Leben in Kenia – Teil 1: Unser Alltag
21.09.2011 09:10
Mit dem heutigen Bericht möchten wir über eine unserer täglichen Herausforderungen berichten: Matatu fahren
Heute ziehen wir um. Die bisherigen drei Wochen unserer Vorerkundung haben wir im Haus der deutschen Schulleitung gewohnt. Dieses ist ca. 10 km von der Schule entfernt. Zukünftig werden wir direkt neben der Schule in einem Haus mit anderen Volontären wohnen.
10 km – nicht weit auf deutschen Straßen, in Kenia können einem diese 10 km manchmal sehr lange vorkommen. Wir legten diese Strecke mit dem Matatu zurück. Matatus sind das meistgenutzte Fortbewegungsmittel der Einheimischen: Alte 9-Sitzer Busse die immer dieselbe Route fahren und in die man jederzeit zusteigen bzw. aussteigen kann.
Es ist manchmal bedenklich, wie viele Menschen sich in ein Matatu hineinzwängen. Und falls dann irgendwann kein Platz mehr im Innenraum ist, stellen sich noch 1-2 Personen auf das Einstiegstrittbrett und halten sich im Innenraum fest.
Neben der Enge in den Matatus, war es manches Mal eine Herausforderung mit dem Schaffner einen fairen Preis auszuhandeln. Die Fahrtkosten sind grundsätzlich abhängig von der Fahrstrecke. Für die 10 km zur Schule werden normalerweise 30 kenianische Schilling pro Person kassiert. Dies entspricht ca. 0,23 Euro. Ein Taxi für die gleiche Strecke würde den 20fachen Preis kosten und ist daher für die Menschen hier unerschwinglich.
Als Weißer wird man auf den ersten Blick als Tourist eingeschätzt, dem versucht wird mehr Geld abzuknöpfen. Bei unserer ersten Fahrt sollten wir ursprünglich mehr als den 4fachen Preis zahlen. Erst nach Verhandlungen wurde uns ein einigermaßen normaler Preis gemacht. Von da an entgingen wir den Diskussionen mit einen einfachen Trick: Wir haben einfach immer abgezähltes Geld dabei.
Dafür ist die Stimmung in den Matatus immer gut, die Einheimischen sind auch sehr interessiert wenn wir dort über unsere Arbeit berichten. Generell sind die Kenianer sehr freundlich, aufgeschlossen und hilfsbereit.
In der Schule haben wir diese Woche im Unterricht der Klassen 4 bis 7 hospitiert und uns den Science-, Mathematik- und Englischunterricht angesehen. Das Schulungskonzept für die erste Unterrichtswoche steht und wurde von der Schule für den Unterricht der Klassen 4 bis 7 freigegeben. Somit sind wir gut gerüstet für die ersten eigenen Unterrichtsstunden zum Thema Energie. Darüber werden wir das nächste Mal berichten.