Das war wohl nix

Das war wohl nix

Montag 24-01-2011

Da die Leiterin des Physical Planning Office uns zugesichert hatte an diesem Montag zurück im Büro in Kwale zu sein, fuhren Daniel und Allan dorthin, um endlich unsere Baugenehmigung zu bekommen. Zu unser aller Schrecken erfuhren sie dort, dass sie ihren Aufenthalt in Nairobi für zwei weitere Wochen verlängert hat. Die Beiden versuchten noch über zwei Stunden eine alternative Lösung vor Ort zu finden und kamen schließlich mit leeren Händen zu uns zurück. Einige Telefonate mit anderen lokalen Ingenieuren und der Abteilungsleiterin persönlich kamen zu dem Ergebnis, dass wir keine Wahl haben, als weitere zwei Wochen zu warten und zu hoffen, dass sie dann tatsächlich zurückkehrt. Auch die Möglichkeit, dass wir sie in Nairobi aufsuchen, schlug sie aus. Die nächst höhere Zulassungsbehörde in Mombasa greift erst bei einer Abweisung des Gesuchs, nicht bei einem Aufschub. Desweiteren kam auch ein Baubeginn ohne Zulassung nicht in Frage, denn die damit verbundenen Strafen würden unser gesamtes Projektbudget überschreiten. Unsere Kontaktpersonen der GTZ in Nairobi waren verreist oder nicht erreichbar.

Wir versanken kurzfristig in Frustration. Mögliche Aufgaben, die noch vorgezogen werden könnten, können nicht verhindern, dass wir zunächst einen Teil der Zeit ungenutzt verstreichen lassen müssen.

Wir sagten auch die erste „Engineer“-Schulstunde ab, in der wir eigentlich gemeinsam mit den Schülern der 5. bis 7.Klasse die barrierefreie Toilette aufmessen wollten. Aufgrund der klimatischen Bedingungen, wie Wind und ab und zu Regen ist es fraglich, ob unsere bisher aufgezeichneten Markierungen zwei Wochen überstehen. So würde auch die Motivation der Schüler zerstört.

Ebenso verschoben wir das Treffen mit den Arbeitern, die unsere Streifenfundamente am nächsten Tag graben sollten. Auch diese Arbeit wird schon als Baumaßnahme gezählt.

So verließen wir die Schule mit schlechter Laune. Bereits im Matatu wurde es aber besser, denn es war die gequetschteste Fahrt unseres Lebens. Während Verena sich keinen Zentimeter in gleich welche Richtung bewegen konnte, hing Stefan mit einem Bein draußen. Dazu die fröhliche Gelassenheit der Mitfahrer und etwas Musik, schon konnten wir uns ein Lachen nicht verkneifen. Auf dem Heimweg kehrten wir erst einmal für ein nachmittägliches Bier in ein Lokal ein und ließen uns vom Besitzer über zweitägige Safaris informieren. Auch eine Möglichkeit die Zeit zu überbrücken.

Zuhause angekommen spielten wir noch mehrmals mit Allan und Christina mögliche Szenarien durch. Jedoch ohne eine Lösung zu finden.