18.2.2011 - Abschlussbericht des Projekts
Am Freitag, den 18. Februar 2011, ging für uns drei jungen Ingenieure (Jakob Schneegans, Johannes Englsberger und Sebastian Freund) der Regionalgruppe München des Vereins Ingenieure ohne Grenzen e.V. (INGOG) die Reise zum Projekteinsatz in Sierra Leone los. Ziel des Projektes war die Versorgung einer Berufsschule (des Sella Vocational Centers (SVC)) in Kamakwie (Sierra Leone) mit Solarstrom, Licht und einem internetfähigen Computerraum. Dazu sollten zwei baugleiche (Redundanz) Solaranlagen mit jeweils 850 Watt Leistung installiert werden.
Nach unserer Ankunft am Flughafen von Freetown, durften wir bei der Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos (Pater Sergej) übernachten. Am nächsten Tag fuhren wir mit der Fähre nach Freetown, kamen wiederum bei der Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos unter und fuhren zum Aklimatisieren ersteinmal an einen wunderschönen Strand. Dort haben wir dann eine Nacht verbracht. Am nächsten Tag gingen wir für das Projekt einkaufen und organisierten den Transport nach Kamakwie. Tags drauf ging es dann los nach Kamakwie. Auf der Fahrt machten wir einen Zwischenstop, um uns im Krankenhaus von Lunsar das Projekt einer befreundeten NGO (Globolab) anzusehen. Abends kamen wir dann in Kamakwie an. Am nächsten Tag – es war mittlerweile Dienstag – gab es dann ein Kennenlernen mit den Lehrern des SVC und der Projektablauf wurde grob besprochen. Am nächsten Tag fuhr Johannes mit Brima, dem „Dorf-Ingenieur“ Kamakwies und Technologie-Lehrer am SVC, nach Makeni, um Stahlprofile und Schrauben für das Solarpanel-Montagegestell zu besorgen. Parallel wurden die Schüler von Jakob und Sebastian in Grundlagen der Elektrotechnik geschult. Außerdem wurde der eigens für das Projekt gebaute Solarkoffer (enthält alle Komponenten der Solaranlage) vorgestellt.
An den nächsten Tagen wurden dann die Solarpanel-Montagegestelle geschweißt, während parallel Schulungen der Schüler in Grundlagen der Photovoltaik und Solaranlagentechnik stattfanden. Schließlich wurden die Gestelle und Solarpanels auf dem Dach der Schule montiert. Der Zusammenbau der Elektronik für die erste Solaranlage wurde den ausgewählten Lehrern des SVC durch die INGOGs noch vorgeführt, während die zweite Solaranlagenelektronik durch die Lehrer selbstständig aufgebaut wurde. Nachdem die Solarkabel erfolgreich vom Dach zum Schaltschrank verlegt worden waren, konnte das erste Mal testweise eine Lampe in Betrieb genommen werden – ein historischer Moment für die Schule.
In den darauf folgenden Tagen haben wir die Schule dann gemeinsam mit den Lehrern verkabelt (Steckdosen und Lichter) und eine Alarmanlage aufgebaut, die die Solarpanels vor Diebstahl schützen soll. Nachdem wir den Computerraum und die Laptops eingerichtet und eine Internetverbindung über Mobilfunk hergestellt hatten, haben wir die ersten Schulungen in IT-Grundlagen für die Lehrer durchgeführt. Nach zweieinhalb Wochen ist Sebastian dann nach Hause gereist (Urlaub ausgeschöpft J ). Johannes und Jakob führten dann weiterführende IT-Schulungen für die Lehrer und eine Administratorschulung für den zukünftigen IT-Lehrer (Systemwiederherstellung, Bedienung sämtlicher Hardware…) durch.
Während der gesamten Zeit in Kamakwie hatten wir im Gästehaus des Krankenhauses übernachtet und waren von Karen und Tom Asher, den extrem liebens- und ehrenswerten amerikanischen Ärzten des Krankenhauses, mit Frühstück und Mittagessen versorgt worden, während wir abends von Lehrern bekocht wurden. Nach dem Abschied von allen neuen Freunden und Bekannten in Kamakwie besuchten sie dann noch die Bible-School in Gbendembu, welche auch Bedarf für eine solare Stromversorung hätte.
Nach zwei weiteren Nächten bei der Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos in Freetown und Einkäufen für das SVC (Energiesparlampen…) fuhren Johannes und Jakob dann gemeinsam mit Martin Brehm (einem seit einigen Jahren in Sierra Leone lebenden Deutschen) noch für einen Tag auf Banana Island. Ein Erholungstag am Strand mit Schnorcheln nach dem erfolgreichen Projekt um die arbeitsame Reise ausklingen zu lassen. Nach einer weiteren Nacht bei bei der Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos in Lunghi ging es dann auch für Jakob und Johannes wieder nach Hause.