SoWaR Erkundungsreport - Der Weg des Mülls auf Bali

SoWaR Erkundungsreport - Der Weg des Mülls auf Bali

Von Steffen, unserem Erkundungsteilnehmer, aus Indonesien: Morgens früh um 8 Uhr reise ich von Bondalem nach Singaraja. Die 40 km lange Busreise auf der Nordseite der Insel Bali entlang der „Java Sea“ Richtung Westen kostet mich 10.000 indonesische Rupiah - oder nen knappen Euro. Mein Ziel ist Beate Dotterweich, eine Deutsche, welche schon im Vorfeld unser Abfallprojekt per Email unterstützt hat. Da sie seit 15 Jahren mit einem Indonesier verheiratet ist und bereits viele Abfallverhinderungsprojekte gestartet hat, kennt sie sich nicht nur auf Bali sondern auch im Müllsektor bestens aus. Sie erzählte mir viel über die Strukturen in den balinesischen Gemeinden. Es gibt ein sehr gutes Sozialsystem. Jeder Einzelne ist sehr wichtig, doch die Gruppe ist noch etwas wichtiger.

Technisch wird es nicht so leicht sein, wie überall auf der Welt, eine neue Erfindung zu etablieren. Es liegt allgemein viel Müll herum, jedoch auch nicht sooo viel. Es ist ähnlich einem Spielplatz einer deutschen Schule, wo die Kinder ihre Spielsachen und Abfälle einfach hinschmeißen. Das heißt aber auch, wir haben keine wirkliche Konzentration von Bio- oder Plastikabfällen an einem Fleck. Es liegt eher verteilt, vielleicht auch durch die starken Regenfälle, welche wir jetzt in der Regenzeit hier zweimal täglich erleben. Dieser Regen spült auch viel Müll einfach in den Ozean.

Ein Mitarbeiter des Bürgermeisters (Region: Singaraja) kam vorbei und wir fuhren zu einer Zwischendeponie, eine Fläche der Gemeindeverwaltung, etwas größer als ein Fußballfeld, jedoch nur zu 10 % genutzt. Zweimal täglich fährt ein VW-Bulli großer Truck und holt bei den Haushalten den Abfall ab (sofern sie mitmachen) und bringt ihn auf die Müllkippe. Für die Müllentsorgung zahlen die Hotels etwa 2 Euro im Monat und die Privathäuser etwa 50 Cent. Von der Zwischendeponie wird es mit größeren Trucks kostenlos abgeholt und vermutlich zu Zwischenhändlern gebracht.

Weiter ging es mit einer Angestellten von Beate zu ihrer Müllannahmestelle. Dort bekommt man ca. 10 Cent pro Kilo Plastik (gemischt) oder Pappe. Für ein Kilo Papier gibt es 5 Cent. Tetra Packs müsste man im Papier verstecken, da sie sonst nicht abgenommen werden. Glas und Metall nehmen sie hier auch an.

Daraufhin kamen wir in ein muslimisches Viertel zu den größeren Müllhändlern. Dort ist ein Händler neben dem anderen. Es ist unschwer zu erkennen, dass Müll bereits ein großes Business ist. Man konnte erkennen, dass dort zum Beispiel die Etiketten von Plastik Flaschen entfernt und separat gesammelt werden. Über die Behandlung der Reststoffe (Binden, Windeln, Medikamente), habe ich nichts erfahren können.

Beate ist nun an unseren Ergebnissen und einem regen Austausch interessiert. In ihrem Restaurant "Bambu" ebenfalls im Norden der Insel konnte ich ihre Fett- und Abwasserfilteranlage bewundern, wo das Abwasser durch spezielle Pflanzen und Steine hindurchläuft.

Für unsere Lowtech Lösung sollten wir an einem belebten Ort (wie z. B. Schulen) mit dem Müllsammeln beginnen. In Supermärkten ist eine Mülltrennung Pflicht! Aber selbst in kleineren Buden sind Mülleimer bereits vorhanden. Unsere Partnerorganisation „Bondalem Bersih“ und wir müssen eine Lösung finden, dem viele Menschen zustimmen können.

Stef.fen (Projektleiter der IoG)

Um die fachgerechte und sachliche Erkundung durch Experten der Abfallwirtschaft durchzuführen zu können, brauchen wir bis Weihnachten noch weitere finanzielle Unterstützung: Hier gehts zum Spenden

Viedo des Mülls bei Regenzeit auf Youtube: http://youtu.be/FnRXWWcamb0  und http://youtu.be/FnRXWWcamb0

ganz neu dabei: http://youtu.be/5JmT8ZpEsbs