von dort breitete sich die Krankheit auf Liberia und Sierra Leone aus. Anfang August 2014 wurde der medizinische Notstand in Sierra Leone ausgerufen. Ebenfalls im August 2014 wurde die Epidemie von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als internationaler Gesundheitsnotfall eingestuft. Die Weltgesundheitsorganisation prognostiziert, dass die Ebola-Seuche noch weitere neun Monate wütend könnte und befürchtet mehr als 20.000 Ebola-Infizierte in den kommenden Monaten. Seitens des Auswärtigen Amts gibt es eine offizielle Reisewarnung. Angesichts der aktuellen Lage werden von Reisen nach Sierra Leone dringend abgeraten und zur Ausreise aufgerufen.
- Die Ebola-Epidemie ist für unsere Projektpartner, vor allem MADAM im Zentrum Sierra Leones eine große Herausforderung und ein erhebliches Risiko. Die Situation erfordert vollen Einsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Für eine Projektimplementierung hat die Partnerorganisation aus verständlichen Gründen aktuell keine Kapazitäten.
Wir bitten alle Spenderinnen und Spender um Verständnis, dass wir unser Projekt nicht wie angekündigt umsetzen werden. Dennoch wird das Projekt weitergeführt und es wird weiter an der geplanten Implementierung, zum nächsten möglichen Zeitpunkt, gearbeitet. Die aktuelle Situation zeigt uns erneut in aller Deutlichkeit wie wichtig die Unterstützung der Sanitär- und Gesundheitsinfrastruktur in Sierra Leone ist.
Wir danken allen Unterstützerinnen und Unterstützern für ihr Vertrauen und ihre Hilfe.
Aktuelle Informationen über die Planung und den Projektstand können Sie weiterhin auf unserer Sierra Leone-Projektseite bzw. unserem Blog nachlesen.
Wir freuen uns weiterhin über Unterstützung durch aktive Mitarbeit oder Ihre finanzielle Unterstützung für unser Projekt.
Mit besten Grüßen,
die AG Sierra Leone
Ansprechpartner:
Markus Maaßen ( markus.maassen [at] ingenieure-ohne-grenzen.org ( markus.maassen(at)ingenieure-ohne-grenzen.org) )
Weiterführende Informationen zu Ebola Epidemie:
Auswärtiges Amt:
http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Laenderinformationen/00-SiHi/SierraLeoneSicherheit.html
WHO:
http://www.who.int/mediacentre/news/statements/2014/ebola-20140808/en/
31.08.2014 20:47, Jennifer Cockx