Hilfe zur Selbsthilfe
15.09.2011 12:00
Einer der Grundsätze der Ingenieure ohne Grenzen lautet, die Menschen nicht nur kurzfristige zu unterstützen, sondern gleichzeitig die Grundlage für eine langfristige Verbesserung der Situation vor Ort zu schaffen. Soweit möglich wird dazu das technische Wissen an die Menschen vor Ort weitergegeben.
Das Projekt, für dessen Vorerkundung wir derzeit hier in Kenia unterwegs sind, besitzt zwei Säulen:
1. Technische Zusammenarbeit:
Wir werden das DARAD Bildungszentrum mit einer ausreichenden und stabil funktionierenden Stromversorgung ausstatten.
2. Wissenstransfer:
Wir werden im Rahmen von Unterrichtsstunden für die Schüler und Workshops für die Lehrer und Erwachsenen im Bildungszentrum Wissen zum Thema „Energieerzeugung und –verwendung“ vermitteln.
Für die technische Zusammenarbeit werden wir im Rahmen der Vorerkundung viele wichtige Informationen sammeln und anschließend auswerten.
Der Wissenstransfer wird bereits im Rahmen der Vorerkundung gestartet. Heute geben wir an dieser Stelle einen Überblick über den zu diesem Zweck gestalteten Schulunterricht für die Kinder des DARAD Bildungszentrums.
Zum besseren Verständnis vorab einige einleitende Worte zum Bildungszentrum und seinen Schülern: Das DARAD Bildungszentrum ist eine Schule des gemeinnützigen deutschen Trägers „Projekt Lebensblume e.V.“. Es handelt sich um eine Grundschule mit Kindergarten und Vorkindergarten für derzeit ca. 170 Schüler. Der Vorkindergarten nimmt Kinder ab 2 Jahren auf und die Kinder verlassen die Grundschule im Alter von 13 Jahren.
Die Schüler stammen aus Ukunda und Umgebung und erhalten in der Schule eine Ausbildung sowie täglich etwas Warmes zu Essen. Das Umfeld in Ukunda ist von großer Armut geprägt. Die Schule wird aber durch den deutschen Träger und private Spenden finanziell unterstützt, sodass hier auch Kinder unterrichtet werden können, deren Eltern kein Schulgeld aufbringen können.
Gemeinsam mit der Schulleitung und der Lehrerschaft haben wir die Inhalte für den Schulunterricht und die Einbindung in den Stundenplan abgestimmt. Zielgruppe des Schulunterrichts werden die Schüler der 4. bis 7. Klasse sein (9-12 Jahre). Der Unterricht wird zwischen 15 und 20 Unterrichtsstunden mit jeweils 35 Minuten umfassen. Die Schüler werden unter Begleitung eines kenianischen Lehrers direkt durch uns unterrichtet.
Der Inhalt des Schulunterrichts umfasst Basiswissen über natürliche Energiequellen (Feuer, Wind, Wasser, Sonne), die Erzeugung von Strom, sowie über die Verwendung von Energie. Die Kinder sollen im Rahmen des Unterrichts einen Überblick zu diesem Thema erhalten. Außerdem bietet der Unterricht uns die Möglichkeit den Kindern die verschiedenen Technologien und den richtigen Umgang mit Strom beizubringen.
Wir werden den Unterricht mit vielen kleinen Experimenten für die Kinder ergänzen. Dabei kommt unter anderem der von Fischertechnik gespendete Baukasten zum Einsatz, von dessen Probeaufbau wir bereits in unserem letzten Beitrag berichtet haben. Gleichzeitig werden wir aber auch Experimente durchführen, die mit einfachsten Mitteln die Erzeugung und Nutzung von Energie vermitteln.
Am Ende des Schulunterrichts werden wir gemeinsam mit der Lehrerschaft die gemachten Erfahrungen in das Schulungskonzept einfließen lassen.
Abschließend ist geplant, das erarbeitete und erprobte Schulungskonzept an Schulen in der Umgebung und an das für die Lehrerausbildung zuständige Teachers-College in Mombasa weiterzugeben.
Mitte der nächsten Woche ist der Beginn des Schulunterrichts geplant. Natürlich werden wir an dieser Stelle wieder darüber berichten.