Sonntag, der 13. Januar
19.01.2013 21:22, Isabell Köpping
Am Morgen besichtigen wir das Ministry of Water and Irrigation und bekommen einen ersten Eindruck von der Wasserversorgung in Chwele. Direkt auf dem Grundstück befindet sich ein Bohrloch aus dem Wasser mit einer Solarpumpe gefördert wird und Teile von Chwele mit Wasser versorgt werden. Später erfahren wir aber auch, dass die Wasserversorgung nicht in allen Stadtteilen zuverlässig ist und deshalb viele Menschen auf andere Wasserquellen zurückgreifen.
Anschließend besichtigen wir einen Brunnen der von USAID, der US-amerikanischen Agentur für Entwicklungshilfe, vor ca. zehn Jahren gebaut wurde. Mithilfe einer Solarpumpe wird dort Wasser gefördert. Die Bevölkerung steht diesem Projekt jedoch kritisch gegenüber. Zu wenig Wasser wird von der Pumpe gefördert, so dass sich lange Schlangen bilden. Außerdem beeinträchtigen schon wenige Wolken die Förderleistung, weshalb die Menschen meist in der prallen Mittagshitze – wenn keine Wolken am Himmel sind - zum Wasserholen kommen.
Um einen ersten Eindruck von der medizinischen Versorgung zu bekommen besuchen wir eine lokale Apotheke. Von der Apothekerin erfahren wir, dass die Hauptprobleme Malaria und wasserbürtige Krankheiten, wie Durchfall und Typhus, sind. Da Medikamente teuer sind und die Arbeitslosigkeit hier in der Gegend sehr hoch ist, greifen die Menschen oft auf Generika zurück. Wir erfahren aber auch, dass bei ausreichend finanziellen Mitteln auch hier Originalpräparate zu bekommen sind.
Außerdem lernen wir heute unsere erste Lektion in der traditionellen Bauweise kenianischer Häuser. Diese bestehen aus einem Holzgerüst, welches mit einer Mischung aus Lehm, Sand und Schlamm aufgefüllt und verkleidet ist. Die Dächer werden typischerweise mit einer bestimmten Grassorte gedeckt. Beim Besuch einiger Hütten überzeugt uns vor allem das angenehme Raumklima.