Exkursion läuft - Tiefschläge & der Traum vom sauberen Bali

Exkursion läuft - Tiefschläge & der Traum vom sauberen Bali

Liebe Unterstützer des SoWaR-Projektes,

lange Zeit war es still hier auf dem Blog über unser Projekt. Wir haben uns in den letzten Wochen mit Behörden und Botschaften befasst und konnten leider nicht erwirken das unser frisch promovierter Dr. George Theke nach Bali reisen durfte. Da George als Kameruner erschwerte Bedingungen für ein Visum besitzt, hatten wir die Erkundung ja bereits verschoben. Die Behörden haben uns nun nach weiteren 8 Wochen warten, etlichen Anrufen und Besuchen der Botschaften in Deutschland und Indonesien eine negative Aussage gegeben.

Dies wirft jedoch nur einen kleinen Schatten auf die Erkundung. Unser Erkundungsteilnehmer Steffen führt diese derzeit mit der Unterstützung aller SoWaR-Mitglieder und besonders der technischen Unterstützung von George allein durch. Er besuchte bisher vorhandene Deponien, aktive Projekte, Recyclingfirmen und klärte aktiv an Schulen auf.

Dieser Blogeintrag soll als erstes Feedback der Erkundung dienen. In der nächsten Zeit werden wir dann detaillierte Berichte veröffentlichen, welche die Situation und darausfolgenden Schlussfolgerungen, bzw. Projektmöglichkeiten enthalten werden.

Bedanken möchten wir uns abermals bei allen Unterstützern, ohne die diese Erkundung nicht möglich gewesen wäre.

Zusammenfassung Daily Reports 1-4 26.4. - 7.5.

Der Schwerpunkt der Erkundung liegt im Erkennen von sozioökonomischen Strukturen und den personellen Beziehungen von möglichst viel relevanten Akteuren im Zielgebiet sowie im Herstellen von Kontakten.

  • Balinesen produzieren ~150 kg/a gemischten Abfall, Touristen bis zu zehnfach mehr
  • das Reststoffproblem ist nicht auf bestimmte Regionen auf Bali beschränkt, zahlreiche Aufrufe und Internetseiten weisen darauf hin, daher soll die Lösung der Probleme übertragbar sein
  • vorhandene Sortierungs-/Recyclingsdeponien auf niedrigem Standard und sind gewollt neue Technologien/Herangehensweisen zu erproben
  • es wird nur 1% des anfallenden Wertstoffs der Verwertung zugeführt
  • es gibt eine bestehende "Müllabfuhr" in Tejakula
  • das Problem ist die Sortierung und Verwertung des gesammelten Abfalls
  • der Großteil der Abfälle wird immer noch verbrannt
  • gerade die Weichplastikabfälle stellen ein Problem dar und werden verbrannt, was zu immensen Belastungen der Umwelt führt
  • Pyrolysis-Gasification Technology (PGT) stößt auf großes Interesse (Emissionsfreie Verbrennung der leichten Plastikabfälle, die den Hauptteil des nicht-organischen Abfalls ausmachen, Gewinnung von Hitze). Um die Anwendbarkeit zu prüfen, muss eine Abfallanalyse gemacht werden.

Einen Eindruck von den örtlichen Gegebenheiten vermittelt unter anderem folgendes Video auf Youtube: http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=LibQglEWSNs

In den nächsten Tagen folgen detailliertere und technische Informationen zu der derzeitigen Lage. Das generelle Problem ist bereits erkannt. Unsere Technologen müssen sich in der nächsten Zeit Gedanken machen, wie man die Herausforderungen vor Ort lösen kann und wie man die örtliche Bevölkerung und lokale NGOs mit einbinden kann ...Wir sind auf einem guten Weg, um Bali ein Stück grüner zu machen ...

10.05.2012 18:33

Helmut Wolman