Erste Tage im Erkundungsgebiet (Madina,Tonko Limba Chiefdom, Kambia District)
03.12.2012 19:49
Charel Baumann
Nach unsere Abreise in Tombo mussten wir erstmal in Waterloo, Ausgangsort für Reisen in das ganze Land, hart verhandeln um für einen fairen Preis in einem Taxi nach Madina gebracht zu werden. Selbst unterwegs mussten wir viel Überzeugungsarbeit leisten damit der Fahrer uns über die schlechte Straße nach Madina bringt. Dort angekommen wurden wir von einem enthusiastischen Reverend Bai Bangura empfangen und bezogen das großzügige Gästehaus auf dem schönen Gelände des Waisenhauses und der Schule. Nach der anstrengenden 8 stündigen Reise schmeckt das anschließend servierte Essen umso besser. Reverend Bai leistete uns dabei Gesellschaft und wir redeten bis in den späten Abend über Madina, die Geschichte des Waisenhauses und unsere Pläne für die kommenden Tage. Nach einer kleinen Besprechung und etwas Büroarbeit bei Taschenlampenlicht gingen wir schließlich müde aber zufrieden ins Bett.
Leider war die Nacht viel zu kurz. Da wir sehen wollten wie sich einige Kinder aus dem Waisenhaus auf den Weg zur secondary school machen und wir früh ein Meeting mit dem local council (ähnl. Bürgermeister) hatten mussten wir um halb 7 raus. Beim Local Council angekommen, war dieser kurz vor der Abreise nach Freetown wo sich nach der Wahl sämtliche Führer des Landes zu Gesprächen mit dem wiedergewählten Präsidenten Ernest Bai Koroma treffen sollten. In einem kurzen Gespräch stellten wir uns und unser Vorhaben vor. Dies schien den Council sehr zufrieden zu stellen und so sagte er uns seine Unterstützung zu und versprach uns in der kommenden Woche im Waisenhaus zu besuchen. Auf dem Weg zurück zum Waisenhaus sprach uns Marcello von "por un buen camino" an und fragte was wir in Madina machen. Er selbst hilft gerade für ein paar Wochen in der von "por un buen camino" betrieben Nothospiz für unterernährte Kinder aus. Sofort lud er uns ein sie am Abend zu besuchen.
Kurz danach fuhren wir angeführt vom Reverend auf Bikes in ein nahe gelegenes Dorf um dort den Paramount Chief zutreffen. Auch er war kurz vor dem Aufbruch nach Freetown und kam gerade von der Beerdigung eines Dorfbürgers. Trotz dieser schlechten Vorzeichen entwickelte sich ein produktives Gespräch bei dem sich der Chief sehr begeistert von unserer Herangehensweise zeigte. Er schien sehr angetan von unserem Prinzip erst die Projektregion zu erkunden und anschließend zusammen mit den Menschen vor Ort zu entscheiden wie das Projekt aussehen kann.
Als wir wieder beim Waisenhaus ankamen hatten die Schulkinder gerade Mittagspause und so entschlossen sich Kati und Charel spontan mit Fußball zu spielen, was uns viel Sympathie bei den Kindern einbrachte. Nach einer weiteren kurzen Besprechung stand erstmal kurze Siesta neben Reverend Bai auf dem Programm. Nach einem späten Mittagessen machten wir uns auf den Weg erstmals Madina und die Umgebung zu erkunden. Dabei fielen uns einige Sachen auf wie neu aussehende Stromleitungen für die Stromversorgung und ein riesiger verkommener Wasserturm.
Anschließend gingen wir noch bei Marcello und seinem Kollegen Guty, beide aus Mallorca, vorbei. Sie stellten uns das Hospizpersonal und führten uns durch das Gebäude. Bis zum Anbruch der Nacht sprachen wir noch über Projekte, Sierra Leone, deren und unseren Plänen und tauschten Kontaktdaten aus. Seitdem sitzen wir wieder beim Licht unserer Taschenlampen, arbeiten am Wochenbericht und schreiben diesen Blog. Morgen fangen wir erstmal mit dem Wasser- und Bodenproben nehmen an.
aus Madina,
euer Erkunderteam