Erkundung der Umwelt des Campus
14.04.2013 23:21
Jakob Rauch
Am Montag machten wir eine Wanderung nach Sabu, um dort etwas mehr über unser Grundwasser hier in Erfahrung zu bringen. Sabu selber ist zunächst einmal ein schöner und über lange Zeit gewachsener Ort. Dies zeigt sich nicht nur an den Gebäuden, sondern auch an dem ausgefeilten Bewässerungssystem. Der ganze Ort ist von Kanälen durchzogen, die vor allem zur Bewässerung der unterhalb liegenden Felder dienen. Auf diese Weise werden ganze Bäche umgeleitet und so das Wasser gerecht verteilt. Wir vermuten daher, dass es für den Campus noch einen weiteren, unterirdischen Grundwasserleiter geben muss. Denn gerade im Frühling verlässt Sabu kaum Wasser. Gleichzeitig ist uns bei der Wanderung aufgefallen, dass der Campus möglicherweise über einer Art unterirdischem See liegt. Anzeichen dafür geben zum einen das Tal, in dem der Campus liegt und zum anderen unterhalb liegende Felsen, die eine Abfluss des Wassers bremsen könnten. Das sind natürlich alles nur Annahmen, die sich möglicherweise durch eine genauere Betrachtung der Wasserstände, der Pumpen, erhärten lassen können.
In Sabu haben wir dennoch noch weitere Wasserproben genommen. Wohl wissend, das vor allem die bakterielle Belastung nichts mit der auf dem Campus zu tun hat. Die Probenentnahme stieß dennoch auf Interesse bei zwei zufällig vorbei kommenden Frauen, die daraufhin auch gleich wissen wollten, wie es um die Wasserqualität ihres Brunnens bestellt ist. Wir haben daraufhin wenigstens den pH-Wert und die Wasserhärte ihres Brunnens untersucht, da die Bakterien mindestens 24Stunden, bei uns eher 48-72 Stunden benötigt.
Abgesehen von der projektrelevanten Seite hat man von Sabu einen wunderbaren Blick über das Industal und das gegenüber liegende Bergmassiv. Den Hauptwasserstrom in Sabu haben wir übrigens nicht gesehen. Er fließt allerdings auch weiter nach Choglamsa und hat wenig direkten Einfluss auf den Campus. Der Nachmittag verlief dann eher ruhiger, da die vier Stunden Wanderung in praller Sonne doch ziemlich anstrengend waren. Wir verbrachten die meiste Zeit damit ins Internet zu kommen um mit Euch und Berlin Kontakt aufzunehmen und außerdem über das Thema Wasserverbrauch verschiedener Bäume zu recherchieren.
Für Dienstag hatten wir ein Treffen mit Dolma, der Schulleiterin, geplant. Es ging zunächst einmal darum, welche für uns interessanten Themen bereits unterrichtet werden. Der Schwerpunkt liegt derzeit auf der Pflege der hiesigen Grünanlagen. Es gibt einen Eco-Club, der in regelmäßigen Abständen Pflanzaktionen organisiert, bei denen die ganze Schule neue Bäume pflanzt oder zunehmend den Bestand pflegt. Im Zuge einer solchen Aktion könnte aber auch Abfall gesammelt werden, so jedenfalls unser Vorschlag, der durchaus auf Interesse stieß. Schließlich ist man sich der Problematik durchaus bewusst, es fehlt nur an Recyclingmöglichkeiten. Im Unterricht der höheren Klassen werden aber durchaus auf die Einflüsse des Menschen und des Klimawandels auf das Leben hier behandelt. Dies passiert aber vor allem im Bezug auf Desastermanagement, einem von der Regierung gefordertes Fach.
Vor dem Abendessen nahmen wir uns nochmal eine Weile Zeit, um alle bisher gesammelten Informationen zusammen zu tragen und mögliche Lücken zu finden, die es noch zu klären gibt.
Gestern hatten wir am Vormittag ein sehr aufschlussreiches Treffen mit Deepak. Von ihm bekamen wir weitere Informationen über die Leistung der Brunnen. Außerdem konnte er uns einige Daten zum Wasserverbrauch bestätigen. Wir konnten wiederum darauf hinweisen, wie wichtig es ist in kritischen Bereichen, wie dem Hospital und dem Guesthouse, ausschließlich das Wasser der neuen Brunnen zu verwenden. Bei den alten besteht nach wie vor das Risiko, dass sie Sickerwasser der Toiletten ansaugen. Ebenfalls zur Sprache kam das Pipelineprojekt Richtung Indus. Inzwischen haben wir erfahren, dass auch damit Grundwasser in Richtung Campus gefördert werden soll. Derzeit mangelt es aber vor allem an fähigen Experten, die die Planung in die Hand nehmen können. Wir sehen uns nämlich lediglich in der Lage den Prozess zu begleiten oder die fertige Planung zu überprüfen.
Der restliche Tag verlief ebenfalls ruhiger, da es inzwischen nicht mehr so viel zu untersuchen gibt. Daher machten wir nochmal einen kleinen Spaziergang Richtung Choglamsa, um uns dort eine Pusha (Bud. Messe) anzuschauen.