16. bis 17.11.2009 - ROHRARBEITEN AN DER ANLAGE - GEMEINDEGESPRÄCHE

16. bis 17.11.2009 - ROHRARBEITEN AN DER ANLAGE - GEMEINDEGESPRÄCHE

Mit Hammer und Meißel rücken wir der Anlage zu Leibe, um demnächst Rohre mit einem größeren Durchmesser einbauen zu können. Bei Gesprächen mit Gemeinden diskutieren wir Ideen für zukünftige Umweltprojekte in Bereich Müll und Abwasser.

Da wir von Lars Meier (Internet-Verantwortlicher der RG Hannover) die Zugangsdaten zur INGOG-Seite erhalten haben, können wir ab jetzt selbst zeitnah unsere Projekttagebuch-Einträge einpflegen. Dank WLAN-Anschluss am PC-Arbeitsplatz unserer Gastfamilie (siehe Foto) kein Problem!

Mit dem vorbestellen Baumaterial machen Niklas und ich uns auf zu "unserer" Baustelle in El Jicaro. Dort lerne ich zum ersten Mal den neuen Vorsitzenden der Genossenschaft kennen, der einen sehr netten und engagierten Eindruck macht. Er hat auch schon Etliches in die Wege geleitet, damit die Inbetriebnahme der Anlage mit Mist gleich starten kann, wenn die Anlage entsprechend vorbereitet sein wird. Zunächst machen wir uns mit Hammer und Meißel daran, die (bisher zu klein dimensionierten) Zu- und Ablaufrohre herauszuschlagen und Platz für größere Rohrdurchführungen zu schaffen, welche wir stattdessen einsetzen wollen, um auf Nummer sicher zu gehen, dass nichts verstopft. Sehr positiv überracht bin ich in jedem Fall über die vielen Vorarbeiten, die unsere Partnerorganisation bereits geleistet hat, allen voran Dank unseres technischen Vorarbeiters Manuel (genannt Meme), der es tatsächlich geschafft hat, ein horizontales Rührwerk mit Gleitringdichtung aus Teflon herzustellen, sodass wir guter Dinge sind, dass die Sache auch wirklich dicht hält. Nach der Schaufel-Aktion der vergangenen Tage, steht ihr unsere heutige Meißel-Arbeit in nichts nach was die Blasenbildung an den Händen als auch die Anstrengung und den Schweiß am ganzen Körper angeht. Obwohl Niklas und ich uns einig sind, dass wir den Hut vor all denen ziehen, die ihr Leben lang mit mühevoller Handarbeit in Stollen und Bergwerken ihr täglich Brot verdient haben oder es sogar bisweilen heute noch tun, sind wir beide glücklich und zufrieden, mal wieder so richtig zulangen zu können im Gegensatz zu unserer sonst sehr bürolastigen Arbeit.

Bei Gesprächen mit dem Umweltausschuss der benachbarten Kleinstadt Turin, schlagen wir als Möglichkeit für ein zukünftiges INGOG-Projekt vor, eine Biogasanlage auf Basis des Toiletten-Abwassers des zentralen Schulkomplexes zu errichten. Nach der Diskussion, die wegen Umbauarbeiten des Rathauses im Kindergarten (und damit an einer Sitzgarnitur in Kindergröße) stattfindet, besichtigen wir die Schule und machen uns ein Bild davon, welche Infrastruktur bereits vorhanden ist und wo man am einfachsten Fermenter zur Biogas-Produktion auf dem Gelände unterbringen könnte, zu denen die Rohre zur Befüllung im freien Gefälle hingeführt werden können. Außerden besichtigen wir einen zentralen Abfluss des Grauwassers, das aus den Häusern über die Rinnen am Straßenrand abläuft und praktisch ungefiltert in den nahegelegenen Fluss gelangt. Niklas und ich sind uns einig, dass man hier bereits mit einfachen Mitteln (Grobfilter zur vorherigen Absiebung des Mülls und sonstigen Grobstoffe, sowie eine nachfolgende Pflanzenkläranlage) dafür sorgen könnte, dass des Grauwasser nach dem Abfluss auf eine Qualität gebracht werden kann, die eine Nutzung zur Bewässerung von Gärten etc. erlaubt. Während Niklas am Nachmittag eine weitere Präsentation mit Vorschlägen zu Maßnahmen im Bereich Abwasserbehandlung und Müllverwertung in der nächst größeren Stadt Chalchuapa hält, fahre ich mit dem Rad nach El Jicaro, wo ich einige Maße an der Anlage zur Vorbereitung der nächsten Bauphasen abnehme. Am Abend gönnen wir uns ein leckeres Pilsener – das salvadorianische Landesbier schlechthin, was durch seinen Werbeslogan dazu beiträgt, dass praktisch jeder Salvadoreno zwei Brocken Deutsch beherrscht: „Gutes Bier!“