Tag 3 – 8.12.2011
Heute ist Donnerstag, der 8.12. und unser dritter Tag in Kamerun. Heute Morgen haben wir uns entschlossen das Frühstück im Casyan-Hotel auszuprobieren. Es war Ok! Es gab eine Tasse Nescafe und ein Fläschchen Orangensaft mit einem zähen Baguette und Butter und Streichkäse sowie als Highlight ein kamerunisches Omelett. Gegenüber unseren Erfahrungen vom Tag vorher sind wir davon aber durchaus satt geworden. Etienne gesellte sich gegen 10:30 Uhr dazu und fuhr mit uns anschließend in die Stadt. Wir hatten ihm von unseren, am Abend vorher geänderten Plänen, für den Trenntoiletteneinsatz erzählt. Den wollen wir versuchsweise statt aus Kunststoff oder Keramik aus Beton selbst anfertigen bzw. vor Ort anfertigen lassen.
Er fuhr uns also als erstes zu einem der vielen Betonbetriebe, die es hier überall an der Straße gibt, und zeigte uns die dort hergestellten Einsätze für die hier üblichen Latrinen. Später machten wir dann noch bei einem etwas größeren Betrieb halt, wo man uns auch die dafür benutzten Formen zeigte. Dem Arbeiter, der den Beton in die Steinformen füllte wurde sogar die Ehre zuteil, im Peter-TV verewigt zu werden.
Anschließend ging es wieder zum Geldwechseln. Bei mir war das schnell erledigt, da ich Bargeld wechseln wollte. Peter wollte mit seiner Mastercard bei einer Bank Geld abheben, was die ersten zweimal fehlschlug. Erst später in einer Bank in Limbe an der Küste hatte er Erfolg.
Nachdem wir die Dinge in Douala für heute, bis auf den Empfang von Callistus am Abend im Flughafen, erledigt hatten, beschlossen wir, den Rest des Tages zum Sightseeing zu benutzen und Etienne fuhr uns nach Limbe, einer Hafenstadt mit touristischen Ambitionen.
Auf der Fahrt dorthin wurden wir dann auch Opfer der Kontrollambitionen der kamerunischen Polizei. Wir gerieten in eine Polizeikontrolle und wurden zur Seite gewunken. Erst musste Etienne seine Papiere vorzeigen, die er natürlich nicht alle bei sich hatte 2000 CFA Strafe waren die Folge. Dann waren wir an der Reihe. Peter hatte nur die Kopie seines Reisepasses dabei, was ihm eine Strafe von 5000 CFA einbrachte. Bei mir war alles in Ordnung. Nachdem alle Strafgelder bezahlt waren, durften wir weiterfahren. Limbe liegt direkt unterhalb des Mount Kamerun, dem höchsten Berg des Landes, der als Vulkan noch im Jahr 2000 seine Aktivitäten zeigte. Die Spuren sind gut zu sehen. Der Strand dort besteht aus dunkelbraunem feinen Lavasand. Leider ist die eigentlich sehr schöne Bucht in den letzten Jahren durch zwei Ölplattformen und eine große Ölraffinerie in der Nähe verschandelt worden.
Etwas weiter entfernt besuchten wir das Hotel ‚Seme Beach’ in dem man durchaus Urlaub machen kann. Die Bilder zeigen es. Nebenbei kann man dann auch noch den ganz in der Nähe gelegenen Mount Kamerun besteigen.
Auf der Rückfahrt haben wir dann am Strand von Limbe Rast gemacht und jeder einen großen, fangfrisch gegrillten Fisch direkt am Strand gegessen. Es war einfach nur lecker! Wir durften in typisch afrikanischer Art nur mit den Fingern den Fisch zerlegen. Die Finger wäscht man sich vorher und nachher in einer angereichten Waschschüssel mit in einer Kanne bereit gestelltem Wasser. Während des Essens machte sich die Sonne daran unterzugehen. Wir genossen den Anblick und verließen nach einem Rundgang am Strand den Ort.
Am Abend stand noch der Empfang von Callistus, dem Vorsitzenden von Peasant Economists, unsrer Partnerorganisation, an. Er lebt und arbeitet als Arzt in Deutschland und sollte heute Abend gegen 20:30 Uhr in Douala ankommen. Die Fahrt zum Flughafen war ein einziger Stau, sodaß Etienne alle seine Fahrkünste und Ortskenntnisse einsetzen musste, um einigermaßen rechtzeitig dort anzukommen. Wie schon 2 Tage früher bei unserer Ankunft wartete eine große Menschenmenge auf die Ankömmlinge. Mit Etiennes Hilfe durften wir auch in den inneren Bereich des Flughafengebäudes und hielten Ausschau nach Callistus. Aber keiner von uns konnte ihn entdecken. Nach einer Stunde brachen wir die Suche völlig konsterniert ab. Was war los? Was war passiert? Es blieb uns nichts anderes übrig, als zum Hotel zurück zu fahren und zu hoffen, dass er irgendwie anders dorthin gelangt sei. Diese Hoffnung wurde aber erst ca. eine halbe Stunde später erfüllt, als er dann doch auftauchte. Wir hatten uns verfehlt und er hatte seine hier lebenden Kumpels dazu gebracht, ihn abzuholen und zum Hotel zu bringen.
Danach konnten wir alle beruhigt ins Bett gehen.