Energiekompetenz und Technologieauswahl

Energiekompetenz und Technologieauswahl

Neben der Biogastechnologie haben sich in den vergangenen vier Jahren weitere Technologien etabliert bzw. bereits Marktreife erreicht. Dazu zählen u.a. effiziente Kochöfen (ICS – Improved Cooking Stoves) aber auch der Handel mit Propangasflaschen. Die Biogastechnologie muss sich daher auch auf dem tansanischen Markt Energiemarkt entsprechend etablieren.

Die Zielstellung lautet daher eine Technologieauswahl zu ermöglichen und ein Kompetenzzentrum vor Ort aufbauen.

Die beschriebene Zielstellung baut dabei auf Aktivitäten der vergangenen Jahre auf. Das BiogaST Projekt wird daher drei wesentliche Aktivitätsfelder umfassen.

Erneuerbare Energien:

Der Bau von Biogasanlagen ist ein eminent wichtiger Bestandteil um die Anwendung und den Nutzen zu demonstrieren und MAVUNO Project als Kompetenz an- und wahrzunehmen. Des Weiteren soll durch geschickte Umsetzung die Distanz zwischen späteren Nutzern und der Technik reduziert werden. Gewählt wird hierfür eine 1 + X Lösung:

  • eine größere Biogasanlage auf dem Gelände der Chonyonyo Secondary Girls School, d.h. auf institutionellem Level um die tägliche Anwendung (z.B. Schulkantine oder Communityevents) zu demonstrieren
  • weitere Kleinstanlagen bei sogenannten Focal Farmern
  • Umfassende Monitoringarbeit durch IOG, um alle (noch) notwendigen Erkenntnisse aus dem täglichen Betrieb zu erheben

Ein weiterer Aspekt ist die Ausbildung von jungen Frauen im Bereich erneuerbare Energien, daher soll die Großanlage auch punktuell als Anschauungsobjekt im Lehrplan genutzt werden.

Landwirtschaft und Ernährung:

Nur die gezielte und ganzheitliche (d.h. Kreislauf) Nutzung von Biogasrestsubstrat bringt auch einen entsprechenden Vorteil für Bodenfruchtbarkeit und letztlich Ernteertrag. Dazu zählen:

  • Nutzung des Vergorenen Substrates zur Düngung des Areals, von dem das Substrat entnommen wird
  • Gemeinsame Demoanbauflächen mit Bauern, unter Einsatz verschiedener Düngemethoden
  • Umfassende Begleitforschung zur BXW – Bananenwelkekrankheit

Was der „Bauer nicht kennt frißt er nicht“ – Kreislaufkonzepte unter Nutzung von Biogasdünger haben vor allem dann ein Potential, wenn die Umsetzung in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Bauern stattfindet. MAVUNO Project hat hierbei langjährige Erfahrung und wird diesen Part federführend umsetzen. Darüber hinaus wird der akute Forschungsfokus auf die Bananenwelkekrankheit – BXW gelenkt, denn hierbei besteht ein unmittelbares Risiko für die flächendeckende (unkontrollierte) Freigabe der Bananenpflanze. Hierbei wird IOG mit diversen Forschungseinrichtungen kooperieren.

Bildung und Ausbildung:

Umfassende Begleitmaßnahmen sollen nicht nur der Demonstration, sondern eben auch dem Abbau von Distanzen zu Technik dienen. Dazu ist es eminent wichtig, dass die Biogasanlagen zugänglich sind (idealerweise bereits während dem Bau). Daher soll die Anlage welche für die Chonyonyo Secondary Girl School gebaut wird, diesen Sekundäreffekt erzeugen. Gemeinsame Kochveranstaltungen, Essen – Mit Biogas und weitere On the use Tätigkeiten sind hierfür geplant. Auch umfasst dieser Bereich die Dokumentation für den Aufbau des lokalen Kompetenzzentrums. Dieses soll am Projektende folgende Eigenschaften innehaben:

  • Mitglied im Biogasnetzwerk Tansania – Kontakt zu weiteren Stakeholdern
  • Beratung der „Biogaskunden“ (z.B. Dimensionierung der Anlage, Kostenberatung für Anschaffung und Betrieb, Wartungsintervalle, Substratauswahl etc.)
  • Durchführung von größeren Maintenanceaufgaben
  • Vorführung des Anlagenbetriebs, Schulung und Betreuung der „Käufer“
  • Ggf. Mikrokreditvergabe für Anlagenfinanzierung
  • Vermittlung zu anderen Technologien, wenn angefragt